Fußball

Doch dann kam "Kalles" Weltidee Klopp und der FC Bayern waren sich einst einig ...

Unter Jürgen Klopp schwingt sich der BVB von 2008 bis 2015 zum Rivalen des Rekordmeisters Bayern München auf. Bayern-Ikone Uli Hoeneß erklärt, dass es auch hätte anders kommen können. Denn Klopp und der FC Bayern waren sich schon einig. Doch dann kam Karl-Heinz-Rummenigge.

Jürgen Klopp greift schon wieder nach dem Henkelpott. Der deutsche Starcoach bestreitet am Abend in Paris mit seinem FC Liverpool gegen die alten Helden von Real Madrid (ab 21 Uhr im ZDF, bei DAZN und im Liveticker bei ntv.de) bereits sein viertes Finale in der Fußball-Königsklasse. Zwei Duelle, 2013 mit Borussia Dortmund gegen den FC Bayern und 2018 mit Liverpool gegen Madrid gingen verloren, 2019 gab es den bislang einzigen Triumph für den 54-Jährigen.

Wenn das Spiel nun im Stade de France angepfiffen wird, dann werden sie womöglich auch beim FC Bayern, ganz sicher aber am Tegernsee, ein wenig wehmütig. Denn Jürgen Klopp wäre einst fast beim Rekordmeister gelandet, wie Ehrenpräsident Uli Hoeneß im RTL/ntv-Interview erzählt. "Wir waren uns mal einig, dass er zum FC Bayern kommt." Um den Jahreswechsel 2008 war das. Klopp war da noch Trainer bei seinem FSV Mainz 05, für den er als Spieler 325 Spiele bestritt und 52 Tore erzielte.

"Ich hatte vor Weihnachten mal mit ihm gesprochen, ob er sich vorstellen könne, zum FC Bayern zu kommen", erzählt Hoeneß. Und ja, Klopp habe sich das gut vorstellen können. Hoeneß versprach dem Coach, sich am 7. Januar, nach den Weihnachtsferien telefonisch bei ihm zu melden. "Doch dann kam Karl-Heinz Rummenigge auf die großartige Idee (Anmerk. d. Red.: Obacht, Ironie), den Jürgen Klinsmann zu verpflichten." Der ehemalige Bayern-Stürmer und Weltmeister von 1990 übernahm das Team im Sommer. Hoeneß trat derweil den "Gang nach Canossa" an und sagte Klopp ab. Wie man weiß: ein Fehler.

Klinsmanns Zeit endet im Desaster

Die Zeit von Klinsmann beim Rekordmeister, sie endete nach nicht mal einer Saison sportlich in einem Desaster. Ende April 2009 wurde er gefeuert. Der Klub sah die Qualifikation für die Champions League in Gefahr, außerdem erkannte man beim FC Bayern "psychologische Barrieren in der Mannschaft". Für den Coach, der 2006 noch das deutsche Sommermärchen mit seinen zahlreichen Veränderungen verantwortet hatte und das in München wiederholen wollte, übernahm Jupp Heynckes.

Klopp dagegen wechselte zu Borussia Dortmund und schrieb dort über sieben Jahre eine unfassbare Erfolgsgeschichte, mit zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg. Aber mehr als die Trophäen wirkte seine Zeit am Herzen des Klubs. Bis heute herrscht im schwarzgelben Umfeld eine Sehnsucht nach dem Mentalitätsgiganten Klopp, der mit seinem Heavy-Metal-Fußball ein ganzes Land verzaubert hatte.

Eine ähnlich spektakuläre Geschichte schreibt der gebürtige Stuttgarter seit dem 8. Oktober 2015 beim FC Liverpool. Es ist eine Geschichte, die Hoeneß Bewunderung abringt. "Das ist der Ritterschlag, wenn man bei einem renommierten Verein wie Liverpool so wahnsinnige Erfolge feiert." Gerade als Ausländer sei es in England nicht einfach, über so eine lange Zeit erfolgreich zu sein. "Er hat überragende Fähigkeiten, er ist flexibel, er spricht jetzt Englisch, er benimmt sich, er ist engagiert - das gefällt den Leuten in Liverpool. Er hat sich zu einem richtigen Welttrainer entwickelt." Klopp blieb laut Hoeneß "immer wieder in unseren Gedanken ein Thema und den hätte ich mir immer gut vorstellen können beim FC Bayern, weil ich ihn für einen überragenden Trainer halte."

Hoeneß staunt über Ancelotti

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Dieses Label hatte sich über Jahre hinweg auch Carlo Ancelotti verdient. Der Gegner von Klopp nun im Duell um den Henkelpott. Auch über die Wiederauferstehung des ehemaligen Bayern-Trainers, dessen Zeit an der Säbener Straße ebenfalls unrühmlich und mit einer Entlassung endete, nach Jahren in der Mittelmäßigkeit staunt Hoeneß: "Ich muss ehrlich sagen, ich hätte nie gedacht, dass er noch einmal eine so triumphale Rückkehr erlebt. Denn er hat ja jetzt nicht nur das Finale erreicht, sondern auch souverän die spanische Meisterschaft gewonnen." Dabei habe das vor allem der Mannschaft keiner zugetraut, so Hoeneß weiter.

"Jeder von uns hat gedacht, die Mannschaft von Real müsste mal umgebaut werden, die haben viele ältere Spieler. Doch er hat es geschafft, mit diesem Team tolle Ziele erreicht. Trotzdem glaube ich, dass es für Real sehr schwer wird, das Spiel zu gewinnen, weil ich denke, dass Liverpool ein Quäntchen besser ist."

Quelle: ntv.de, tno

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