Wirtschaft

Tesla-Chef in Tübingen Musk besucht Impfstoff-Hoffnung Curevac

Tesla-Chef Elon Musk ist auf großer Deutschland-Tour. Er schaut nicht nur in der Giga-Factory bei Berlin nach dem Rechten, sondern reist zuerst nach Tübingen. Sein Interesse gilt einer Maschine, die einen Corona-Impfstoff schneller und flexibler herstellen soll.

Elon Musk hat am Dienstagabend die Zentrale der Firma Curevac in Tübingen besucht. Der Tesla-Chef will mit der Biotechfirma die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes vorantreiben. Auf Fotos ist zu sehen, wie Musk in Begleitung von Schaulustigen und mit einem schwarz-weißen Tuch als Mund-Nasen-Schutz von Gebäude zu Gebäude wandert.

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Laut "Handelsblatt" war Musks Privatjet bereits am Montag auf dem Flughafen Hahn im Hunsrück gelandet. Das Ziel war klar: Im 90 Kilometer entfernten Prüm baut die Tesla-Tochter Grohmann Produktionssysteme für die Autoherstellung - und eine RNA-Minifabrik, die die Impfstoffherstellung jetzt deutlich beschleunigen soll. Der erste Prototyp, den Grohmann entwickelt hat, steht inzwischen rund 200 Kilometer weiter bei Curevac.

"Tesla baut als Nebenprojekt RNA-Mikrofabriken für Curevac und möglicherweise andere", hatte Musk am Wochenende auf Twitter geschrieben, als er seine Deutschland-Reise ankündigte. Er wolle sich die Maschine anschauen, berichtet das "Handelsblatt". Curevac ist einer der aussichtsreichsten Kandidaten im Wettbewerb um die Herstellung eines Corona-Impfstoffes.

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Bereits seit 2015 - also zwei Jahre bevor Tesla einstieg - baut Grohmann "automatisierte Produktionsmaschinen" für Curevac - ursprünglich mit Blick auf einen Tollwut-Impfstoff. Laut "Handelsblatt" hat Musk bei der Firmenübernahme von Grohmann Verträge mit hochkarätigen Kunden wie Daimler oder BMW gekündigt, um sich auf den Aufbau der Tesla-Produktion zu konzentrieren. Allein das Curevac-Projekt konnte ihn damals überzeugen. Manager aus Tübingen seien extra nach Kalifornien geflogen, heißt es. 2019 reichten die beiden Firmen dann ein Patent für einen RNA-Bioreaktor ein, mit dem sogenannte RNA-Moleküle, die für die Produktion von Impfstoffen gebraucht werden, einfacher hergestellt werden sollen.

Impfstoffe flexibel und schnell herstellen

Ein Jahr später wartet die Welt auf einen Corona-Impfstoff und genau diese RNA-Minifabriken könnten nun zur Lösung des Problems beitragen. Die Printer können automatisiert kleine Mengen der Boten-Moleküle herstellen. Da sie einfach zu transportieren sind, könnten besonders betroffene Regionen schnell mit Impfstoff versorgt werden. Laut "Handelsblatt" soll die Maschine innerhalb von wenigen Wochen mehrere Gramm des Stoffes produzieren können. Dieser würde Curevac reichen, um mehr als hunderttausend Impfdosen herzustellen.

Anfangs hatte Elon Musk die Pandemie noch heruntergespielt und erklärt, in den USA werde es schon Ende April kaum noch Fälle geben. Mittlerweile ist nicht nur das Grohmann-Projekt für ihn vielversprechend. Sein Raumfahrtunternehmen führt außerdem eine Studie zur Lebensdauer von Antikörpern bei Sars-CoV-2-Erregern durch.

Im Rahmen seines Deutschland-Besuchs könnte Elon Musk nach dpa-Informationen am Rande einer Fraktionsklausur am Mittwoch in Berlin Bundeswirtschaftsminister Altmaier treffen. Zuvor hatte die "Bild" über ein geplantes Treffen berichtet.

Quelle: ntv.de, bea/dpa