Wirtschaft

Neuer Radpanzer für Polen Rheinmetall beliefert Warschau

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Panzerbau mit den Polen: Rheinmetall könnte auf Modellen wie dem gepanzerten Transportfahrzeug vom Typ GTK Boxer aufbauen (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Die politische Großwetterlage lässt nicht nur Europa näher zusammenrücken, sondern verschafft der deutschen Rüstungsindustrie auch neue Aufträge: Mit einem Partner in Polen plant Rheinmetall den Bau eines neuen Panzerfahrzeugs.

Der deutsche Autozulieferer- und Rüstungskonzern Rheinmetall will für das polnische Militär zusammen mit einem lokalen Partner ein gepanzertes Radfahrzeug entwickeln. Zu diesem Zweck werde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, sagte ein Konzernsprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts".

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Das Joint Venture mit Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) soll dem Zeitungsbericht zufolge einen amphibischen Radpanzer bauen, der später auch in den Export gehen könnte. Noch 2015 wollen PGZ und Rheinmetall demnach mit der Entwicklung des Fahrzeugs beginnen. Die Auslieferung dürfte dann in drei bis vier Jahren anlaufen, berichtete das Blatt weiter unter Berufung auf Branchenkreise.

Polen will diesen Angaben zufolge rund 200 Stück der neuen deutsch-polnischen Radpanzer abnehmen. Der Gesamtwert der Bestellung soll sich auf über 300 Millionen Euro belaufen. Der vergleichsweise niedrige Stückpreis von 1,5 Millionen Euro pro Fahrzeug könnte darauf hindeuten, dass es sich bei der Kooperation nicht um eine vollständige Neuentwicklung handeln dürfte. Womöglich setzt das Konzept auf bereits bewährte Komponenten aus dem Haus Rheinmetall auf.

Stückpreis: 1,5 Millionen Euro

Die Rüstungssparte des MDax-Konzerns trägt den Namen Rheinmetall Defence und arbeitet derzeit im Bereich der "gepanzerten Radfahrzeuge" unter anderem an Weiterentwicklungen des Radpanzers "Fuchs" sowie an dem sehr viel jüngeren und moderneren Truppentransporter "Boxer".

Beide Fahrzeuge zählen zu den Radpanzern, allerdings ist nur der aus den 1970er Jahren stammende Fuchs auch für amphibische Einsätze wie etwa schwimmende Flussdurchquerungen geeignet. Hauptkunde von Rheinmetall Defence war bislang die deutsche Bundeswehr.

Bereits vor der Ukraine-Krise sahen die Rüstungsplanungen in Polen Ausgaben von 45 Milliarden Dollar im kommenden Jahrzehnt vor. Damit sollen ein neues Raketenabwehrsystem aufgebaut und die Waffenarsenale modernisiert werden, darunter Transporthubschrauber und Panzer. Nach Ausbruch der Krise drückt die polnische Regierung nun offenbar deutlich aufs Tempo.

"Mit der geplanten Anschaffung von neuen Radpanzern soll Gerät aus der Sowjetzeit ersetzt werden", heißt es im Bericht des "Handelsblatts". Die Regierung in Warschau ist dabei nicht alleine: Angesichts des russischen Verhaltens in der Ukraine-Krise und bei der Annexion der Krim rüsten neben Polen auch die baltischen Staaten massiv auf - unter anderem mit deutscher Unterstützung.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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