Marktberichte

Wall Street baut Gewinne aus Dax setzt seinen Aufstieg fort

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Den zweiten Tag in Folge geht es mit dem Dax nach oben.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Auch am zweiten Handelstag der Woche geht der Dax mit einem Gewinn aus dem Handel und steigt wieder über die 9700er-Marke. Der Euro fällt nach einem Jahreshoch deutlich zurück. Der steigende Ölpreis befeuert derweil die Wall Street.

Auf und Ab ging es mit dem Dax am zweiten Tag der Handelswoche, am Ende setzte sich ein positiver Trend durch. Dax schloss mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 9761 Punkten. "Die Kurse bewegen sich lediglich mit dem Euro", sagte ein Händler. Als der Euro am Morgen auf ein neues Jahreshoch stieg, gab der Dax deutlich nach. Später hatte der Euro seine Gewinne wieder abgegeben, das stützte besonders die exportorientierten Aktien. Im Laufe des Nachmittags sank die Gemeinschaftswährung sogar wieder unter die 1,14-Dollar-Marke.

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Der große Gewinner in Europa waren erneut die Rohstoffwerte. Der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent war auf einen neuen Jahreshöchststand gestiegen. Und auch der Goldpreis baute die jüngsten Gewinne weiter aus. Der Stoxx-Index der europäischen Rohstoffaktien gewann nach dem Aufschwung vom Wochenauftakt nun weitere 3,5 Prozent.

An der Athener Börse ging es um 1,9 Prozent deutlich abwärts. Hier verstimmte, dass die Gläubiger Griechenlands wegen der anstehenden IWF- und Weltbank-Tagung ihre Verhandlungen mit Athen unterbrochen haben, ohne wie geplant, bislang konkrete Ergebnisse erzielt zu haben. Die Gläubiger fordern eine Zusage Griechenlands zu Sparmaßnahmen, mit dem Fokus auf Renten und Einkommenssteuern.

Italienische Bankenaktien legten nur zum Start nochmals deutlich zu, gestützt von der Einigung auf die Einrichtung eines Rettungsfonds für die Branche, die mit einem Berg notleidender Kredite zu kämpfen hat. Unter anderem soll der Fonds nun Kreditlinien für Kapitalerhöhungen zur Verfügung gestellt werden und im Gegenzug Problemkredite aufgekauft werden. Das Volumen der Problemkredite in Italien wird von Experten mit mehr als 341 Milliarden Euro beziffert - davon mehr als 200 Milliarden Euro notleidend.

Frankfurt: Salzgitter überzeugen im MDax

Salzgitter
Salzgitter 11,80

Der Dax schloss am Ende 0,8 Prozent höher auf 9761 Punkten. Der MDax ging unverändert aus dem Handel bei 20.163 Zählern. Einen kleinen Aufschlag von 0,2 Prozent verzeichnete der TecDax, der auf 1635 Punkte zulegte. Aufschläge auch beim Euro-Stoxx-50, der um 0,6 Prozent auf 2941 Stellen stieg.

Spitzenreiter im Dax waren am Ende die Aktien des Versicherers Allianz, die um 1,8 Prozent zulegten. Continental verbesserten sich um 1,6 Prozent, SAP legten 1,5 Prozent zu.

Weiter hinten im Dax gaben Henkel um 0,3 Prozent oder 33 Cent nach. Das ging aber fast gänzlich auf den Dividendenabschlag von 1,47 Euro je Aktie zurück. Ganz hinten landeten hingegen Vonovia, die 2,4 Prozent einbüßten.

Im MDax stachen Salzgitter hervor, die von einer Hochstufung durch die Analysten von Goldman profitierten. Die Aktien legten um 5,2 Prozent zu. Im SDax schossen Klöckner & Co um 7,9 Prozent nach oben. Grund war ebenfalls ein positiver Analystenkommentar.

Rocket Internet stiegen um 6,4 Prozent: Rocket Internet und weitere Investoren haben vereinbart, Anteile am südostasiatischen E-Commerce-Unternehmen Lazada an Alibaba zu verkaufen.

USA: Wall Street legt deutlicher zu

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Ihre leichten Startgewinne ausbauen können die US-Börsen im weiteren Handelsverlauf. Rückenwind kommt aus Europa, wo die meisten Indizes nach einem wechselhaften Verlauf in den ersten Handelsstunden mittlerweile moderat zulegen. Positiv wurden die jüngsten Aussagen von US-Notenbankern gewertet. Der Präsident der Federal Reserve Bank of Philadelphia, Patrick Harker, hat zur Besonnenheit gemahnt: Die US-Notenbanker sollten auf Belege für ein Anziehen der Inflation warten, ehe sie die kurzfristigen Zinsen erneut anheben.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,9 Prozent auf 17.721 Punkte. Der S&P-500 legte um 1,0 Prozent auf 2062 Punkte zu. Der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 4872 Punkte.

Keinen Einfluss auf den Aktienmarkt hatten erneut gesenkte Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die globale Wirtschaft. Die Prognose für das laufende Jahr liegt nur noch knapp über einem Niveau, das allgemein mit einer globalen Rezession in Verbindung gebracht wird. Der IWF rechnet für 2016 noch mit 3,2 (Januar-Update: 3,4) Prozent Wachstum und für 2017 mit 3,5 (3,6) Prozent.

Konjunkturseitig standen lediglich die Im- und Exportpreise für März auf der Agenda. Bei den Importpreisen blieb der Anstieg mit 0,2 Prozent klar unter dem Ökonomenkonsens von plus 0,9 Prozent. Sie dürften die Märkte gleichwohl eher nicht bewegen.

