Fußball

Höhepunkte der Auslandsligen Klopp will ab jetzt eine gute Ehefrau sein

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Jürgen Klopp wird auf Virgil van Dijk warten. Auch, wenn der gar nicht im Gefängnis ist, sondern nur verletzt.

(Foto: imago images/PA Images)

Jürgen Klopp will mit dem FC Liverpool eine gute Ehefrau sein, bei Real Madrid ist dagegen schon lange Schluss mit lustig: In den europäischen Topligen stehen für die Großklubs am Wochenende komplizierte Spiele an.

Premier League: Liverpool muss Van-Dijk-Schock überwinden

Das Topspiel des 6. Premier-League-Spieltags steigt am Samstag im Old Trafford, wo der Rekordmeister Manchester United ab 18.30 Uhr den FC Chelsea mit Timo Werner und Kai Havertz empfängt. Durch den 2:1-Sieg bei Paris Saint-Germain hat Man United neues Selbstvertrauen getankt. Chelsea kam gegen den FC Sevilla nicht über ein mageres 0:0 hinaus. Arsenal empfängt im ersten Spiel nach dem Kaderausschluss von Mesut Özil am Sonntag Leicester City.

Beim Meister Liverpool hadert Jürgen Klopp mit dem Verlust von Virgil van Dijk, der wegen einer Operation lange ausfällt. Ohne den Abwehrchef will Klopp nach dem geglückten Champions-League-Auftakt bei Ajax Amsterdam (1:0) auch in der Premier League endlich wieder gewinnen. Vor zwei Wochen hatte es bei Aufsteiger Aston Villa eine schlimme 2:7-Klatsche gesetzt, gegen Lokalrivale Everton (2:2) sah man sich um den späten Sieg betrogen. Gegen Sheffield United sollte es aber möglich sein, nach dem erfolgreichen Start in die Champions League auch in der heimischen Meisterschaft wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Das würde wohl auch dem verletzten Abwehrchef van Dijk Linderung verschaffen. Das zumindest ist eines der Ziele der Reds: "Er wird ziemlich lange weg sein, so ist die Situation. Wir fühlen in diesem Moment extrem mit ihm, weil die meisten von uns in einer ähnlichen Situation waren. Du brauchst so etwas nicht. Aber du musst darüber hinwegkommen, und Virgil wird es zu 100 Prozent schaffen", unterstrich Klopp. "Wir sind für ihn da, das weiß er. Wir werden auf ihn warten wie eine gute Frau, wenn der Ehemann im Gefängnis sitzt, und in der Zwischenzeit alles tun, um es ihm so einfach wie möglich zu machen."

La Liga: Reals Krise kann katastrophal werden

Nach zwei Niederlagen steckt Real Madrid in der Krise. Eigentlich zu einer Unzeit, denn am Samstag (16 Uhr) erwartet der FC Barcelona die Königlichen zum Clásico. "Wenn das Team nicht so spielt, wie man es wollte, dann trägt man selbst die Schuld", übernahm Trainer Zinedine Zidane Verantwortung nach der 2:3-Schlappe in der Champions League gegen Schachtjor Donezk. "Mundo Deportivo" sprach vom "Alptraum vor El Clásico". Vor der Donezk-Pleite hatte es eine peinliche Heimniederlage gegen Aufsteiger FC Cadiz gegeben.

Eine dritte Niederlage in Serie für den spanischen Meister um Nationalspieler Toni Kroos, dazu beim ewigen Erzrivalen aus Barcelona, das würde auch den Trainerstuhl von Zidane aber zumindest leicht ins Wanken bringen. Die Tageszeitung Marca sieht derzeit gar eine "Dynamik, die Zidane am Ende mit sich reißen wird". Der Trainer selbst gibt sich noch optimistisch: Es seien zwar "schwierige Zeiten", sagte Zidane, aber die Partie liefere das "perfekte Szenario" den Trend umzukehren und seine Spieler könnten ihre wahre "Qualität" zeigen.

Da es auch bei den Katalanen zuletzt in La Liga nicht optimal lief, behauptet das punktgleiche Duo Real San Sebastian und Villarreal derzeit überraschend die Tabellenspitze.

