Wirtschaft

Aktivisten in China Haft nach Bericht über Ivanka-Zulieferer

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Ivanka Trump betreibt ein nach ihr benanntes Modelabel, das Kleidung, Schuhe und Accessoires vertreibt.

(Foto: imago/UPI Photo)

Die Organisation China Labor Watch findet nach eigenen Angaben heraus, dass Arbeiter bei einem chinesischen Zulieferer für die Modelinie von Ivanka Trump ausgebeutet werden. Nun sitzt einer ihrer Aktivisten in Haft, zwei weitere sind verschwunden.

In China ist ein Aktivist festgenommen worden, der die Arbeitsbedingungen bei einem Zulieferer für die Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, untersucht hatte. Dies teilte die in New York ansässige Nichtregierungsorganisation (NGO) China Labor Watch mit. Dies wirft erneut ein Schlaglicht auf die chinesischen Wirtschaftsverbindungen der Trump-Familie.

Zwei weitere Männer, die an den Recherchen beteiligt gewesen seien, werden laut China Labor Watch seit Samstag vermisst. "In 17 Jahren haben wir unzählige derartige Untersuchungen durchgeführt und hatten niemals irgendwelche Probleme", sagte der Direktor der NGO, Li Qiang, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Aber dies ist das erste Mal, dass wir uns Ivanka Trump anschauen, demnach hat es höchstwahrscheinlich etwas mit der Marke zu tun."

Ivanka Trump betreibt nicht nur eine Modelinie unter ihrem Namen, sondern arbeitet auch als Beraterin für ihren Vater, US-Präsident Donald Trump. Ihr Ehemann Jared Kushner ist ebenfalls ein enger Berater seines Schwiegervaters und dabei unter anderem zuständig für die Beziehungen zu China.

Kushners eigenes Familienunternehmen Kushner Companies ist in der Vergangenheit wegen seiner China-Verbindungen in den Fokus gerückt. Dabei ging es um Werbung bei chinesischen Investoren für ein US-Bauprojekt im Gegenzug für ein USA-Visum. An dem Projekt ist auch Kushner Companies beteiligt, die bis vor kurzem von Jared Kushner geführt wurde.

Falsche Lohnzettel ausgestellt?

Laut China Labor Watch haben die Aktivisten in China zwei Fabriken untersucht, die von dem Fußmode-Hersteller Huajian Group betrieben werden, eine davon in der Stadt Ganzhou. Die Männer hätten herausgefunden, dass Arbeiter in der Fabrik Überstunden leisten mussten, während sie gleichzeitig weniger als den Mindestlohn erhielten. Laut NGO-Direktor Li seien Lohnzettel der Arbeiter manipuliert worden, welche höhere Löhne auswiesen als die Arbeiter tatsächlich erhielten.

Neben Ivanka Trump beliefere die Huajian Group auch noch die Modemarken Karl Lagerfeld, Coach, Nine West und Kendall + Kylie. Weder die Huajian Group noch das Label Ivanka Trump oder die Polizei in Ganzhou haben bisher auf Anfragen nach Stellungnahmen zu den Berichten reagiert.

Quelle: ntv.de, kst