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Wettbewerbshüter genehmigen Allianz Segen für Microsoft und Yahoo

Wettbewerbshüter in Europa und den USA geben für die Allianz des Windows-Riesen Microsoft und des Internet-Konzerns Yahoo grünes Licht. Muss Google jetzt zittern?

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So etwas gefällt Microsoft-Chef Steve Ballmer.

(Foto: rts/Montage: kwe)

 

Anzeigenkunden erhoffen sich von der Partnerschaft dennoch mehr Wettbewerb. "Werbekunden wünschen sich eine starke Alternative zu Google", sagteKevin Lee, Chef des Internet-Marketingspezialisten Didit.com, dem "Wall Street Journal". Yahoo habe zuletzt mit weiter schrumpfendem Marktanteil für den Werbemarkt an Attraktivität verloren. Die neue gemeinsame Plattform sei für Kunden deutlich interessanter. "Jetzt können sie durchstarten", sagt Colin Gillis, Börsenmakler bei der New Yorker Firma BGC Financial der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Dass beide Wettbewerbsbehörden den Deal durchwinken, sei keineswegs so sicher gewesen.

Schritt-für-Schritt-Umstellung

Die Umstellung auf das gemeinsame System von Microsoft soll bereits in den nächsten Tagen starten und voraussichtlich bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Yahoo wird statt eigener Suchtechnologie künftig Microsofts Suchmaschine Bing nutzen. Der Nutzer dürfte von den Änderungen allerdings vorerst kaum etwas mitbekommen. Die Algorithmen werden erst Schritt für Schritt auf die neue Suche umgestellt. Außerdem will Yahoo weiter wie gewohnt für Nachrichtenlieferung, zusätzliche Informationen sowie die optimierte Darstellung der Suchtreffer verantwortlich bleibt. Von den gemeinsamen Werbeeinnahmen bleiben zunächst 88 Prozent bei Yahoo. Die Vereinbarung läuft zehn Jahre.

Der Software-Konzern und der Portalbetreiber hatten sich im Juli 2009 auf eine Kooperation im Bereich der Online-Suche geeinigt. Die Kartellwächter der EU urteilten: "In der Sparte Internetsuche und Suchmaschinenwerbung wird der Zusammenschluss den Wettbewerb beleben, weil Microsoft dadurch gegenüber dem Marktführer Google an Gewicht gewinnt."

Google kann (vorerst) locker bleiben

In der EU liegt der Marktanteil der beiden Partner laut der Kommission bei nicht einmal zehn Prozent, fast 90 Prozent suchen mit Google. In den USA sind die beiden Unternehmen etwas stärker. Nach letzten Erhebungen hatte Microsoft dort fast die Zehn-Prozent-Marke erreicht, allerdings deutlich auf Kosten von Yahoo. Mit der größeren Verbreitung von Bing steigt Microsoft nun zur Nummer zwei bei der Internet-Suche auf. Ursprünglich hatte Microsoft Yahoo ganz übernehmen wollen, war aber am Widerstand des damaligen Managements gescheitert.

Quelle: n-tv.de, dpa/kwe

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