Fußball

So läuft der 27. Spieltag Hummels und Boateng spielen auf Bewerbung

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Wohin geht's für Mats Hummels und Jérôme Boateng. Beim FC Bayern könnte es in Zukunft eng werden.

(Foto: imago/DeFodi)

Ob Mats Hummels und Jérôme Boateng eine gute Zukunft beim FC Bayern haben? Unklar. Eher unwahrscheinlich. Werbung für sich kann zumindest einer an diesem 27. Spieltag machen, den will der BVB nutzen um Coach Lucien Favre einen ersten Wunsch zu erfüllen.

Wie läuft's beim FC Bayern?

Beim FC Bayern mögen sie dieser Tage nicht so gerne über die Zukunft reden. Vornehmlich nicht über die von Mats Hummels und Jérôme Boateng. Die aber wähnen Beobachter des Münchener Vereinsfußballs in akuter Gefahr, spätestens zur kommenden Saison, wenn der Tabellenführer der Bundesliga das viel und laut beworbene, "größte Investitionsprogramm" der Geschichte umgesetzt haben wird - unter anderem mit den beiden Abwehrweltmeistern Benjamin Pavard (kommt vom VfB Stuttgart) und Lucas Hernández (kommt von Atlético Madrid). Freilich können die jungen französischen Innenverteidiger nicht nur innen verteidigen, sondern auch außen. Wie einst Willy Sagnol und Bixente Lizarazu (wobei die nur außen und nicht innen verteidigen konnten). Aber mutmaßlich ist es so: Der Stammplatz der Neuzugänge ist in der Mitte. An der Seite von Niklas Süle. Oder anstatt Niklas Süle.

Dass sich Hummels und Boateng da noch irgendwie ein relevantes Stück Spielzeit errochieren? Ein Heile-Welt-Szenario. Viel zu sehr heile Welt. Selbst für einen Klub, der Legenden wie Franck Ribéry und Arjen Robben auf rührende Weise zum Karriereende begleitet. Natürlich würden sie das in München niemals zugeben, denn noch brauchen sie Hummels und Boateng für ihre Titel-Ziele in der Bundesliga und im DFB-Pokal. Noch können (vielleicht wollen sie das auch gar nicht) sie der Weisung des Bundestrainers nicht folgen und ebenfalls einen Ruhestand anordnen. Die offizielle Linie des Klubs (gesprochen von Coach Niko Kovac) lautet daher so: "Alles, was ab 1. Juli passiert, ist momentan nicht relevant. Was jetzt passiert, wer, wie, wo, was, warum, ist erst ab 1. Juli ein Thema." Wir möchten mal so sagen: Hummels und Boateng (zumindest immer einer von ihnen) spielen weiter auf Bewerbung (kein Tippfehler, ein Wortwitz).

Nun ist wieder Spieltach. Nummer 27 steht an. Statt unkonstanten deutschen Umbruchfußball gibt's das Warm-Up für den Meisterschafts-Showdown am 6. April. Die Bayern reisen zum SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de). Und, Obacht, jetzt wird's spannend: Trainer Niko Kovac erwartet kein einfaches Spiel. Er möchte drei Punkte gewinnen. Er möchte Tabellenführer bleiben. So, jetzt erstmal durchatmen und sacken lassen. Derweil: Tipp (I): Lesen Sie mal, was die Kollegen der "Süddeutschen Zeitung" schreiben, die wissen nämlich, dass Boateng den Klub im Sommer verlässt, selbst wenn das Ziel seiner Reise noch nicht feststeht. Tipp (II): Ein schweres 0:3.

Was macht Borussia Dortmund?

Die Klub-Verantwortlichen bieten womöglich um Callum Hudson-Odoi (Medienbericht). Viele von Ihnen kennen Callum Hudson-Odoi eigentlich als sehr teuren Wunschtalentspieler des FC Bayern. Die Klub-Verantwortlichen möchten gerne auch Weltmeistermacher Mario Götze über das Saisonende hinaus beim BVB halten (Vereinsmeinung). Die Klub-Verantwortlichen dementieren wilde Gerüchte um Jadon Sancho, dessen Berater mit Manchester United verhandelt haben soll (Medienbericht). Und die Klub-Verantwortlichen sorgen sich NICHT um Marco Reus (Vereinsmeinung). Selbst wenn der sich zuletzt bei der DFB-Elf mit seinem Oberschenkel rumgeärgert hat. Ganz schön viel los in einer Zeit in der normalerweise gar nicht so viel los ist. Und mutmaßlich wird's kaum weniger (auch weil schon nächste Woche der Showdown in München ansteht), denn mit dem VfL Wolfsburg kommt am Samstag (15.30 Uhr) eine Mannschaft in das Westfalenstadion, gegen die immer besonders viel los ist. Zumindest aus Perspektive der Dortmunder. Gegen keinen anderen Klub - außer gegen den FC Bayern - haben die Niedersachsen häufiger verloren (34 Pleiten gegen München, 24 gegen den BVB) und mehr Gegentore kassiert (109 gegen München, 88 gegen den BVB). Und wenn die Borussen ihrem Trainer einen Wunsch erfüllen wollen, dann liest sich die erschütternde VfL-Bilanz nach diesem Spieltag noch ein wenig erschütternder. Favre mag nämlich in dieser Saison "am liebsten alle Spiele gewinnen" (Anmerk. d. Red.: nach DFB- und Europapokal-Aus sind das nur noch Ligaspiele). Tipp: 4:2 und Götze verlängert.

