Wirtschaft

Nervenzerreißender Tarifkonflikt Bahnkunden können endlich aufatmen

Gute Nachrichten für Bahnreisende: Streiks der Lokomotivführer in der Urlaubszeit sind abgewendet. Die Bahnbeschäftigten bekommen in zwei Stufen mehr Gehalt, ab 2018 sinkt die Arbeitszeit.

Bahnkunden können ohne Sorge vor neuen Lokführerstreiks in den Urlaub aufbrechen. Der hart geführte Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist nach einem Jahr beendet. "Der Tariffrieden ist hergestellt", bestätigen die erfolgreichen Schlichter, der frühere Brandenburger Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) und der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Die Tarifverträge seien bereits unterschrieben. "Wir haben am Ende einen Abschluss mit Vernunft und Augenmaß hinbekommen."

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Die GDL erreichte spürbare Einkommenserhöhungen und eine Verkürzung der Arbeitszeit. Die Entgelte steigen bereits zum 1. Juli um 3,5 Prozent und am 1. Mai nächsten Jahres um weitere 1,6 Prozent. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 350 Euro. Das entspricht dem Ergebnis, das die Bahn im Mai mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erzielt hatte. Nach Angaben von Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber profitieren 160.000 Kollegen. 2018 sinkt nach den Worten von GDL-Chef Claus Weselsky die wöchentliche Arbeitszeit des Zugpersonals um eine Stunde auf 38 Stunden. Zudem gibt es Regelungen zur Altersteilzeit und zu Überstunden sowie Neueinstellungen.

Mehr Lokführer, mehr Zugbegleiter

Das zentrale Thema seien weniger Belastungen gewesen, sagte Ramelow. Unter anderem sei der Abbau von Überstunden als Aufgabe für beide Seiten vereinbart worden. 100 Zugbegleiter und 300 Lokführer würden nun zusätzlich eingestellt. "Es gibt seit gestern Abend einen Bundesrahmentarifvertrag Zug", sagte Ramelow. Damit ist eine zentrale Forderung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erfüllt. Nach Angaben der Schlichter wurden insgesamt 16 Verträge unterschrieben.

Fünf Wochen hatten die Schlichter um eine Lösung im festgefahrenen Konflikt gerungen. Die eigentlich auf drei Wochen angelegte Schlichtung war zweimal verlängert worden. Zwischenzeitlich habe es auch einen Abbruch gegeben. Vor der Schlichtung war der insgesamt ein Jahr dauernde Konflikt festgefahren. Neunmal hatten die Mitglieder der GDL die Züge stehen lassen und den Bahnverkehr in großen Teilen zum Erliegen gebracht.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa