VfB vergibt Sekunden-DrehungWolfsburg kämpft, führt, liegt am Boden - und dann knallt's

In Heidenheim wird's immer düsterer - und auch beim VfL Wolfsburg gehen die Bundesliga-Scheinwerfer so langsam aus. Der Abstiegskampf spitzt sich zu und kostet bei den Niedersachsen wohl dem Trainer den Job. Der Kampf um Europa wird derweil enger.
VfL Wolfsburg - Hamburger SV 1:2 (1:1)
Trainer Daniel Bauer steht nach dem nächsten Rückschlag mit dem VfL Wolfsburg vor dem Aus. Gegen den Hamburger SV verlor der schwer kriselnde Klub trotz Führung mit 1:2 (1:1). Während der VfL in der Tabelle weiterhin auf Abstiegsrang 17 feststeckt, muss Bauer nach nur knapp vier Monaten im Amt die Ablösung fürchten.
Nach dem Schlusspfiff gab es Tumulte zwischen den Spielern auf dem Rasen. Schiedsrichter Florian Exner musste eingreifen und zeigte Wolfsburgs Ersatz-Torhüter Florian Müller letztlich die Rote Karte. Im Wolfsburger Fanblock wurde währenddessen Pyrotechnik gezündet. Dazu schallte "Wir haben die Schnauze voll" von den Rängen. "Frustration pur. Wir sind sehr enttäuscht. Das ist absolut kein schöner Moment", sagte der verletzte Kapitän Maximilian Arnold bei DAZN.
Hamburgs Luka Vuskovic (33./Foulelfmeter nach Videobeweis) und Jean-Luc Dompé (58./Foulelfmeter) brachten Wolfsburg die nächste Pleite bei, für den VfL traf Christian Eriksen (22./Foulelfmeter). Wolfsburg steht nun bei nur einem Sieg aus den vergangenen elf Partien und zittert vor dem ersten Abstieg seiner Bundesliga-Geschichte.
Vor dem Spiel hatte unter anderem die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" über eine mögliche Trennung von Bauer, der erst im November Paul Simonis ersetzt hatte, für den Fall einer weiteren Niederlage berichtet. Auch hatte das Blatt zuletzt Dieter Hecking, Friedhelm Funkel und Thomas Reis als mögliche Nachfolger gehandelt. Es sei kein Endspiel für ihn, sondern ein "Sechs-Punkte-Spiel" für den Verein, hatte Bauer im Vorfeld gesagt, ehe er die VfL-Fans zur tatkräftigen Unterstützung animierte, um den HSV-Anhängern Paroli zu bieten.
SC Freiburg - Bayer Leverkusen 3:3 (2:2)
Vizemeister Bayer Leverkusen hat vor den kommenden Kracher-Tagen noch jede Menge Arbeit vor sich. Die Werkself kam am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht über ein 3:3 (2:2) beim SC Freiburg hinaus und kassierte durch das Remis in einer wilden Partie einen Rückschlag im Rennen um einen Platz in der Champions League. Nun geht es für Bayer im Achtelfinale der Königsklasse zweimal gegen den FC Arsenal, dazwischen steht das Liga-Duell mit Bayern München auf dem Programm.
Christian Kofane (37.), Alejandro Grimaldo (45.+3) und Martin Terrier (52.) erzielten die Treffer für die Leverkusener, die zunächst am Mittwoch zu Hause den Spitzenreiter der englischen Premier League empfangen. Vincenzo Grifo (34.) mit einem Rekordtor, Yuito Suzuki (43.) und Matthias Ginter (86.) trafen für den SC. Die Freiburger, die am Donnerstag in der Europa League in Belgien bei KRC Genk antreten müssen, sind mittlerweile seit 16 Pflichtspielen in Folge zu Hause ungeschlagen.
1. FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 2:2 (1:0)
DFB-Pokalsieger VfB Stuttgart hat im Rennen um die Champions League wichtige Punkte liegen lassen. Die Schwaben spielten beim Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 2:2 (0:1) und sammelten bei der Generalprobe für das Europa-League-Achtelfinale kommenden Donnerstag nur wenig Selbstvertrauen. Immerhin Platz vier verteidigte Stuttgart durch das Remis. Für die Mainzer hatte der nächste Punkt im Tabellenkeller vor ihrem K.-o.-Spiel in der Conference League hingegen einen hohen Wert.
Jae-sung Lee (39.) sorgte mit seinem Kopfballtor in einem munteren Spiel für die Führung der Mannschaft von Trainer Urs Fischer. Ermedin Demirovic (76.) und Deniz Undav (77.) drehten die Partie innerhalb von 60 Sekunden, doch Danny da Costa (90.+1) ließ Mainz spät jubeln. Am Donnerstag wartet mit dem Heimspiel gegen den FC Porto ein harter Brocken im Europacup auf den VfB. Mainz, mit 24 Punkten noch immer nah an der Abstiegszone dran, tankte vor dem Hinspiel im Conference-League-Achtelfinale beim tschechischen Klub Sigma Olmütz in fünf Tagen Selbstvertrauen.
RB Leipzig - FC Augsburg 2:1 (0:1)
RB Leipzig bleibt im Rennen um die Champions-League-Plätze mit Mühe auf Kurs. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner bezwang den FC Augsburg nach Rückstand 2:1 (0:1) und mischt weiter oben mit. Vor heimischer Kulisse verschafften sich die Sachsen somit eine gute Ausgangslage für die anstehenden Duelle mit den direkten Konkurrenten im Kampf um die Königsklasse.
Yan Diomande (76.) und ein Eigentor von Arthur Chaves (90.+2) drehten die Partie für die Leipziger, die nun 47 Punkte auf dem Konto haben. RB tat sich allerdings über weite Strecken gegen den kompakt verteidigenden FCA schwer und muss sich auf dem angestrebten Weg zurück in die Champions League in den kommenden Partien beim VfB Stuttgart und gegen die TSG Hoffenheim steigern. Augsburg hingegen kassierte nach drei Siegen in Folge trotz des Treffers von Robin Fellhauer (39.) wieder einen Rückschlag, hält sich aber mit 31 Zählern im Tabellenmittelfeld.
1. FC Heidenheim - TSG Hoffenheim 2:4 (0:2)
Die TSG Hoffenheim hat ihr kleines Formtief vorerst überwunden und sich im Kampf um die Champions League zurückgemeldet. Ohne den erkrankten Cheftrainer Christian Ilzer gewann die TSG nach nur einem Sieg aus den vergangenen vier Spielen mit 4:2 (2:0) beim abgeschlagenen Tabellenletzten 1. FC Heidenheim und festigte ihren Platz unter den ersten vier der Tabelle.
Alexander Prass (26., 45.+1) brachte die von Co-Trainer Moritz Volz betreuten Hoffenheimer, die mit 49 Punkten weiter den dritten Tabellenplatz belegen, mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack auf die Siegerstraße. Fisnik Asllani (49.) und Tim Lemperle (78.) machten in der zweiten Halbzeit alles klar. Der FCH, für den Luca Kerber (63., 84.) ebenfalls doppelt traf, blieb derweil auch im zwölften Liga-Spiel in Folge ohne Sieg und taumelt weiter ungebremst in Richtung zweite Liga.
Für Volz, einst unter anderem Profi beim FC Fulham und 1860 München, war die neue Rolle als Chef an der Seitenlinie "ungewohnt", wie er vor der Partie bei Sky zugab. Wieso die Wahl als Ilzer-Vertreter dann auf ihn gefallen sei? "Ich habe die Rolle bekommen, weil alle einstimmig entschieden haben, dass ich das schönste Gesicht fürs Fernsehen habe", scherzte der 43-Jährige.