Technik
Mittwoch, 28. September 2011

Fire frei aufs iPad: Muss Apple Amazon fürchten?

Bisher ist die Dominanz von Apples iPad bei Tablet-Computern ungebrochen. Entweder sind die anderen Geräte zu schlecht oder Apple bremst die Konkurrenz juristisch aus. Jetzt weist alles darauf hin, dass Amazon mit einem eigenen Tablet antritt. Könnte der Online-Händler mit seinem breiten Inhalte-Angebot punkten, wo andere scheiterten?

Amazons "Kindle" ist in Europa nur mäßig erfolgreich.
Amazons "Kindle" ist in Europa nur mäßig erfolgreich.

Apples erfolgreiches iPad dürfte demnächst einen neuen Konkurrenten von Amazon bekommen. Der weltgrößte Online-Einzelhändler wird laut US-Medienberichten heute einen eigenen Tablet-Computer vorstellen. Dem Vernehmen nach soll es "Kindle Fire" heißen und mit einer Bildschirmdiagonalen von 7 Zoll (17,8 Zentimeter) zwar kleiner als das iPad, aber mit einem US-Preis von 250 Dollar nur etwa halb so teuer wie das günstigste iPad verkauft, schreibt das Blog "TechCrunch". Auf dem Fire soll zwar Googles Betriebssystem Android laufen. Allerdings soll Amazon die Oberfläche "extrem" angepasst haben.

Apple beherrscht Tablet-Markt

Das iPad ist rund eineinhalb Jahre nach dem Marktstart nach wie vor das Maß aller Dinge im Tablet-Geschäft. In den vergangenen Monaten kamen zwar viele konkurrierenden Geräte heraus, doch Apple hält nach Einschätzung von Experten immer noch rund drei Viertel des Marktes.

Mit dem TouchPad von Hewlett-Packard wurde zuletzt ein iPad-Herausforderer nach nur wenigen Wochen auf dem Markt aus dem Verkehr gezogen. Auch das Playbook des Blackberry-Anbieters Research In Motion verkauft sich laut Medienberichten schlecht. Etwas besser läuft es für die vielen Android-Tablets, allerdings wurde keines davon auch nur annähernd zu einem Verkaufshit wie das iPad. Zudem schießt Apple mit Patentklagen und Ideenklau-Vorwürfen vor allem gegen Samsung quer.

Amazon Store gut gefüllt

Amazon hat aber etwas, was andere Konkurrenten nicht haben - eine ähnlich starke Inhalte-Plattform wie Apples iTunes Store. Der Online-Händler hat in den vergangenen Jahren seine Palette an online verfügbaren Inhalten Schritt um Schritt ausgebaut. Allerdings blieben einige Angebote wie der Dienst zum Speichern von Musik in der Internet-Cloud, die Film-Downloads oder die Plattform für Android-Apps bisher US-Kunden vorbehalten. Oft verzögern komplexe Verhandlungen mit Rechteinhabern einen internationalen Start, so kam zum Beispiel auch Amazons Kindle deutlich später nach Europa.

Zuletzt habe Amazon große Magazin-Verlage wie Condé Nast und Hearst als Partner gewonnen, berichtete das Blog "All Things Digital". Außerdem kann der Online-Händler künftig Filme und TV-Sendungen der US-Senderkette Fox online zeigen.

Amazon hat bereits eine starke Stellung bei Lesegeräten für digitale Bücher. Die bisherigen Kindle-E-Reader hatten aber einen Schwarz-Weiß-Bildschirm. Amazon betont stets, dass es eine starke Nachfrage nach dem Kindle gebe, nannte aber nie Absatzzahlen. Der Konzern hält sich auch dazu bedeckt, was genau heute in New York vorgestellt werden soll.

"iPad-Killer" erst 2012

Den Berichten zufolge ist das Amazon-Tablet technisch mit dem Blackberry-PlayBook verwandt - weil es ebenfalls vom Auftragsfertiger Quanta mitentwickelt worden sei, berichtet das Blog "gdgt". Amazon soll aber bereits an der nächsten Tablet-Generation arbeiten, die Anfang kommenden Jahres auf den Markt kommen soll. Der Autor vermutet, dass das Gerät, das Amazon heute vorstellt, nur eine Zwischenlösung für den Weihnachtshandel darstellt und erst das kommende Tablet Amazons Vorstellungen entspricht. Er rät potenziellen Käufern des Fire, noch abzuwarten.

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Quelle: n-tv.de