Serie A: Warten auf die nächste Zlatan-Show

Starstürmer Romelu Lukaku von Seria-A-Tabellenführer Inter Mailand möchte nach dem Doppelpack in der Champions League gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) seine Bilanz von vier Treffern in vier Liga-Partien weiter ausbauen. Beim Tabellenzwölften CFC Genua bietet sich am Samstag dazu Gelegenheit.

Rekordmeister Juventus muss weiter auf den in Corona-Quarantäne befindlichen Ausnahme-Profi Cristiano Ronaldo auskommen. Im Heimspiel gegen Hellas Verona sollen andere in die Bresche springen - so wie es Alvaro Morata mit seinem Doppelpack beim 2:0 in Kiew in der Champions League vormachte.

Erst am Montag bekommt AC Milans Superstar Zlatan Ibrahimovic die Chance, seine Zlatan-Show fortzusetzen. Zuletzt hatte der Schwede Inter Mailand beim 2:1 beinahe im Alleingang besiegt. "Sie haben das falsche Tier zwei Wochen zu Hause eingesperrt", hatte der gerade rechtzeitig von einer Coronavirus-Infektion genesene 39-Jährige hinterher getönt. "Ich bin über meine Leistung nicht überrascht. Ich weiß, was ich leisten kann."

Die Presse feierte Ibrahimovic: "Der Löwe Zlatan ist zurück! Ibrahimovic ist kein Stürmer wie alle anderen", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Oder: "Ibrahimovic ist der Mailänder König! Mit einer fantastischen Leistung stoppt er Inters Star Lukaku", kommentierte der "Corriere dello Sport". Dem Belgier gelang nur noch der Anschlusstreffer. Der "Corriere della Sera" nannte Ibrahimovic daher den "absoluten Herrscher dieses Derbys".

Eredivisie: Geht das kleine Götze-Märchen weiter?

Mario Götze hofft trotz einer leichten Muskelverletzung auf seinen dritten Einsatz im Trikot der PSV Eindhoven, und möglichst auf sein drittes Tor. Am Sonntag tritt PSV bei Vitesse Arnheim an (14.30 Uhr). Seine Muskelverletzung aus dem Europa-League-Spiel gegen Granada (1:2) sei nicht so schwerwiegend, dennoch müssten weitere Tests abgewartet werden, sagte Trainer Roger Schmidt.

Die niederländischen Presse schwärmt nach Götzes zweitem Treffer im zweiten Spiel schon vom neuen PSV-Star. "Wenn der Spielmacher so weiter macht in Eindhoven, sind die Skeptiker schnell weg. Er ist der Mann, den der Fußballfan sehen will", schrieb "De Telegraaf". Götze selbst gab bei RTL/n-tv Entwarnung: "Das liegt daran, dass ich erst zwei Wochen mit der Mannschaft trainiert habe und schon zwei Spiele hatte und ich natürlich nicht bei hundert Prozent bin und auch nicht jedes Spiel über 90-Minuten gehen kann."

Ligue 1: Tuchel drängt auf Wiedergutmachung

Meister Paris Saint-Germain und sein Trainer Thomas Tuchel sinnen am 8. Spieltag auf Wiedergutmachung für die 1:2-Niederlage gegen Manchester United in der Champions League. Mit einem klaren Sieg über den sieglosen Tabellenletzten Dijon wollen die Hauptstädter erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernehmen. Tuchel beklagt vor allem die mangelnde Chancenverwertung: "Es liegt ganz klar an uns, das zu verbessern."

PSG braucht aber die Schützenhilfe von OGC Nizza, das in der Europa League mit 2:6 bei Bayer Leverkusen unter die Räder gekommen war. Der Tabellenvierte empfängt am Sonntag (17 Uhr) Spitzenreiter Olympique Lille. Nach der brutalen Ermordung des Lehrers Samuel Paty werden Ligue 1 und Ligue 2 vor Beginn der Spiele eine Schweigeminute zu seinen Ehren einlegen.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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