Wirtschaft

Milliardendeal ist perfekt Total übernimmt Moeller-Maersk-Ölsparte

87878354.jpg

Moeller-Maersk will sich auf das Logistik- und Transportgeschäft konzentrieren.

(Foto: picture alliance / A.Carrasco Ra)

Die weltgrößte Reederei Moeller-Maersk trennt sich von ihrer Ölsparte. Sie geht an den französischen Energiekonzern Total. Die Öl- und Gasbranche befindet sich derzeit in der Konsolidierung.

Die dänische Unternehmensgruppe Moeller-Maersk hat mit dem Verkauf ihrer Ölsparte den Startschuss für den Umbau des Konzerns gegeben. Der französische Energiekonzern Total übernimmt die Ölsparte Maersk Oil für 7,45 Milliarden US-Dollar, wie beide Konzerne mitteilten. Bei den Anlegern der weltgrößten Reederei kommt die Nachricht gut an: Die Maersk-Aktie legte am Vormittag kräftig zu. Das Total-Papier fiel dagegen etwas.

Moeller-Maersk will sich nach seiner Aufspaltung auf das Logistik- und Transportgeschäft konzentrieren, das hat der Konzern im vergangenen Jahr beschlossen. Das Herzstück dabei ist die Maersk Line, die weltgrößte Containerreederei der Welt. Die gesamte Branche hat mit sinkenden Frachtraten und massiven Überkapazitäten zu kämpfen.

Die Energieaktivitäten werden zunächst in einem Energiebereich gebündelt. Mit dem Verkauf von Maersk Oil wurde nun für das erste der vier Energieunternehmen im Konzern eine Lösung gefunden. Bis Ende 2018 soll auch das Schicksal der anderen Sparten Maersk Drilling, Maersk Supply Service und Maersk Tankers geklärt werden. Total zahlt den größten Teil des Verkaufspreises in Aktien.

Moeller-Maersk erhält 97,5 Millionen Total-Aktien im Wert von 4,95 Milliarden Dollar. Dies entspricht einer Beteiligung an dem französischen Konzern von rund 3,76 Prozent. Zudem übernimmt Total kurzfristige Schulden im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Moeller-Maersk rechnet mit einem Transaktionsgewinn nach Steuern von 2,8 Milliarden Dollar.

Total erhält zudem erhebliche Ölreserven

Mit dem Deal schreitet die Konsolidierung in der Öl- und Gasbranche, die unter dem anhaltend niedrigen Ölpreis leidet, voran. Nach Angaben von Total wird der französische Konzern seine Förderung dank der Übernahme ab 2018 um 160.000 Barrel am Tag steigern. Zudem erhält Total erhebliche Ölreserven. Der Konzern wird der zweitgrößte Betreiber von Offshore-Ölaktivitäten im Nordwesten Europas. Er erwartet von dem Zukauf Synergien von mehr als 400 Millionen Dollar im Jahr.

Der Deal soll unmittelbar zum Ergebnis und Cashflow je Aktie beitragen. Zudem stellt Total in Aussicht, den Abschlag auf die Dividenden zurückzunehmen, damit auch die Aktionäre unmittelbar von der Akquisition profitieren können. Die Aktionäre und Arbeitnehmervertreter von Total müssen der Transaktion noch zustimmen, ebenso die zuständigen Wettbewerbsbehörden.

Quelle: ntv.de, wne/DJ