Wirtschaft

Nach dem Streik Bahnverkehr stockt noch bis zum Abend

Auch nach dem Ende des neunstündigen Ausstands der Lokführer dauern die Beeinträchtigungen im Bahnverkehr an. Bis zur vollständigen Normalisierung können noch Stunden vergehen. Zwischen Unternehmen und Gewerkschaft gibt es indes weiter keine Bewegung.

Bahnreisende in Deutschland brauchen weiter starke Nerven. Auch Stunden nach dem Ende des Lokführer-Streiks normalisiert sich die Lage nur schleppend. Nach Einschätzung der Bahn kann es noch bis zum Abend zu Behinderungen kommen. Verspätungen seien weiterhin möglich, sagte ein Konzernsprecher. Unterdessen sind die Fronten zwischen Bahn und Gewerkschaft weiter verhärtet.

Am Morgen war der neunstündige Ausstand zu Ende gegangen. Der Streik hatte nach Bahnangaben vor allem zu Problemen im Nah- und Regionalverkehr und bei den S-Bahnen in den Großräumen Berlin, Hamburg, München sowie im Rhein-Main-Gebiet und in Köln und Nürnberg geführt. Allein am Dienstagabend seien durch den Ausstand bereits 200 Fernzüge stehen geblieben. Der Ausstand hatte um 21.00 Uhr begonnen.

GDL-Chef Claus Weselsky sagte im "Morgenmagazin", dass 80 bis 90 Prozent der Züge ausgefallen seien. Einmal mehr warf er der Bahn eine Blockadehaltung vor. Dennoch plane die Gewerkschaft keine unbefristeten Streiks.

Bahn besteht auf Tarifeinheit

Ein Bahn-Sprecher bezeichnete bei n-tv die Auswirkungen des Ausstands als beträchtlich. "Das war schon erheblich und das war ein völlig überflüssiger Streik auf dem Rücken unserer Fahrgäste." Zugleich wies er Vorwürfe der GDL zurück, die Bahn habe den Streik provoziert: "Das ist abwegig, natürlich wollen wir keinen Streik." Daher fordere man die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir sitzen praktisch am Verhandlungstisch."

Natürlich aber sei das vorgelegt Angebot  "weit entfernt von den 15 Prozent, die die GDL fordert, wenn man das gesamte Paket nimmt - weniger Arbeitszeit, mehr Gehalt und viele andere Forderungen mehr". Die GDL wiederum beklagt, dass die Bahn weiterhin die Tarifeinheit als Grundbedingung aufrecht erhalte. Doch davon will die Bahn nicht abrücken: "Das würde die Belegschaft spalten."

Außer den Lokführern waren auch Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten zu dem Streik aufgerufen. In der vergangenen Woche hatten 91 Prozent der bei der Bahn angestellten GDL-Mitglieder in einer Urabstimmung für einen Arbeitskampf votiert. In dem Tarifstreit fordert die GDL unter anderem fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

Mehr zum Thema