Technik

"Odysee im Weltraum" verboten Samsung zu spät zurück in der Zukunft

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Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" war 1968 wegweisend - auch beim Design zukünftiger Geräte?

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Samsungs Anwälte stellen sich im wichtigen Patent-Prozess gegen Apple in Kalifornien nicht gerade geschickt an. Das Gericht weist schon zum zweiten Mal Beweismittel ab, weil sie zu spät eingereicht werden. Wobei es schon recht skurril ist, womit Samsung Apples Kopier-Vorwürfe kontern will.

Samsung wird in dem kalifornischen Patentprozess gegen Apple keine Hilfe vom Filmklassiker "2001 - Odyssee im Weltraum" bekommen. Das südkoreanische Unternehmen wollte auf eine Szene verweisen, in der die Raumfahrer während des Essens Tablet-Computern ähnliche Geräte nutzen. Damit wollte Samsung die These belegen, dass Apple mit dem Design seines iPad nichts Neues erfunden habe und daher sein Aussehen auch nicht schützen könne.

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Das Tablet von Knight-Ridder in einem Video aus dem Jahr 1994.

(Foto: Screenshot/Youtube)

Das Gericht wies das Beweismittel jedoch ab, weil Samsung es nicht rechtzeitig eingebracht habe. Apples Anwälte hätten sich nicht mehr darauf einstellen können, so Richterin Lucy Koh. Sie lehnte einen Protest Samsungs gegen diese Entscheidung endgültig ab. Ebenso verweigerte die Richterin Samsung die Erlaubnis, Szenen aus der Science-Fiction-TV-Serie "The Tomorrow People" zu zeigen.

Dagegen darf Samsung sein Argument mit einem Tablet-Prototypen des Medienkonzerns Knight-Ridder aus dem Jahr 1994 und einem Toshiba-Computer untermauern. Die beiden Geräte führte Samsung bereits in Verfahren in Europa ins Feld. In Deutschland machten sie wenig Eindruck auf das Düsseldorfer Landgericht, in den Niederlanden verhinderten sie einen Verkaufsstopp für ein Samsung-Tablet.

Samsung hatte auch Fotos von frühen Prototypen zu spät eingereicht, die das Gericht daher nicht zuließ. Samsungs erboste Anwälte schickten sie daraufhin zusammen mit einer Stellungnahme an US-Medien. Richterin Lucy Koh forderte von der Samsung-Seite deshalb eine Erklärung. Apple beantragte sogar, das Gericht solle zur Strafe die Verletzung seines iPhone-Designpatents feststellen.

Der Prozess in San Francisco, der eine Vorentscheidung in dem seit mehr als einem Jahr laufenden Patentkrieg der beiden Unternehmen bringen könnte, wird vermutlich nicht so schnell zu Ende gehen. Als nächster Zeuge soll Apple-Marketingchef Phil Schiller vor den neun Geschworenen aussagen.

Apple und Samsung werfen sich gegenseitig Ideenklau bei ihren Smartphones und Tablet-Computern vor. Apple hatte den Streit losgetreten und fordert in dem Prozess über 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz.

Quelle: ntv.de, kwe/dpa

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