Fußball-WM 2018

Beschwerliche Wege zum WM-Titel Eine Niederlage gehört (fast immer) dazu

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Noch ist nicht alles verloren!

(Foto: imago/CrowdSpark)

Deutschland, Brasilien, Argentinien, Spanien und Frankreich gehören zu den großen Favoriten der Fußball-WM in Russland. Doch im ersten Spiel sind nur die Franzosen siegreich. Ihre Titelhoffnungen muss deswegen aber keine Mannschaft begraben.

Beginnt eine Fußball-Weltmeisterschaft, ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft üblicherweise voll auf der Höhe. Vor vier Jahren eröffnete sie ihre Titeljagd in Brasilien mit einem 4:0-Sieg gegen Portugal. In Südafrika bei der WM 2010 setzte sie sich zum Auftakt 4:0 gegen Australien durch. Bei der Heim-WM 2006 wehrte sie aufmüpfige Costa Ricaner 4:2 ab. In Japan ließ sie Anfang des neuen Jahrtausends einer hoffnungslos überforderten saudi-arabischen Mannschaft beim eindrucksvollen 8:0 keinerlei Chance.

Nun also die verdiente 0:1-Niederlage gegen Mexiko zum Auftakt der WM in Russland. Seine Titelhoffnungen muss deswegen aber noch niemand begraben. Ein Blick auf vergangene Weltmeisterschaften zeigt, dass ein Warnschuss zur rechten Zeit eher die Regel denn die Ausnahme ist.

Als bestes Beispiel reicht ein Blick zur WM in Südafrika 2010. Vor acht Jahren leitete Spanien seinen Titelgewinn - als amtierender Europameister wohlgemerkt - mit einer überraschenden 0:1-Niederlage gegen die Schweiz ein. Im zweiten Gruppenspiel mühten sich die Spanier zu einem 2:0-Sieg gegen Underdog Honduras. Im letzten Gruppenspiel verlangte eine furiose chilenische Mannschaft den Spaniern alles ab, die am Ende knapp 2:1 gewannen. Auch im weiteren Turnierverlauf tat sich die spanische Mannschaft schwer, doch am Ende reichten vier 1:0-Siege in der K.-o.-Runde gegen Portugal, Paraguay, Deutschland und die Niederlande zum ersten WM-Titel.

Bei der WM in Deutschland bekleckerte sich auch die italienische Mannschaft nicht unbedingt mit Ruhm. Sie eröffnete das Turnier mit einem 2:0-Sieg gegen Ghana. Schon im zweiten Gruppenspiel musste sie beim 1:1 gegen die USA aber Punkte lassen. Nach einem weiteren Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien folgte der italienische Höllenritt: Im Achtelfinale gegen Australien setzte sich die Squadra Azzura nur dank eines umstrittenen Elfmeters in der fünften Minute der Nachspielzeit durch. Es folgten ein souveräner Sieg gegen die Ukraine im Viertelfinale, ein Erfolg nach Verlängerung gegen die deutsche Mannschaft in der Vorschlussrunde und ein Sieg nach Elfmeterschießen im Finale gegen Frankreich.

Souveräne Brasilianer

Natürlich geht es auch deutlich souveräner, wie die brasilianische Nationalmannschaft bei ihrem fünften Titelgewinn 2002 in Japan und Südkorea bewiesen hat. Angeführt von Superstars wie Ronaldo, Ronaldinho, Kaka, Rivaldo und Roberto Carlos gewann die Selecao alle sieben Spiele, schoss 18 Tore und kassierte nur 4. Ähnlich überzeugend agierte 1998 die französische Nationalmannschaft beim Titelgewinn im eigenen Land: Frankreich gewann sechs von sieben Spielen in der regulären Spielzeit. Den siebten Sieg gab es im Viertelfinale gegen Italien im Elfmeterschießen. 15 französischen Treffern standen lediglich 2 Gegentreffer gegenüber.

Deutlich beschwerlicher war der Weg der deutschen Mannschaft zu ihrem Titel vor vier Jahren. Sicherlich, in der Erinnerung hat sich vor allem das historische 7:1 gegen Gastgeber Brasilien festgesetzt. In der Vorrunde mühte sich die DFB-Elf nach dem beeindruckenden Auftakterfolg gegen Portugal aber auch zu einem 2:2-Unentschieden gegen Ghana. Im letzten Gruppenspiel setzte sich Deutschland nur knapp 1:0 gegen die USA durch.

Die schwächste Leistung des Turniers sollte aber noch folgen: Im Achtelfinale gegen Algerien stand die deutsche Mannschaft kurz vor dem Aus. Ein furios aufspielender Manuel Neuer und zwei Tore in der Verlängerung waren nötig, um ins Viertelfinale einzuziehen. Erst danach gewann die Mannschaft wieder an Fahrt und sicherte sich letztendlich dank eines wunderschönen Treffers von Mario Götze ihren vierten Stern.

Der Weg zum Weltmeistertitel ist lang und beschwerlich, das zeigen rückblickend fast alle Turniere. Souveräne Erfolge wie die von Frankreich 1998 und Brasilien 2002 sind die Ausnahme. Stattdessen schockieren auch spätere Weltmeister ihre Fans bisweilen mit erschreckenden Leistungen. Aber diese ruft die Mannschaft besser im ersten Spiel ab, nicht im letzten.

Quelle: n-tv.de

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