Wie geht's dem schlechtgelauntesten Bundesliga-Klub?

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Acht von neun Spielen in der Rückrunde verloren: Für Hannover und Coach Thomas Doll läuft's nicht.

(Foto: www.imago-images.de)

Nun, aktuell am miesgelauntesten ist Hannover 96. Zu schlecht spielt die Mannschaft, zu schlecht coacht der stets verzweifelt schimpfende Thomas Doll. So jedenfalls urteilt Martin Kind, der zwar zuletzt entmachtete, aber immer noch mächtige Fußball-Boss. Die erst kürzlich ausgestellte Jobgarantie für den Trainer ist offenbar bereits wieder kassiert - in Folge einer 0:5-Testspielklatsche gegen Arminia Bielefeld: "Die Leistung in Stuttgart (Anmerk. d. Red.: 1:5.) war schon desaströs. Dass die Leistung in Bielefeld noch schlechter war, ist schon außergewöhnlich. Ich persönlich habe gefühlt den Eindruck, dass weder André Breitenreiter noch Thomas Doll das Leistungspotenzial der Mannschaft ausschöpfen konnten." Und nun? Sonntagnachmittagsendspiel gegen den FC Schalke 04? So schaut's aus. Im Vergleich zum letzten Job-Endspiel, das bekam Breitenreiter beim BVB (!!!), scheint die Chance nun deutlich fairer: Heimspiel und ein Gegner, der acht Pflichtspiele nacheinander nicht gewinnen konnte, dabei kümmerliche fünf Treffer erzielte, erstaunliche 25 (allein sieben in Manchester) kassierte und mit der schlechtesten Liga-Bilanz seit 36 Jahren anreist. Genau das bereitet dem gerade reaktivierten und chronisch selten bestens gelaunten "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens durchaus Sorgen:"Natürlich denkt man darüber nach. Aber Angst ist der falsche Ratgeber. Die Tabelle ist nicht jetzt wichtig, sondern am 34. Spieltag." Punkte tun trotzdem gut, auch vor dem 34. Spieltag. Tipp: 0:1, Doll fliegt und Stevens feiert seinen 100. Sieg als Schalke-Trainer.

Was ist sonst noch so los?

1899 Hoffenheim - Bayer Leverkusen (Freitag, 20.30 Uhr): Achja, einer muss ja meckern. Gerne auch zwei. Der Kaltstart nach der Länderspielpause macht die Spektakel-Trainer Julian Nagelsmann (Hoffenheim) und Peter Bosz (Leverkusen) gleichermaßen traurig. "Es ist ärgerlich, aber es ist halt so. Wir Trainer müssen damit umgehen. Ich hätte es auch lieber anders gehabt, dass ich mehr Zeit mit meinen Spielern gehabt hätte", sagte Bosz, während Nagelsmann dann erklärte: "Ich habe schon oft gesagt, dass ich diese Abstellungsperioden nicht nachvollziehen kann". Seines Erachtens müssten die Länderspiele nach einem Bundesliga- Wochenende mittwochs und samstags stattfinden und dann abgeschlossen sein. "Ich werde es in meiner Karriere wohl nicht mehr ändern können, dass das anders geregelt wird." Können wir irgendwie die Laune heben, meine Herren? Vielleicht mit einem erwärmenden 3:3 (Tipp)?

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Hanno Behrens (r.) spürt noch positive Energie.

(Foto: imago images / Zink)

1. FC Nürnberg - FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr): Kein Nürnberger Sieg seit 20 Spielen, kein Erfolg im eigenen Stadion seit zehn Partien. Das klingt nicht nach Klassenerhalt. Ernüchterung? "Wir haben immer noch positive Energie", behauptet Kapitän Hanno Behrens. Die Abwehr hat sich stabilisiert, was fehlt sind Wettkampftore - im Test gegen Mlada Boleslav gab's zuletzt sogar fünf! Ob das denn FCA beeindruckt? Offenbar schon, Trainer Manuel Baum sagt: "Wir gehen mit der Mentalität in das Spiel, dass wir nicht gegen den Letzten spielen, sondern gegen einen Bundesligisten, der in der Lage ist, gegen jeden Gegner zu bestehen." Zur Vorbereitung gab's übrigens ein Darts-Turnier: Für Baum war bereits in der Vorrunde Schluss (welche emotionalen Ausbrüche Darts-Pleiten haben können, lesen Sie hier). Tipp: 0:1.

