Wirtschaft

IMK pessimistischer für 2016 Ifo-Index sinkt leicht

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember leicht eingetrübt. Doch der Index liegt auf einem hohen Niveau. Etwas weniger rosig sehen derweil etliche Forscher das kommende Jahr.

Das Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands hat sich im Dezember entgegen den Erwartungen leicht eingetrübt. Der vom Ifo Institut ermittelte Geschäftsklimaindex sank leicht auf Monatssicht auf 109,0 Punkte. Volkswirte hatten dagegen eine Bestätigung des Vormonatswerts prognostiziert.

"Ein besseres Ergebnis hätte man sich zu Weihnachten kaum wünschen können", kommentierte das Ifo Institut die Daten. Im verarbeitenden Gewerbe stieg der Geschäftsklimaindex erneut. Die Erwartungen der Industriefirmen verbesserten sich merklich. Die Urteile zur aktuellen Lage wurden hingegen etwas zurückgenommen. Die Unternehmen korrigierten ihre Produktionspläne nach oben.

Wo sollen die Impulse herkommen

"Der Fall des Ifo-Geschäftsklimaindex sollte nicht überbewertet werden", sagte der Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, Thomas Gitzel. Der Rückgang sei minimal und falle unter die Rubrik "statistisches Rauschen".

Für Alexander Krüger, der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, ist der Rückgang kein Beinbruch. "Die Stimmung ist nach wie vor gut, und die Geschäftserwartungen bleiben auf dem höchsten Niveau seit anderthalb Jahren", sagte er. Allerdings glaubt Krüger, dass diese gute Stimmung enttäuscht werden wird. "Das weltwirtschaftliche Umfeld ist nur verhalten, und ich frage mich, wo die zusätzlichen Wachstumsimpulse herkommen sollen", sagte er.

ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sieht eine Zweiteilung der deutschen Wirtschaft: Auf der einen Seite einen Exportsektor, dessen Probleme auf der anderen Seite aber von einer robusten Binnenkonjunktur mehr als ausgeglichen werden. "Die jüngsten Unsicherheiten durch die Anschläge in Paris, die geopolitischen Konflikte, das langsamere Wachstum in China, aber auch hausgemachte Probleme wie Volkswagen oder die Flüchtlingskrise können dem guten Geschäftsklima kaum etwas anhaben", konstatierte er.

"Dynamik nicht bestätigt"

Unterdessen schloss sich das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung anderen Forscherprognosen an und senkte seine Konjunkturprognosen leicht. Die Ökonomen erwarten nun für nächstes Jahr ein Wachstum von 1,8 Prozent. Im Oktober hatten sie noch 2,0 Prozent vorausgesagt.

"Die Konjunktur in Deutschland bleibt schleppend aufwärtsgerichtet", hieß es. Die Wirtschaft werde ihren moderaten Aufschwung fortsetzen. "Die zuvor erwartete Dynamik des selbsttragenden Aufschwungs hat sich leider nicht eingestellt", räumte IMK-Direktor Gustav Horn ein. "Dafür war und ist die Unsicherheit bei den Unternehmen zu groß." Wichtigster Wachstumstreiber ist nach der Analyse des IMK die lebhafte Nachfrage im Inland.

Am Vortag hatten schon das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ihre Wachstumsprognosen leicht gesenkt. Das DIW erwartet einen BIP-Anstieg um 1,7 Prozent. Das IWH rechnet mit 1,6 Prozent.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hatte hingegen seine Prognose wegen der Flüchtlingswelle angehoben und einen BIP-Anstieg um 2,2 Prozent vorausgesagt. Auch das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung hatte zuvor seine Annahme für 2016 erhöht. Die Konjunkturforscher sagen nun einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,9 Prozent voraus.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