Wirtschaft

China bremst Weltkonzern VW bekommt weniger Autos auf die Straßen

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Der brasilianische Markt ist eines der Sorgenkinder des Volkswagen-Konzerns.

(Foto: REUTERS)

Einmal mehr muss der Autobauer Volkswagen auf seinem größten Einzelmarkt Absatzrückgänge vermelden. Die schlagen inzwischen auf das Gesamtergebnis durch. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Beim erst kürzlich zur weltweiten Nummer eins aufgestiegenes Autobauer Volkswagen stottert der Motor: Im Juli haben die Wolfsburger erneut weniger Autos an die Kundschaft gebracht als vor einem Jahr. Der Rückenwind aus Europa konnte die Absatzrückgänge in China, Russland und Südamerika nicht wettmachen. Insgesamt lieferte die Kernmarke des Wolfsburger Konzerns mit 457.800 Pkw 6,9 Prozent aus als vor einem Jahr. Weltweit wurden 792.100 Fahrzeuge an die Kunden übergeben und damit 3,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

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Bereits im Juni war der Absatz der Marke Volkswagen Pkw um 8,6 Prozent zurückgegangen. In den ersten sieben Monaten des Jahres verkaufte die Marke Volkswagen mit 3,4 Millionen Pkw 4,3 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Russland-Geschäft bricht ein

Während die Marke Volkswagen Pkw Rückenwind aus Westeuropa einschließlich des Heimatmarktes Deutschland erhielt, waren die Verkäufe in Zentral- und Osteuropa per Juli mit 19,3 Prozent stark rückläufig. Hier schlug insbesondere Russland ins Kontor: Hier verkaufte die Marke Volkswagen 44,3 Prozent weniger Autos.

Auch das sich abschwächende Wirtschaftswachstum Chinas bekamen die Wolfsburger zu spüren: Im Reich der Mitte entschieden sich von Januar bis Juli 7,7 Prozent weniger Kunden für ein Auto der Marke Volkswagen. Auf dem größten Einzelmarkt schrumpfte der Konzernabsatz um 5,3 Prozent auf 1,99 Millionen Wagen. Auch in Südamerika ging es abwärts: Dort brachen die Verkäufe der Kernmarke um 22,5 Prozent ein.

Im Konzern gingen die Verkäufe von Januar bis Juli nur leicht um ein Prozent auf 5,83 Millionen Fahrzeuge zurück. Im Einzelmonat Juli betrug das Absatzminus 3,7 Prozent. "Die gesamtwirtschaftlichen Situationen in China, Russland und Brasilien sind nach wie vor angespannt", sagte Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler. "Der Volkswagen-Konzern konnte sich diesen Entwicklungen auch zu Beginn des zweiten Halbjahres nicht gänzlich entziehen." Teilweise deutlichen Rückenwind verspüre der Konzern dagegen in Nordamerika und vor allem in Europa.

Für den Volkswagen-Konzern steht in China besonders viel auf dem Spiel, denn in der Volksrepublik fährt der Konzern einen Großteil seines Gewinns ein. VW und die Tochter Audi, in China unangefochtener Platzhirsch im Oberklasse-Segment, dampften ihre Absatzziele bereits ein. Für das zweite Halbjahr rechnet VW mit einer Fortsetzung der uneinheitlichen Entwicklung der Märkte in den einzelnen Regionen.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts