Wirtschaft

Bei Lottogewinn den Job hinwerfen? Keine Arbeit ist auch keine Alternative

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Arbeit hat eine hohe Bedeutung im Leben der Deutschen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Leben ohne Arbeit ist offenbar nicht für alle erstrebenswert. Laut einer Umfrage würden die meisten aller deutschen Beschäftigten lieber weiter morgens aufstehen und zur Arbeit gehen. Ob unbedingt zu derselben, ist eine andere Frage.

Ein Sechser im Lotto und dann den Job hinwerfen: Davon träumt jeder, meint man. Aber ein Leben ohne Arbeit ist nicht für alle Menschen eine Alternative. Wie eine repräsentative Umfrage der Bertelsmann-Stiftung und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt, wäre eine hohe Geldsumme tatsächlich nur für jeden fünften Arbeitnehmer ein Grund, aus dem Berufsleben auszusteigen. Mehr als die Hälfte gab an, ihre berufliche Tätigkeit nicht aufgeben zu wollen. Selbst wenn das Arbeitslosengeld sehr hoch wäre, würden fast drei Viertel der Deutschen demnach noch lieber zur Arbeit gehen als Transferleistungen beziehen.

Der Grund: Arbeit hat eine hohe Bedeutung im Leben der Deutschen. Direkt nach Familie und Partnerschaft (39 von 100 Punkten) rangiert Arbeit (34) noch weit vor Freizeit (20) und gesellschaftlichem Engagement (7).

Eine kleine Einschränkung gibt es dennoch: Auch wenn die Mehrheit weiter arbeiten will, würden sich fast 40 Prozent der Befragten nach einer anderen Arbeitsstelle umsehen. Arbeit ist demnach für viele Erwerbstätige zwar eine hoch geschätzte Beschäftigung und Abwechslung. Allerdings ist diese Einstellung nicht unabhängig von der Art der Arbeit.

Wenig überraschend ist die Erkenntnis, dass Arbeit in der Gruppe der alleinstehenden eher männlichen und älteren Befragten eine besonders große Bedeutung hat. Frauen, die in Teilzeit arbeiten und in einer Partnerschaft leben dagegen gehören zu den 25 Prozent der Beschäftigten, für die Arbeit die geringste Bedeutung hat.

Weiterbildung steht bei Jungen hoch im Kurs

Die meisten der jüngeren Erwerbstätigen sind davon überzeugt, dass die Bereitschaft zur Weiterbildung künftig immer wichtiger werden wird, um einen sicheren Job zu behalten. Ältere Erwerbstätige sowie Befragte mit einem niedrigen Schulabschluss sehen diese Notwendigkeit nur zu 45 Prozent.

Neben einem sicheren Job gewinnen auch unbezahlte Arbeitsleistungen wie Hausarbeit und Pflege der Angehörigen an Wert. Jedoch sind nur 20 Prozent der Auffassung, dass diese Art der Tätigkeit in Deutschland auch genügend Anerkennung erfährt. Sie sehen laut Umfrage dringenden politischen Handlungsbedarf, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dementsprechend zu verbessern.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die von der Bertelsmann Stiftung initiierte Expertenkommission "Arbeits- und Lebensperspektiven in Deutschland". Sie fordert Politik und Wirtschaft auf, ehrenamtliches und familiäres Engagement der Menschen zu fördern und zu unterstützen. Dies kann durch die Einrichtung von Lebensarbeitszeitkonten, die auch nicht bezahlte Arbeit erfassen oder durch Initiativen von Unternehmen geschehen, die ihre Mitarbeiter unterstützen, sich gesellschaftlich zu engagieren.

Quelle: ntv.de, ddi

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