Technik

Offener Brief vom Apple-Chef Jobs hält Flash-Grabrede

Apple-Chef Steve Jobs erklärt in einem offenen Brief, warum er Adobes Flash für eine zum Untergang verurteilte Technologie hält. Sie sei überflüssig, unsicher, ressourcenfressend und alles andere als ein offenes System.

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Steve Jobs hat in den meisten Punkten vermutlich nicht unrecht. Die Frage ist, ob die IT-Welt seinem Tempo folgen kann.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

In der Vergangenheit hat Steve Jobs schon oft gegen Flash gewettert. Meistens waren es aber nur wenige Sätze oder Thesen, die er in Interviews geäußert hat. Jetzt hat der Apple-Chef in einem offenen Brief klipp und klar seine Gründe formuliert, warum Adobes Technologie seiner Meinung nach dem Untergang geweiht sei.

Insgesamt führt Jobs sieben Gründe gegen Flash ins Feld:

  • Flash sei kein offener Standard, schreibt er. Flash-Produkte würden von Adobe kontrolliert und seien nur bei Adobe zu bekommen. "Nach fast jeder Definition ist Flash ein geschlossenes System." Web-Standards sollten aber offen sein. Deshalb setze Apple auf HTML5, CSS und JavaScript.

  • Dass das iPhone OS selbst proprietär ist, sei notwendig. Man wisse "aus eigener schmerzlicher Erfahrung", was passiert, wenn eine weitere Software-Ebene zwischen Plattform und Entwicklern stehe. Die Apps seien schlechter und die Entwicklung der Plattform werde verzögert. Adobe sei ein Paradebeispiel dafür, schreibt Jobs. MAC OS X sei bereits seit fast zehn Jahren auf dem Markt. Adobe unterstütze das Betriebssystem aber erst jetzt mit der Auslieferung der neuen Creative Suite 5 vollständig.

  • Laut Jobs ist Flash schon heute nicht mehr nötig, um Videos auf Webseiten einzubinden. "Fast alle" Videos lägen bereits im modernen Codec H.264 vor, den mit HTML5 programmierte Seiten ohne Flash Player abspielen könnten. "iPhone-, iPod- und iPhone-Nutzer müssen nicht auf viele Videos verzichten."

  • Jobs sieht in Flash auch ein Sicherheitsrisiko. Laut Symantec habe Flash im vergangenen Jahr eine der schlimmsten Sicherheitsbilanzen vorzuweisen. "Aus erster Hand wissen wir auch, dass Flash der häufigste Grund für Mac-Abstürze ist."

  • "Flash funktioniert auf mobilen Geräten nicht gut", schreibt der Apple-Chef. Man habe Adobe immer wieder gebeten, ihnen eine Flash-Version zu zeigen, die auf irgendeinem mobilen Gerät zufriedenstellend läuft. "Wir haben nie eine gesehen."

  • Laut Steve Jobs halbiert Flash die Lebensdauer von Akkus. Auf einem iPhone liefen H.264-Videos beispielsweise bis zu zehn Stunden, schreibt er. Flash-Videos würden den Akku dagegen in rund fünf Stunden leersaugen.

  • "Flash wurde für mausgesteuerte PCs geschrieben und nicht für Apples Touchscreens", schreibt Jobs. Entwickler, die Seiten für die Fingersteuerung entwickelten, sollten besser gleich moderne Techniken wie HTML5, CSS und Javascript einsetzen.

Quelle: n-tv.de, kwe

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