Wirtschaft

Job-Boom auf dem Höhepunkt? Eurozone zählt weniger Arbeitslose

Starke Daten vom Arbeitsmarkt: Im gemeinsamen Währungsgebiet verzeichnen Statistiker eine weiter sinkende Erwerbslosenquote. In einzelnen Eurostaaten bleibt die Lage jedoch desolat. Dabei deuten Daten zur Mehrarbeit bereits eine Konjunkturabkühlung an.

Die drohende Konjunkturabkühlung schlägt sich in der Eurozone bislang nicht auf dem Stellenmarkt nieder. Im Gegenteil: Die Arbeitslosenquote über alle 19 Staaten der Währungsgemeinschaft hinweg sank im April auf den tiefsten Stand seit August 2008, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte.

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Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote sank demnach auf 7,6 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vormonats. Bei der regionalen Auswertung ergeben sich weiterhin erhebliche Unterschiede: Die niedrigste Arbeitslosenquote erreicht Tschechien. Dort weist die nach einer international vergleichbaren Berechnung ermittelte Quote mit 2,1 Prozent den EU-weit besten Wert aus, gefolgt von Deutschland mit 3,2 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit (BA), die ihre Erwerbslosendaten auf Basis einer anderen Methode ermittelt, errechnete hier zuletzt eine Quote von 4,9 Prozent.

Die größten Probleme in den regionalen Euro-Arbeitsmärkten verzeichnen die Eurostat-Statistiker weiterhin im Süden und Westen Europas. In Griechenland lag die Arbeitslosenquote zuletzt bei noch 18,5 Prozent, für Spanien weist die EU-Behörde eine nationale Quote von insgesamt 13,8 Prozent aus. Damit kämpfen besonders strukturschwache Regionen Europas selbst in Zeiten der Hochkonjunktur gegen hartnäckige hohe Arbeitslosenquoten.

Wer jetzt keinen Job hat, ....

Sollte es zu der befürchteten Konjunkturabkühlung kommen, dürften sich die Probleme dort schnell ausweiten. Für Deutschland und für die Eurozone erwarten Ökonomen 2019 eine spürbare Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Eine solche Eintrübung der Konjunkturaussichten wirkt sich allerdings üblicherweise meist erst mit deutlicher Verzögerung auf den Arbeitsmarkt aus. Vor allem deutsche Firmen halten aufgrund des Fachkräftemangels möglichst lange an gutem Personal fest.

Dass der Konjunkturmotor langsamer läuft, lässt sich bereits messen: Der Umfang der bezahlten und unbezahlten Mehrarbeit je Arbeitnehmer entwickelte sich im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht rückläufig, wie das Forschungsinstitut (IAB) der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Grund dafür sei die abgeschwächte Konjunktur, hieß es.

Die Beschäftigten hätten zwischen Januar und März im Schnitt 6,4 bezahlte Überstunden und 6,0 unbezahlte Überstunden gemacht. Beide Werte liegen rein rechnerisch um jeweils 0,4 Stunden unter dem Vorjahreswert. "Die Zahl der Überstunden geht mit der konjunkturellen Abschwächung seit dem vergangenen Jahr zurück", bestätigte IAB-Fachmann Enzo Weber.

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Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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