Wirtschaft

Daimler-Chef widerspricht Gabriel Zetsche verteidigt chinesische Übernahmen

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Daimler-Chef Dieter Zetsche fürchtet sich nicht vor chinesischen Investitionen und Übernahmen.

(Foto: dpa)

Kann China eine Technologie nicht selbst entwickeln, kaufen staatliche Unternehmen sie in den USA und Europa ein - so die Meinung der deutschen Politik, die solche Übernahmen erschweren will. Doch der Daimler-Chef warnt vor Investionsbeschränkungen

Daimler-Chef Dieter Zetsche ist dagegen, chinesische Investitionen in Europa zu behindern. "Wer soll denn die Kriterien für einen unliebsamen Investor bestimmen?", fragte Zetsche in einem Interview des "Handelsblatts". Damit widersprach er Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der Übernahmen deutscher Firmen durch Chinesen erschweren will.

Zetsche allerdings hält nichts von dem Versuch, mit Gesetzen die Chinesen vom deutschen Markt fernzuhalten. "Die Stärke des Wirtschaftsstandortes Deutschland kommt doch daher, dass Wirtschaft und Staat weitgehend getrennt sind", sagte er dem Blatt. "Diese Trennung sollten wir auch erhalten. Wenn ich Zäune hochziehe, dann werden die Unternehmen müde und träge."

Der Daimler-Chef verweist in diesem Zusammenhang auf die Erfahrungen mit dem Patentschutz. "Da hieß es vor einiger Zeit noch, die Chinesen klauen und kopieren. Das ist Unsinn. China bildet mehr Ingenieure aus als wir", sagte er. "Das Land hat daher ein hohes Eigeninteresse, Patente zu schützen."

Die Diskussion um den Schutz deutscher Firmen war nach der Übernahme des Roboterbauers Kuka und der verhinderten Akquisition des Anlagenbauers Aixtron durch chinesische Unternehmen neu entfacht. Auch die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner befürchtet einen Ausverkauf an China. In der "Welt am Sonntag" sagte sie, die Bundesregierung müsse handeln und zwar schnell. "Es geht nicht um grundsätzliche Abgrenzung, aber wir müssen Regeln definieren, die verhindern, dass Konzerne, hinter denen ganze Staaten und deren Subventionen stehen, unsere Firmen schlucken."

Quelle: n-tv.de, chr/rts/dpa