Technik

Games Week in Berlin Spiele-Branche blickt in die Zukunft

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Bei Ingress wird die wirkliche Welt zum Spielfeld.

(Foto: picture alliance / dpa)

Quizduell, Farmville oder Fifa 14 - Computerspiele auf dem Smartphone, im Browser oder auf dem Rechner zu Hause sind der Renner. In Berlin startet jetzt die "Games Week" zum Thema. Auf der Entwicklerkonferenz wird eine ganz neue Art des Spielens gezeigt.

Der Boom bei Tablets und Smartphones bringt frischen Wind ins Geschäft mit Computer- und Videospielen. Knapp 21 Millionen Menschen spielen einer Studie zufolge in Deutschland inzwischen auf dem Smartphone oder Tablet, wie der Branchenverband BIU mitteilte. Seit Dienstag trifft sich die Branche zur International Games Week in Berlin. Bis zum 13. April dreht sich hier alles um die digitale Unterhaltung.

Dank mobiler Games wachse die Zahl der Nutzer hierzulande weiter kräftig, sagte BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk. Die Branche hofft, dass viele dadurch auch andere Games auf Computer oder Konsole für sich entdecken. "Von diesem Nutzerzuwachs kann die gesamte deutsche Branche profitieren", sagte Schenk. Im vergangenen Jahr machte die Branche in Deutschland einen Umsatz von rund 1,82 Milliarden Euro.

In diesem Jahr habe die Konferenz 25 Prozent mehr Teilnehmer angezogen, sagte Stephan Reichart, der für das Entwicklerforum Quo Vadis verantwortlich ist. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 6000 Besuchern, davon 2500 Fachbesucher. Und internationaler soll die Konferenz werden. Seit zwei Jahren wird die nach Angaben Reicharts älteste Entwicklerkonferenz in englischer Sprache abgehalten.

Googles neuartiges Spiel "Ingress"

Auch Google will in dem boomenden Markt mitspielen und setzt auf einen neuen Trend. Das Smartphone-Spiel Ingress sei eine ganz neue Form des Spielens, betonte Google-Managerin Anne Beuttenmüller. Bei dem Game verschmelzen die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt. Ins reale Umfeld werden über das Smartphone virtuelle Dinge integriert. Die Nutzer müssen sie beeinflussen und können in zwei Gruppen weltweit gegeneinander antreten.

Bei "Ingress" ringen zwei Streitmächte um die Vorherrschaft: die "Erleuchteten" und der "Widerstand". Die Kämpfer müssen Portale erobern, die überall in der realen Welt verstreut sind, zum Beispiel auf der Zugspitze oder am Schönen Brunnen in Nürnberg. Dafür müssen die Spieler in der Nähe der Portale sein. Den Krieg im Wohnzimmersessel ausfechten funktioniert bei "Ingress" nicht.

Medienwissenschaftler Johannes Breuer von der Universität Münster glaubt, dass gerade diese Verbindung mit Orten, die die Spieler kennen, das Spiel attraktiv macht: "Das ist ein bisschen wie beim Tatort: Den schaut man auch am liebsten, wenn er in der eigenen Stadt spielt." Das bestätigt Spieler Martin Zehetmayer: "Man lernt seine Stadt besser kennen. Die Portale stehen oft in irgendwelchen Hinterhöfen, in die ich sonst nie reingegangen wäre."

Standortbezogene Werbung möglich

Doch was verspricht sich ein Unternehmen wie Google von einem solchen Spiel? "Ingress" ist eng mit dem sozialen Netzwerk Google+ verbunden. Und es läuft nur auf dem hauseigenen Betriebssystem Android. Außerdem liefert das Spiel umfangreiche Nutzerdaten - etwa die aktuelle GPS-Position des Spielers. Das Unternehmen könnte damit beispielsweise irgendwann standortbezogene Werbung im Spiel anbieten. Google macht zwar keine konkreten Angaben zu Nutzerzahlen einzelner Apps, aber in den vergangenen 30 Tagen sei "Ingress" mindestens 500.000 Mal heruntergeladen worden, sagte ein Sprecher.

Die Games Week geht noch bis zum 13. April. Auf der der Entwicklerkonferenz Quo Vadis geht es um Technik, Werkzeuge und Strategien. Unter anderem wird Chefentwickler Frank Savage von Microsofts Xbox One dabei sein. Aktuelle Cloud-Technologien stellen Mitarbeiter von Google vor. Flankiert wird die Games Week auch vom Gamesfest am Computerspielemuseum und dem Festibal A MAZE für Spiele von unabhängigen Entwicklern.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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