Technik

Elf Werkzeuge im Test Was heilt ein befallenes Windows am besten?

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Schutz-Software oder Spezial-Tools müssen Malware zuverlässig finden und sauber entfernen können.

(Foto: AV-Test)

Wenn der PC nach einem Angriff von Malware befallen ist, muss das System von den Schädlingen befreit werden. Im Test von elf Standard- und Spezial-Tools zeigt sich, dass das im Normalfall kein Hexenwerk ist und auch kostenlose Software hinbekommt.

Wenn der Angriff raffiniert genug ist, kann es selbst versierteren Nutzern mal passieren, dass der PC von einem Computervirus oder anderer schädlicher Software befallen wird. Manchmal merkt man das sofort, weil der Bösewicht richtig Krawall macht. Meistens hat man aber nur einen Verdacht, weil sich der Rechner seltsam verhält, beispielsweise immer langsamer wird, Prozesse im Hintergrund ablaufen oder anscheinend selbstständig E-Mails verschickt werden. In solchen Fällen muss man als Erstes die Internet-Verbindung kappen. Danach gilt es, die Schädlinge wieder loszuwerden. Dazu kann man Antivirus-Software oder Spezial-Werkzeuge verwenden. AV-Test hat sieben Schutz-Programme und vier Experten für Windows-Rechner getestet.

Defender gut, Kaspersky besser

Jeder Testkandidat musste beweisen, dass er Schad-Software erkennen, entfernen und im Anschluss das System reparieren kann. Dabei zeigte sich, dass die Anschaffung von speziellen Rettungs-Tools nicht nötig ist, wenn auf dem Rechner bereits eine Schutz-Software aktiv ist. Selbst das in Windows 10 enthaltene Bordmittel Defender erkannte zuverlässig alle Schädlinge und entfernte alle aktiven Komponenten der Malware. In 16 von insgesamt 54 Testfällen ließ das Microsoft-Werkzeug beim Reinigen ungefährliche Dateireste zurück, was aber kein Problem für die Computersicherheit darstellt.

Noch besser bewältigte Kaspersky Internet Security die Aufgaben. Das Schutzpaket hinterließ nur drei Mal ungefährliche Dateireste und sicherte sich so den Gesamtsieg. Platz 2 erreichte NortonLifeLock Norton Security mit fünf Rückständen, der Drittplatzierte Bitdefender Internet Security hinterließ acht harmlose Dateireste. Alle anderen Testkandidaten schnitten mit 11 bis 15 Putz-Rückständen nur unwesentlich besser als der Windows Defender ab.

Microsoft hat noch mehr in petto

Ob es sich überhaupt lohnt, zusätzlich zu Microsofts Bordmittel Schutz-Software von Drittanbietern zu installieren, muss jeder Nutzer selbst entscheiden. Immerhin schneidet der Defender auch beim Echtzeit-Schutz inzwischen gut bis sehr gut ab. Wer eine gründlichere Reinigung seines Systems haben möchte, kann außerdem Microsofts ebenfalls kostenlosen Sicherheits-Scanner herunterladen und starten.

Kaum rentabel scheinen Spezial-Werkzeuge zu sein, die per Disk oder USB-Stick zum Einsatz kommen. Im Test schnitten drei der vier Kandidaten schlechter als der Windows Defender ab, VIPRE Security Virus Removal erkannte sogar vier Schädlinge überhaupt nicht. Testsieger wurde auch bei den Spezialisten Kaspersky mit seinem Virus Removal, das in 27 Durchgängen nur 2 ungefährliche Dateireste zurückließ.

Ransomware hat AV-Test nicht eingesetzt, da dies sinnlos wäre. Die Erpresser verschlüsseln ein System, wodurch eine klassische Reinigung nicht möglich ist.

Quelle: ntv.de, kwe