Fortuna Düsseldorf - Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr): Da mussten wir kurz zucken: Ein Elfmeter des dann weltkarrierestartenden Stefan Effenberg bescherte der Borussia am 17. März 1990 den letzten Sieg beim wenig beliebten Nachbarstadt-Rivalen. Zehn erfolglose Duelle in Düsseldorf folgten seither. Nun rüttelt Dieter Hecking bei seiner Premiere in Düsseldorf am Effenberg-Erbe - und zwar so: "Wir wollen erfolgreich Fußball spielen, nach vorne spielen und auch in Düsseldorf unser Spiel durchbringen. Diese Prinzipien verfolgen wir schon seit 26 Spieltagen. Wir werden in Düsseldorf nichts Außergewöhnliches machen, weil wir von dem, was wir machen, überzeugt sind." Tipp: Wir müssen uns weiter an Effenberg erinnern, 1:1.

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Viel deutet daraufhin, dass Maximilian Eggestein über die Saison hinaus in Bremen bleibt.

(Foto: imago images / Matthias Koch)

SV Werder Bremen - FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr): In Bremen spielen mindestens zwei Fußballer, die sich national gerade sehr großer Zuneigung erfreuen dürfen: Johannes und Maximilian Eggestein. Ihre Zukunft an der Weser - offen. Denkste. In fast niedlicher Zurückhaltung deuteten der nun DFB-Elf-erfahrene Maximilian und sein Bruder in dieser Woche an, dass sie in Bremen bleiben und ihre Verträge verlängern werden (nicht offiziell, womöglich am Spieltag?). Und das die Eggesteins bei Werder gut aufgehoben sind, dass ist seit Donnerstagabend vom DFB amtlich verbrieft: Ihr Coach Florian Kohfeldt ist "Trainer des Jahres." Würde jetzt noch Max Kruse seinen Vertrag verlängern, würde Claudio Pizarro noch einmal über 90 Minuten spielen können und würde der FSV Mainz 05 besiegt, dann wäre die Werder-Welt so in Ordnung wie zu schönsten Rehhagel-Zeiten. Tipp: Sieg gegen Mainz klappt, 3:1.

RB Leipzig - Hertha BSC (Samstag, 18.30 Uhr): In der vergangenen Woche haben wir mit Jürgen Klinsmann über Stürmer in Deutschland gesprochen. Und Jürgen Klinsmann hat von Timo Werner geschwärmt, aber auch von Davie Selke. Der eine, Werner, spielt (noch) bei Leipzig. Der andere, Selke, spielt in Berlin. Und beide Klubs nun gegeneinander. Womöglich (eher unwahrscheinlich) ist Bundestrainer Löw in Leipzig zu Gast, um sich das Duell der Stürmer, die mit ihrer Art stellvertretend für die große Richtungsdebatte stehen, was ein Offensivspieler bieten muss, anzuschauen. Dort Selke, der früher mit Attributen wie kantig oder wuchtig beschrieben worden wäre. Hier der wendige Werner, der eher ins Löwsche Verständnis von modernem Fußball passt. Tipp: 1:1.

Stuttgarts Trainer Markus Weinzierl vor Spielbeginn. Foto: Fabian Sommer/Archiv

Sein Wunsch: Ein Endspiel auf Schalke.

(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart (Sonntag 18 Uhr): Die Frankfurter haben in dieser Woche eine gute und eine schlechte Nachricht bekommen. Für den immensen Pyrotechnik- und Leuchtraketen-Einsatz ihrer Fans beim Europa-League-Spiel bei Inter Mailand gab's nur eine Geldstrafe von 50.000 Euro. Um den befürchteten Auswärtsbann kam der Klub herum. Vermutlich anders als um einen Wechsel von Luka Jovic. Der serbische Stürmer spielt eine so aufregende Saison, dass nun auch Real Madrid heftig um ihn wirbt. Fotos der "AS" belegen, dass sich der Berater des Spiels in Madrid aufhielt. Durchaus brisant: Zuletzt galt Reals Erzfeind Barcelona als wahrscheinlichster Jovic-Käufer. Nun, abwarten. Für die Eintracht wär's so oder so das Gleiche: Es gäbe sehr viel Geld. Das hat der FC Bayern (siehe oben) ja bereits für Lucas Hernández ausgegeben, was wiederum VfB-Coach Markus Weinzierl freut: "Es ist gut für die Bundesliga. Es ist auch ein Zeichen, dass Bayern München da ist. Ich sehe das nur positiv. Es kann nur gut sein, wenn Bayern da große Ziele hat." Sein persönliches Ziel ist übrigens deutlich bescheidener: "Ein Endspiel auf Schalke zu erzwingen." Ausgerechnet dort, wo sie ihn, den Ex-Trainer gar nicht mehr mögen. Tipp: 3:0.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Selbst ein Peter Neururer könnte Hannover nicht helfen". Das schreibt Peter Neururer über Peter Neururer und die Situation bei Hannover 96 in seiner "Kicker"-Kolumne.

Quelle: n-tv.de

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