Technik
Freitag, 19. März 2010

Vorsicht, fingierte E-Mails!: Facebook-Nutzer in Gefahr

Hacker spionieren die E-Mail-Adressen von Facebook-Mitgliedern aus und verschicken fingierte Nachrichten mit verseuchten Anhängen. Wie viele der rund 400 Millionen Konten betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Facebook hält sich bedeckt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wie der Anti-Viren-Hersteller McAfee berichtete, verschickten die Kriminellen E-Mails mit verseuchten Anhängen. Dabei werde den Netzwerk-Mitgliedern mitgeteilt, dass ihr Facebook-Passwort zurückgesetzt worden sei und sie auf den Anhang der E-Mail klicken müssten, um neue Anmelde-Daten zu erhalten. Wird der Anhang tatsächlich geöffnet, installieren sich mehrere schädliche Programme, die Passwörter und andere sensible Daten ausspionieren können.

Angebliche Warnung

Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Facebook-Nutzer. Während dies bislang über den internen Nachrichtendienst der Plattform geschah, spionierten Hacker nun erstmals die privaten E-Mail-Adressen der Nutzer aus, um Spam-Mails zu verbreiten. Ein Sprecher von Facebook nahm nicht zu dem konkreten Fall Stellung. Er verwies jedoch auf eine Mitteilung, die das Unternehmen auf den Internet-Seiten der Benutzer veröffentlichte. Damit habe Facebook seine Mitglieder vor den E-Mails gewarnt und aufgefordert, sie zu löschen. Stichproben von n-tv.de haben allerdings ergeben, dass deutsche Nutzer entweder gar nicht informiert wurden oder so beiläufig, dass es ihnen nicht auffiel.

Großes Gefährdungspotenzial

Nach Schätzungen von McAfee könnten die Hacker Millionen Computer verseuchen. "Mit Facebook als Köder kann man bis zu 400 Millionen Menschen erreichen, die den Anhang anklicken. Wenn man nur zehn Prozent erwischt, dann sind das 40 Millionen", sagte McAfee-Direktor Dave Marcus. Die Zahl der Facebook-Nutzer weltweit entspricht das Fünffache der deutschen Bevölkerung.

Die Auswirkungen in der Bundesrepublik sind Experten zufolge nur schwer einzuschätzen. Die Leute seien grundsätzlich sensibilisiert, sagte Heise-Redakteur Jo Bager. Das Perfide an der Vorgehensweise der Hacker sei jedoch, dass die Menschen E-Mails von vermeintlich vertrauenswürdigen Absendern erhielten und dann schneller auf unbekannte Anhänge klickten.

Quelle: n-tv.de

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