Wirtschaft
Fosuns Chairman, Guo Guangchang.
Fosuns Chairman, Guo Guangchang.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 08. Juli 2015

Hauck & Aufhäuser geht an Fosun: Chinesen kaufen deutsche Traditionsbank

Eine der größten deutschen Privatbanken wird von einem chinesischen Investor gekauft. Abgenickt haben den Deal letztlich die Eigentümer - ein Querschnitt durch die deutsche Wirtschaftselite.

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser bekommt einen chinesischen Eigentümer. Die Beteiligungsgesellschaft Fosun International Ltd will mindestens 80 Prozent der Anteile der Frankfurter Bank übernehmen und dafür bis zu 210 Millionen Euro bezahlen. Die Chinesen erhoffen sich von dem Zukauf einen besseren Zugang zu den führenden Volkswirtschaften in Europa.

Der Aktionärsausschuss der Bank, in dem die Mehrheit der Eigentümer vertreten ist, hat das Kaufangebot von Fosun angenommen und allen weiteren Aktionären ebenfalls die Annahme empfohlen. Die geplante Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Prüfung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden in Deutschland, Luxemburg, Liechtenstein und der Schweiz.

"Mit neuen Kunden wachsen"

Wolfgang Deml, Vorsitzender des Aufsichtsrates und des Aktionärsausschusses, lobt den neuen Eigentümer. "Fosuns globales Netzwerk und starkes Engagement in der Finanzbranche werden uns helfen, unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und mit neuen Kunden zu wachsen", sagte er. Hauck & Aufhäuser habe das Eigenkapital in den vergangenen fünf Jahren massiv erhöht und damit eine sehr solide Kapitalbasis geschaffen.

Die Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA zählt zu den wenigen unabhängigen Privatbanken in Deutschland und ist in Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf und Köln vertreten. Ende 2013 verwaltete die Bank rund 27 Milliarden Euro Vermögen.

Die Bank hat 75 Eigentümer, darunter neben der Gründerfamilie Hauck zahlreiche deutsche Unternehmerfamilien wie Asbeck ("Solarworld"), Mast ("Jägermeister"), Heraeus und Riegel ("Haribo"). Der Golfstaat Kuwait war 2013 ausgestiegen, seine Anteile gingen an die übrigen Eigentümer. Die Finanzaufsicht BaFin und andere Behörden müssten dem Einstieg von Fosun noch zustimmen.

Quelle: n-tv.de