Wirtschaft

"Unterwerfung" der Lokführer GDL fährt schweres verbales Geschütz auf

2014-09-24T153213Z_1961167213_GM1EA96170C01_RTRMADP_3_GERMANY-STRIKE-RAILWAY.JPG3810269832772853107.jpg

Die GDL wirft der Bahn eine Blockadehaltung vor.

(Foto: REUTERS)

Kurz vor dem Ende der Urabstimmung zum Streik wird der Ton zwischen Deutscher Bahn und GDL schriller. GDL-Chef Weselsky wirft dem Konzern vor, die Lokführer in die Arme der größeren EVG treiben zu wollen. Die Bahn treibe die GDL in den Ausstand.

Die Lokführergewerkschaft GDL macht die Deutsche Bahn für den Abbruch der Tarifverhandlungen und die drohende Eskalation des Tarifkonflikts verantwortlich. "Es ist die Blockadehaltung des Bahn-Personalvorstands Ulrich Weber, die uns in den Streik treibt", sagte GDL-Chef Claus Weselsky der in Oldenburg erscheinenden "Nordwest-Zeitung".

Mit dem Argument der Tarifeinheit mache der Staatskonzern seine Kunden zu Geiseln von Unternehmerinteressen. Die Bahn habe während der jüngsten Verhandlungsrunde keine neue Ideen auf den Tisch gebracht, sondern fordere nach wie vor die "Unterwerfung" der Lokführer unter die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), sagte Weselsky. "Es ist offensichtlich, dass die Bahn die GDL absichtlich in den Konflikt treibt, um die Tarifeinheit per Gesetz herbeizuführen."

Die Lokführer der Deutschen Bahn werden voraussichtlich in wenigen Tagen wieder streiken. Bei der laufenden Urabstimmung zeichnet sich nach GDL-Angaben eine große Zustimmung für erneute Arbeitsniederlegungen ab. Das Ergebnis soll am Mittwoch vorliegen. Anschließend werde dann über Streiks beraten.

Am vergangenen Donnerstag war ein weiterer Versuch gescheitert, die festgefahrenen Tarifverhandlungen mit der GDL wieder in Schwung zu bringen. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen um fünf Prozent, eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei auf 37 Stunden sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konflikts ist jedoch der Anspruch der GDL, außer den rund 20.000 Lokführern auch die Zugbegleiter und Rangierführer vertreten zu wollen.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

Mehr zum Thema