Wirtschaft

"Alle verfügbaren Optionen" Bank of England kündigt Hilfe an

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Mark Carney, Gouverneur der Bank of England.

(Foto: REUTERS)

Das Pfund bricht ein, Aktien britischer Finanzinstitute verlieren massiv an Wert. Die britische Notenbank gibt sich redlich Mühe, die Märkte zu beruhigen.

Um die Finanzmärkte nach dem Brexit-Votum zu beruhigen, stellt die britische Zentralbank eine milliardenschwere Finanzspritze in Aussicht. Sie sei bereit, mehr als 250 Milliarden Pfund (das sind umgerechnet 326 Milliarden Euro) bereitzustellen, sagte der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney. Daneben sei die Notenbank auch "in der Lage, bedeutende Liquidität in ausländischen Devisen bereitzustellen, wenn es nötig ist". Es würden alle verfügbaren Optionen erwogen. Die Notenbank sei gut auf den Brexit vorbereitet, so Carney.

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,30

"Das Volk des Vereinigten Königreichs hat sich entschieden, die Europäische Union zu verlassen. Es ist unvermeidlich, dass es eine Phase der Unsicherheit und der Anpassungen geben wird", sagte der Notenbankchef.

In Zahlen ausgedrückt heißt das: Der Kurs des Pfund Sterling stürzte zeitweise um mehr als 11 Prozent ab, erholte sich dann aber wieder etwas. Auch Bankaktien fielen tief. Barclays brachen um rund 30 Prozent ein. Die Aktien der Royal Bank of Scotland verloren an der Londoner Börse rund 28 Prozent,  Papiere von Lloyds knapp 22 Prozent.

Schweizer Notenbank greift ein

Die Banken seien gut kapitalisiert, und es gebe ausreichend Liquidität, um alle Schwierigkeiten abzufedern, sagte Carney und ergänzte: "Die Notenbank wird nicht zögern, weitere Maßnahmen zu ergreifen, die wegen der Anpassung der Märkte nötig sein könnten."

Die Europäische Zentralbank hat sich bislang nicht geäußert. Die Schweizerische Nationalbank erklärte hingegen, sie habe bereits auf dem Devisenmarkt eingegriffen, um den Franken zu stabilisieren. Die Schweizer Währung ist traditionell eine Zuflucht für Anleger in unsicheren Zeiten und hatte deutlich an Wert gewonnen, seit sich in der Nacht eine Mehrheit für die Brexit-Befürworter abzeichnete. Am frühen Morgen entsprach ein Euro 1,06 Franken, nachdem es sieben Stunden zuvor 1,10 Franken gewesen waren. Im Laufe des Morgens gab die schweizerische Währung wieder etwas nach.

Quelle: n-tv.de

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