Wirtschaft

Warnung in den Wind geschlagen VW-Mitarbeiter belastet Top-Manager

Wer wusste wann von den Abgas-Manipulationen bei Volkswagen? Darum drehen sich derzeit die Ermittlungen. Laut einem Medienbericht belastet ein Techniker einen hochrangigen Manager. Zwei ehemalige VW-Topmanager dementieren jede Kenntnis.

Im Skandal um manipulierte Abgasmessungen bei Dieselfahrzeugen des Volkswagen-Konzerns gibt es einem Medienbericht zufolge schwerwiegende Vorwürfe gegen einen ranghohen Manager. Interne Untersuchungen hätten ergeben, dass der inzwischen beurlaubte Heinz-Jakob Neußer 2011 den Hinweis eines Motorentechnikers auf möglicherweise illegale Praktiken abgetan habe. Das berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR.

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Heinz-Jakob Neußer soll von den Manipulationen gewusst haben, behauptet ein Techniker von VW.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Der Techniker habe bei einer Befragung durch die Konzernrevision ausgesagt, seine Informationen seien von Neußer offenbar nicht berücksichtigt worden. Neußer war damals Chef der Aggregate-Entwicklung der Marke VW und wurde später zum Markenvorstand berufen. Er war als Entwicklungsvorstand der Marke VW zuletzt direkt unter dem Konzernvorstand tätig.

VW erklärte dem Bericht zufolge, derzeit laufe ein "intensiver Aufklärungsprozess". Erst wenn sich ein "klares Bild" ergeben habe, könnten Details zum Handeln einzelner Personen genannt werden. Das Präsidium des VW-Aufsichtsrates hat für Mittwoch eine Krisensitzung einberufen, auf der ein Zwischenbericht der internen Ermittlungen vorgestellt werden soll. Laut VW sind rund elf Millionen Fahrzeuge von den Abgas-Manipulationen betroffen.

Ex-Manager dementieren Kenntnis

Der frühere VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder und der frühere VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hatten derweil nach eigenen Angaben keinerlei Kenntnis vom Einbau der Manipulationssoftware bei Abgastests. Beide hätten auch keine Entscheidungen zur Entwicklung oder zum Einsatz der Software getroffen, teilten sie über ihren Rechtsanwalt mit.

Sie könnten dies eidesstattlich versichern. Entsprechenden Berichten, die diesen Eindruck vermitteln könnten, würden Pischetsrieder und Bernhard "aufs Schärfste" widersprechen, hieß es weiter.

Am Montag hatte die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass in dem Zwischenbericht interner Ermittlungen davon die Rede sei, dass die Entscheidung zum Einbau der Manipulations-Software in Diesel-Fahrzeugen in den Jahren 2005 und 2006 gefallen sei, und zwar in der Motorenentwicklung in der VW-Zentrale in Wolfsburg. In diesen Jahren waren Pischetsrieder Konzernchef und Bernhard Markenchef.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa