Wirtschaft

Erstmals seit fünf Jahren Deutschland führt mehr Strom ein als aus

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Im Juni stand unterm Strich erstmals seit fünf Jahren ein leichtes Import-Plus.

(Foto: imago)

Jahrelang exportiert Deutschland Strom ins Ausland - weil der Strom aus Braun- und Steinkohle weit billiger ist als etwa der Strom, der in den Niederlanden aus Gaskraftwerken gewonnen wird. Doch mit den neuen CO2-Verschmutzungsrechten ändert sich das.

Deutschland hat erstmals seit fünf Jahren in einem Monat wieder mehr Strom ein- als ausgeführt. Im Juni habe unter dem Strich ein leichtes Import-Plus gestanden, teilte der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) mit. Im gesamten ersten Halbjahr 2019 sei der Export-Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Milliarden Kilowattstunden auf gut 21 Milliarden zurückgegangen.

Über Jahre hat Deutschland erhebliche Mengen Strom vor allem in die Niederlande exportiert. Hintergrund ist, dass gerade Strom aus Braun- und Steinkohle so billig war, dass er etwa Strom aus niederländischen Gaskraftwerken auf dem Markt verdrängte. Die Folge war allerdings, dass der Ausstoß von Treibhausgas in Deutschland trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien kaum sank.

Seit der Reform des europäischen Handels mit CO2-Verschmutzungsrechten sind deren Preise allerdings deutlich gestiegen. Die Kraftwerke müssen erheblich mehr für die Rechte ausgeben, was diese zunehmend unwirtschaftlich macht.

Die niederländischen Gaskraftwerke dagegen stoßen weniger CO2 aus und brauchen daher auch weniger Rechte. Zudem wies der BDEW daraufhin, dass der Preis für Erdgas nachgegeben habe.

Zusammen mit milder Witterung und dem Ausbau der erneuerbaren Energien führte das dazu, dass die Kraftwerke im ersten Halbjahr etwa 15 Prozent weniger CO2 ausgestoßen haben als im Vorjahreszeitraum. Hinzu kam, dass Kohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft überführt oder stillgelegt wurden.

Quelle: n-tv.de, ftü/rts

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