Wirtschaft

Reaktion auf Proteste Paris verspricht Bauern Millionenhilfen

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Mit rund 1500 Traktoren geht es zum Protest nach Paris.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die monatelangen Proteste der französischen Bauern zeigen Wirkung: Die Regierung verspricht angesichts sinkender Preise neue Millionenhilfen. Zufrieden sind die Bauern aber nicht.

Frankreichs Regierung hat den protestierenden Bauern mehr Unterstützung versprochen. Unter anderem sollen Sozialabgaben gesenkt und mehr Notkredite vergeben werden, wie Premierminister Manuel Valls ankündigte. Frankreich werde seine Landwirte nicht fallenlassen, sagte er.

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Die Bauern ziehen vor das französische Parlament.

(Foto: picture alliance / dpa)

Außerdem sollen die Investitionshilfen von Staat, Regionen und EU in den kommenden drei Jahren auf 350 Millionen Euro jährlich angehoben werden. Verschuldete Landwirte können ein Jahr Zahlungsaufschub für ihre Bankkredite bekommen.

"Das ist eine Botschaft der Liebe, eine starke und ehrliche Botschaft: Sie haben die Unterstützung der Nation", sagte Valls an die Adresse der Bauern gerichtet. Der Präsident des Bauernverbandes FNSEA, Xavier Beulin, sagte den Landwirten, die Regierung habe ihre Forderungen "gehört" - wurde dafür aber von vielen Demonstranten ausgebuht und als "Verräter" beschimpft. Viele Bauern hatten unter anderem auf Preisgarantien gehofft.

Die Bauern hatten zuvor in Paris mit mehr als 1500 Traktoren unter anderem gegen sinkende Preise für Milch, Fleisch und Getreide protestiert. Sie sehen sich durch niedrige Preise und zu viel Bürokratie in ihrer Existenz bedroht. An ihren Traktoren hatten sie Schilder mit Aufschriften wie "Stoppt die Regulierung, stoppt die Abgaben".

EU kündigt Maßnahmen-Bündel an

In ganz Europa leiden Landwirte unter sinkenden Preisen für ihre Produkte. Die EU-Landwirtschaftsminister wollen am kommenden Montag über die Krise beraten. Aus EU-Kreisen in Brüssel verlautete, ein Teil der Regierungen könne sich Regelungen vorstellen, die den gerade erst ausgelaufenen Milchquoten ähneln.

Laut EU-Diplomaten sind Subventionen angedacht, um Magermilchpulver und Butter einzulagern, eine vorgezogene Auszahlung geplanter Fördergelder oder die unkomplizierte Ausgabe von Krediten an Landwirte. Die EU-Kommission plant demnach auch Marketingkampagnen für den Export.

Die Gründe für die Probleme der Bauern sind vielfältig: Nach der Abschaffung der EU-Milchquote gibt es ein Überangebot, Russland hat infolge der Ukraine-Krise zudem Einfuhrverbote für europäische Produkte verhängt. In Frankreich kommt hinzu, dass Schweine- und Rinderzüchter teurer produzieren als ihre europäische Konkurrenz.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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