Technik

Von Potsdamer Studenten entwickelt Programm deckt Korruption auf

Volksvertreter vertreten nicht immer das Volk. Manchmal setzen sie sich auch für Unternehmen oder Organisationen ein, die ganz eigene Interessen verfolgen. Studenten der Universität Potsdam können jetzt mit einem neuen Verfahren im Internet solche verdächtigen Verbindungen aufdecken.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Studenten der Universität Potsdam haben ein Analyseverfahren entwickelt, um mit frei verfügbaren Daten im Internet Verbindungen zwischen Politikern und Unternehmen aufzuspüren. Das Team von sieben Informatikern programmierte dafür eine Web-Anwendung mit der Bezeichnung GovWild.

Das Projekt ist eine von 13 Abschlussarbeiten, die Studenten der Informatik im Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam vorstellten. Ein solches System zur Verknüpfung von Milliarden öffentlicher Daten habe es in diesem Bereich noch nie gegeben, sagt Projektsprecherin Claudia Lehmann.

Die Integration von Informationen aus unterschiedlichen Quellen mache es möglich, "ganz neue, vorher unbekannte Details sichtbar" zu machen. Das von IBM unterstützte Projekt versteht sich als Teil der Initiativen mit dem Schlagwort "Open Government Data", die öffentliche Daten von Behörden frei verfügbar machen wollen.

Jeder kann seine eigenen Schlüsse ziehen

"Wir schaffen die Grundlage, um Daten transparenter zu gestalten und interessante Beziehungen zu entdecken", sagt Lehmann. "Die tatsächliche Entdeckung solcher Beziehungen ist gerne jedem selbst überlassen." Ab 10. Juli kann man mit der Webanwendung unter der Adresse govwild.org nach Politikern, Parteien und Unternehmen suchen - für Europa und die USA.

Zu den weiteren präsentierten Bachelor-Arbeiten von insgesamt rund 80 Studenten und Studentinnen gehören ein interaktiver Fußboden mit einem Fuß-Touchscreen, eine Software-Lösung für Klinikpatienten in Entwicklungsländern und ein System zur Analyse komplexer Software. Die in Gruppen von vier bis acht Teilnehmern in zwei Semestern umgesetzten Arbeiten wurden von Unternehmen und Institutionen in ganz Deutschland vergeben. Das "Bachelor-Podium" des HPI mit der Präsentation der Abschlussarbeiten gibt es seit 2005.

Quelle: ntv.de, dpa