Marktberichte

Beyond Meat geht durch die Decke Anleger greifen bei Snack-Projekt zu

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Beyond Meat will seine Technologie für pflanzenbasierte Proteine einbringen, Pepsico soll sich vorrangig um Marketing und Vertrieb kümmen, hieß es zu dem Projekt.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Beyond Meat und Pepsico tun sich für ein Joint-Venture zusammen und versetzen die Börse in Euphorie. Zeitweise gehen die Papiere des Fleischersatz-Spezialisten um 39 Prozent nach oben. Ansonsten läuft der Tag an der Wall Street weit weniger aufregend.

Einen Tag vor den geldpolitischen Beratungen der Notenbank Fed haben sich US-Anleger mit Engagements am Aktienmarkt zurückgehalten. Zudem warteten sie gespannt auf die Firmenbilanzen von großen Technologiekonzern wie Microsoft, Apple und Facebook. Der S&P-500-Index hatte zwar im frühen Handel noch ein Rekordhoch erreicht, doch dann ging ihm die Kraft aus.

Bei den jüngsten Quartalszahlen hielt sich Positives und Negatives in etwa die Waage. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial ging am Ende 0,07 Prozent tiefer bei 30.937,04 Punkten aus dem Handel. Bereits am Montag hatte er leicht im Minus geschlossen. Der breiter gefasste S&P 500 fiel am Dienstag um 0,15 Prozent auf 3849,62 Punkte, nachdem er im frühen Handel bei knapp 3871 Punkten einen Höchststand erreicht hatte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,05 Prozent auf 13.490,19 Punkte nach oben.

Im Dow zogen die Aktien von 3M um 3,3 Prozent an. Der Mischkonzern geht nach einer überraschend guten Geschäftsentwicklung Ende 2020 zuversichtlich ins neue Jahr. Die Papiere von Johnson & Johnson (J&J) gewannen 2,7 Prozent. Der Pharma- und Medizintechnikkonzern hatte sich in der Corona-Pandemie dank guter Geschäfte in der Arzneimittelsparte besser als erwartet geschlagen.

General Electric
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Demgegenüber verloren die Anteilscheine von American Express am Dow-Ende mehr als vier Prozent. Der Kreditkartenanbieter hatte auch zum Jahresende erheblich unter der Kaufzurückhaltung von Kunden in der Corona-Krise gelitten. Verizon traut sich zwar 2021 bessere Geschäfte zu. Allerdings verzeichnete der Telekomriese im abgelaufenen Quartal im Mobilfunkgeschäft weniger Vertragskunden als erhofft. Die Aktien sanken um gut drei Prozent. Zu den Favoriten im S&P 500 gehörten die Papiere des früheren Dow-Urgesteins General Electric, die 2,7 Prozent gewannen. Die Anleger konzentrierten sich hier auf den besser als erwarteten Ausblick auf den Mittelzufluss. Dieser galt unter Anlegern als Signal, dass die geschäftliche Wende an Fahrt gewinnt.

Harte Zeiten für private Gefängnisbetreiber

Ein regelrechtes Kursfeuerwerk brannten die Papiere von Beyond Meat ab, die um knapp 18 Prozent ansprangen. Zu Handelsbeginn hatte sogar ein Plus von gut 39 Prozent zu Buche gestanden. Der Fleischersatzspezialist sowie der Getränke- und Lebensmittelriese Pepsico bündeln die Kräfte. Beide Unternehmen kündigten ein Gemeinschaftsprojekt an, das pflanzenbasierte Drinks und Snacks entwickeln, herstellen und vermarkten soll. Die Anteilscheine von Pepsico legten um gut 1 Prozent zu.

Beyond Meat
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Auf Talfahrt aber gingen Aktien von Gefängnisbetreibern. So sackten "The Geo Group" um knapp acht Prozent und CoreCovic um fast sechs Prozent ab. Der neue US-Präsident Joe Biden will die Nutzung von privat betriebenen Gefängnissen durch die Bundesregierung beenden. Biden unterzeichnete eine Anordnung, mit der das Justizministerium angewiesen wurde, Verträge mit privat betriebenen Strafvollzugsanstalten nicht zu erneuern. Der Schritt ist Teil einer ganzen Reihe von Maßnahmen, mit denen der Präsident eigenen Angaben zufolge gegen strukturellen Rassismus vorgehen und die Gleichbehandlung aller Amerikaner fördern möchte.

Der Euro notierte bei 1,2164 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2143 (Montag: 1,2152) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8235 (0,8229) Euro. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) lag zuletzt mit 0,02 Prozent im Minus bei 137,40 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 1,04 Prozent.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts