Wirtschaft

EU-Kommissar Oettinger "Bargeld stirbt aus"

BDST allgemein 3.jpg

Wenn Geld nur noch Zahlen sind.

(Foto: imago/Christine Roth)

Die Verlagerung der Bezahlung ins Digitale ist laut EU-Digitalkommissar Oettinger nicht mehr zu stoppen. Die EZB brauche den Prozess nicht einmal regulieren, der Markt mache das selbst.

Das Ende von Münzen und Scheinen zur Bezahlung ist nach Ansicht von EU-Digitalkommissar Günther Oettinger unvermeidlich. "Bargeld stirbt aus: Wir werden mit der Apple-Watch bezahlen, mit dem Smartphone bezahlen", sagte Oettinger auf einer Veranstaltung des Beratungsunternehmens Deloitte in Stuttgart. 

62448825.jpg

Günther Oettinger

(Foto: dpa)

Deutsche seien in Sachen Bezahlungsart zwar "etwas konservativer" als Finnen oder Dänen. Bundesbürger hätten in der Vergangenheit noch lange am Scheck festgehalten, als anderswo die EC-Karte längst Usus gewesen sei.

Das Ende der Barzahlungen und die Verlagerung der Transaktionen komplett ins Digitale würden aber kommen, sagte Oettinger. 

Der CDU-Politiker sprach sich jedoch gegen die von der Europäischen Zentralbank (EZB) erwogene Abschaffung des 500-Euro-Scheins aus. Anstatt regulatorisch einzugreifen, sollte man dies dem Markt und der absehbar sinkenden Nachfrage überlassen. "Mein Rat ist: Schafft den 500-Euro-Schein nicht ab, haltet am Bargeld fest - der Markt macht es", sagte Oettinger.

Bargeldloses Bezahlen werde im Zuge der Digitalisierung der Verbrauchergewohnheiten immer selbstverständlicher. Diesem Trend wird nach Auffassung des EU-Kommissars das Bargeld komplett zum Opfer fallen. Wann dies wohl geschieht, ließ er offen.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa