Wirtschaft

Schattenwirtschaft wächst wieder Mindestlohn verleitet zu Schwarzarbeit

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Erfolgreicher Kampf: Seit mehr als einem Jahrzehnt ging die Schwarzarbeit in Deutschland zurück - bis jetzt.

picture alliance / dpa

In Deutschland steigt der Zahl der Menschen, die schwarz arbeiten wieder - trotz Job-Boom. Das liegt einerseits am neuen Mindestlohn, andererseits hat die Lohnuntergrenze auch positive Effekte auf den Arbeitsmarkt.

Der Mindestlohn lässt einer Studie zufolge die Zahl der Schwarzarbeiter in Deutschland erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt steigen. Sie dürfte 2015 um 30.000 auf rund 7,8 Millionen zunehmen, sagte Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität in Linz. "Das sind Beschäftigte in der offiziellen Wirtschaft, die nach Feierabend und am Wochenende schwarz arbeiten."

Durch die seit Januar geltende Lohnuntergrenze von 8,50 Euro je Stunde wachse die Schattenwirtschaft in diesem Jahr um etwa 1,5 Milliarden Euro. "Die Verwerfungen durch den Mindestlohn sind moderat", sagte Schneider, der für seine Studie Befragungen vorgenommen und makroökonomische Daten für das erste Quartal 2015 ausgewertet hat.

"Wäre er auf zehn Euro festgesetzt worden, hätte das den Umsatz der Schattenwirtschaft gleich um vier bis sechs Milliarden Euro nach oben getrieben", so Schneider. Diese dürfte nach Prognose des Wirtschaftsprofessors im laufenden Jahr unter dem Strich auf 339,6 Milliarden Euro zulegen. Das wäre der erste Zuwachs seit dem Krisenjahr 2009.

Mindestlohn schafft Beschäftigung

Einerseits verleite der Mindestlohn zu mehr Schwarzarbeit, da er viele Arbeiten teurer mache - besonders für personennahe Dienstleister wie Friseure, in der Landwirtschaft sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe. Andererseits sinke der Anreiz dazu, da viele Erwerbsfähige dank der guten Konjunktur und des boomenden Arbeitsmarkt eine legale Beschäftigung finden. "Die deutsche Wirtschaft brummt", sagte Schneider. "Mit dem Aufschwung verliert Schwarzarbeit an Attraktivität."

Zur robusten Konjunktur trage auch der Mindestlohn bei. "Dadurch haben vor allem in Ostdeutschland, aber auch in wirtschaftlich schwächeren westlichen Regionen wie Schleswig-Holstein mehr Geld in der Tasche", sagte der Experte. "Sie geben einen Großteil davon wieder aus, was den Konsum belebt und über die Mehrwertsteuer auch beim Fiskus ankommt." Dennoch wäre ein regional gestaffelter Mindestlohn "ökonomisch schlauer" gewesen, betonte der Experte. "Denn dann hätte er wohl gar keinen Effekt auf die Schwarzarbeit ausgeübt."

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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