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Milliardenmarkt lokale Schnäppchen Google klont Groupon

Macht auch in vielen deutschen Städten bereits Schnäppchen-Angebote: Groupon

Macht auch in vielen deutschen Städten bereits Schnäppchen-Angebote: Groupon

Nachdem eine offenbar bereits weit gediehene Übernahme des US-Unternehmens Groupon gescheitert war, schickt Google nun ein eigenes Produkt ins Rennen um den Milliarden-Markt lokaler Schnäppchenangebote: "Google Offers".

Groupon ist eine Webseite, auf der täglich Schnäppchen im lokalen Umfeld der jeweiligen Nutzer angeboten werden. Die Firma gilt derzeit als die am schnellsten wachsende der Welt. Sie hat bisher rund eine Milliarde Dollar Risikokapital eingesammelt und beschäftigt weltweit eigenen Angaben zufolge etwa 4000 Mitarbeiter - Tendenz steigend.

Im November wollte Google Groupon kaufen - Insider sprachen von einem 6-Milliarden-Dollar-Angebot. Doch Groupon schlug aus und will lieber im Frühjahr an der Börse 15 Milliarden Dollar einsammeln. Dabei könnte aber ein anderes "Angebot" aus der Schmiede des Suchmaschinen-Riesen in die Quere kommen: Google Offers.

Neue Kunden durch virale Rabattangebote

Das Prinzip dabei ist einfach: Werbetreibende sollen mit täglichen wechselnden, regionalen Rabattangeboten neue Kunden gewinnen. Dabei nutzen solche Plattformen zwei Umstände: dass immer mehr Menschen im Netz (oder per Smartphone) ihren aktuellen Standort bekannt geben. Und dass sie sich zunehmend via Facebook, Twitter und Co. vernetzen - und über diese Netzwerke auch Sonderangebote und vermeintliche Schnäppchen verbreiten.

"Groupon-Deals" beinhalten nicht selten Rabatte von über 50 Prozent - für Waren oder Dienstleistungen lokaler Anbieter. Der Nachlass wird allerdings erst dann gewährt, wenn eine bestimmte Anzahl von Kunden das Angebot annimmt. Eine ähnliche Strategie verfolgte übrigens, zu Zeiten der ersten Internet-Blase, die Seite "letsbuyit.com" - seinerzeit allerdings recht erfolglos.

Nach Angaben des renommierten Fachblogs Mashable steht Google nun kurz davor, mit "Offers" ein eigenes Angebot für tägliche Schnäppchen an den Start zu bringen. Google habe dies auch bereits indirekt bestätigt. Mashable hat auch ein offenbar vertrauliches Papier veröffentlicht, das "direkt aus der Google-Zentrale" stammen soll. Darin heißt es etwa, dass zum Bezahlen auf Offers Googles System "Checkaout" eingesetzt werden soll.

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Google-Mitgründer Larry Page (links) nimmt wieder im Chefsessel Platz. Eric Schmidt (rechts) geht in den Verwaltungsrat.

(Foto: dpa)

Beobachter räumen Google zwar - nicht zuletzt wegen seiner ausgewiesenen Kompetenz in Sachen Online-Werbung - sehr gute Chancen ein, sich aus dem Stand einen gehörigen Anteil des schnell wachsenden Marktsegments "Daily Deals" zu sichern.

Andererseits ist es dem Suchmaschinen-Anbieter bislang nicht gelungen, auf dem Gebiet der sozialen Netzwerke einen durchschlagenden Erfolg zu verbuchen. Dienste wie Google Buzz oder Orkut dümpeln im Vergleich zu Facebook oder Twitter eher vor sich hin - jedenfalls im größten Teil der Welt. Und auch der neue CEO und Google Gründer Larry Page ist nicht gerade dafür bekannt, sich in den so genannten "sozialen Medien" besonders geschickt zu präsentieren. Es dürfte also ein spannendes Rennen werden.

 

 

Quelle: n-tv.de, tle

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