Wirtschaft

Protz-Pose mit Dollarnoten US-Finanzminister Mnuchin erntet Shitstorm

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Schaut auf meine Scheine: Steven Mnuchin und Frau Louise Linton.

(Foto: Twitter)

Eigentlich ist es ein unspektakulärer Fototermin: US-Finanzminister Steven Mnuchin und seine Frau halten einen frischen Druckbogen Ein-Dollar-Scheine in die Kamera. Doch im Internet erntet das Paar Hohn und Spott für seinen Auftritt.

Ein US-Finanzminister, der einen frischen Bogen neuer Dollarscheine in die Kameras hält, ist ein Routineauftritt. Die Unterschriften der verschiedenen Minister zieren die Geldscheine seit mehr als einem Jahrhundert. Bei Finanzminister Steven Mnuchin war es diese Woche jedoch nicht "business as usual".

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Angesichts der Steuerpläne von Präsident Donald Trump wurde der Fototermin von ihm und seiner Frau Louise Linton in der Bundesdruckerei in Washington mit Argusaugen beobachtet. Der Auftritt war nicht nach jedermanns Geschmack. Wenig später ergossen sich in den sozialen Netzwerken Hohn und Spott über das Paar.

Auf dem offiziellen Agentur-Foto hält der lächelnde Mnuchin das Blatt mit den ungeschnittenen Dollarnoten hoch. Halb hinter ihm jedoch steht seine Frau, die mit spitzen Fingern eine Ecke des Bogens festhält. Ihre Hand steckt in einem langen schwarzen Lederhandschuh - passend zu ihrem schwarzen Luxus-Leder-Outfit. Genau diese Pose hielten viele Betrachter offenbar nicht für angemessen.

Großes Kino in der Bundesdruckerei

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Die Mnuchins stehen bereits seit Längerem im Ruf, ihren Reichtum und ihre Privilegien übermäßig zur Schau zu stellen. Der US-Journalist und Schriftsteller James Surowiecki, der mit der "Weisheit der Vielen" ("The Wisdom of Crowds") international bekannt wurde, postete laut "Washington Post": "Schlimmer wäre es nur noch, wenn Linton und Mnuchin sich Zigarren mit Dollarscheinen anzünden würden." Ein anderer schreibt: "Nur eine freundliche Erinnerung daran, dass die Republikaner die Steuern für die Mittelklasse erhöhen und Millionen Amerikanern die Gesundheitsreform wegnehmen wollen, damit Leute wie Louise Linton und Steven Mnuchin weniger Steuern zahlen müssen."

Viele Beobachter kritisieren, dass die geplanten Reformen Unternehmen und Wohlhabende unverhältnismäßig bevorzugen. Selbst Mnuchin räumt ein, dass sie auch den Wohlhabenden im Land zugutekommen. Es sei schwierig, ein System zu entwickeln, bei dem die oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher nicht ebenfalls entlastet würden, sagte er kürzlich.

Viele User verglichen die Inszenierung auf dem Foto denn auch mit der Pose von "Hollywood-Schurken". Nicht nur das schwarze Leder-Outfit, auch der eindringliche, fast starre Blick der Schauspielerin Linton dürfte zu diesem Eindruck beigetragen haben. Ein Post zeigt zudem, wie sehr das Outfits der Minister-Gattin dem von Kylo Ren, einem Bösewicht der dunklen Seite der Macht aus dem Star-Wars-Imperium ähnelt. Der User fragt: "Wer kann es besser tragen?" Die CNBC-Reporterin Christine Wilkie wundert sich: "Warum bestehen US-Finanzminister Mnuchin und seine Frau darauf, für Fotos zu posieren, die sie wie Anleihe-Betrüger aussehen lässt?"

Großes Kino für großes Geld

Die Mnuchins sorgten in diesem Jahr bereits mehrfach wegen ihres pompösen Lebensstils für Schlagzeilen. Im Frühsommer plante das Paar angeblich, mit einem Flugzeug der US-Luftwaffe nach Europa zu fliegen. Sie wollten dort die Flitterwochen verbringen. Mnuchin, ein ehemaliger Banker und Hollywoodproduzent, soll um eine entsprechende Genehmigung gebeten haben. Das Finanzministerium lehnte diese jedoch ab.

Im August mussten die Mnuchins Rechenschaft über die Nutzung eines Regierungsflugzeug für einen Trip nach Kentucky ablegen. Für Kritik sorgte auch damals ein Foto. Es zeigte Linton und Mnuchin, wie sie aus einer Maschine der US-Regierung ausstiegen. Kleiner Schönheitsfehler: Linton markierte auf dem Bild eifrig, von welchen Luxus-Designern Bluse, Hose, Schuhe und Handtasche stammten - Hermes, Valentino, Tom Ford, Roland Mouret. Auf den Shitstorm, den Linton hierfür erntete, reagierte die Ministergattin noch nicht einmal diplomatisch, sondern giftete zurück. Auch das kam in der Öffentlichkeit nicht gut an. Später entschuldigte sie sich dafür.

Die neuen Dollarscheine sollen im Dezember in Umlauf kommen. Wie es heißt, ist Mnuchins Unterschrift die Leserlichste seit Langem.

Quelle: n-tv.de, ddi