Alcoa
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Dagegen ist der mit Spannung erwartete Start in die US-Berichtssaison mit den Alcoa-Zahlen ernüchternd ausgefallen. Der Aluminiumkonzern enttäuschte beim Umsatz und gab einen schwachen Ausblick. Die Aktie verlor 2,7 Prozent. Juniper Networks brachen um 7,4 Prozent ein, nachdem das Unternehmen seine Prognosen für das erste Geschäftsquartal gesenkt hat. Die UBS hat der Aktie als Reaktion die Kaufempfehlung entzogen. Die Aktie von Cisco, direkter Wettbewerber von Juniper, konnte sich dagegen von anfänglichen Verlusten erholen und schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent.

Im Dow-Jones-Index gehörten mit der Rally der Ölpreise vor allem die Aktien von Exxon Mobil und Chevron zu den Gewinnern, die um 1,2 bzw 2,4 Prozent nach oben kletterten. Der Energiesektor im S&P-500 stieg um 2,8 Prozent. Starbucks verloren 2,3 Prozent auf 59,50 Dollar. Die Deutsche Bank glaubt vorerst nicht an einen Ausbruch der Starbucks-Aktie aus ihrer Seitwärtsbewegung und stufte die Titel auf "Hold" zurück. Das Kursziel wurde um 6 Dollar auf 64 Dollar gesenkt.

Asien: Nikkei schließt deutlich im Plus

Nikkei
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Die Börsen in Fernost haben wieder Boden gutgemacht. Vor allem in Tokio griffen viele Investoren zu, nachdem zahlreiche Aktien zuletzt Federn lassen mussten. Allerdings habe das Vertrauen in japanische Papiere in den vergangenen Monaten abgenommen, sagten Händler. "Investoren sind enttäuscht, weil es keine wirksamen Maßnahmen gegen den starken Yen gibt", sagte Analyst Hikaru Sato vom Broker Daiwa Securities.

Der Nikkei-Index schloss 1,1 Prozent im Plus bei 15.928 Punkten und führte damit die Liste der Gewinner in Fernost an. Der MSCI-Index für die Aktien der Region Asien/Pazifik ohne Japan lag rund 0,6 Prozent höher. Auch der südkoreanische Markt in Seoul legte zu.

Gegen den Trend gaben die Börsen in China dagegen nach. Vor allem Immobilien- und Technologiepapiere notierten nach den Kursgewinnen vom Vortag niedriger.

In Tokio waren Schnäppchenjägern unterwegs. Gefragt waren vor allem Export-Titel, denen zuletzt der starke Yen zugesetzt hatte. So verteuerten sich Toyota-Anteilscheine um fast vier Prozent. Aktien der japanische Investmentbank Nomura legten nach Berichten über geplante Stellenstreichungen in Europa zum Eindämmen von Verlusten sogar mehr als sieben Prozent zu.

Devisen: Euro steigt auf Jahreshoch und fällt wieder

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,09

Der Kurs des Euro schwankte deutlich und erreichte zeitweise den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Im Vormittagshandel war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1465 US-Dollar gestiegen und damit so viel wert wie seit vergangenem Oktober nicht mehr. Im späten US-Handel rutschte der Kurs bis auf 1,1389 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1396 (Montag: 1,1390) Dollar festgesetzt.

Zum Yen legte der Dollar nach zuletzt sieben Handelstagen mit Verlusten erstmals wieder zu. Er eroberte dabei die Marke von 108 Yen zurück, nachdem er am Vortag noch auf ein 18-Monatestief zur japanischen Währung gefallen war. Eine leichte Unterstützung für den Dollar kam dabei vom Gouverneur der japanischen Notenbank. Er betonte, seine Institution werde nicht zögern zu intervenieren, sollte der Yen weiter nach oben laufen. Der Dollar notierte im späten US-Handel bei 108,51 Yen.

Nachdem der Eurokurs sein Hoch erreicht hatte, sei es am Devisenmarkt zu Gewinnmitnahmen und einer deutlichen Gegenbewegung gekommen, begründeten Händler die Kursschwankungen. Nach wie vor steht die unterschiedliche Geldpolitik in den USA und der Eurozone im Mittelpunkt des Interesses. Die US-Notenbank Fed steuert auf eine Fortsetzung der Zinswende zu. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Zinsen in den USA weiter erhöht werden. Dagegen hält die EZB trotz einer immer stärkeren Kritik aus Deutschland an ihrer Niedrigzinspolitik fest.

Rohstoffe: Brent steigt über 43-Dollar-Marke

Am Ölmarkt ging es mit den Preisen kräftig nach oben. Hintergrund war die anhaltende Hoffnung, dass sich die Ölförderländer bei ihrem Treffen am Sonntag doch auf eine Begrenzung der Fördermenge verständigen können. Dazu kamen Berichte, wonach sich Russland und Saudi-Arabien bereits auf ein Einfrieren der Fördermenge geeinigt haben sollen. Der russische Vertreter bei der Opec hofft, dass es trotz aller Differenzen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran zu einer Einigung kommt. Der Iran hat bisher ausgeschlossen, sich an einer Fördermengenbegrenzung zu beteiligen. Ein Barrel der Sorte WTI erhöhte sich zum US-Settlement 4,5 Prozent auf 42,17 Dollar. Brent stieg 4,3 Prozent auf 44,69 Dollar. Erstmals seit Mitte 2014 kletterten die Öl-Preise wieder über ihre 200-Tage-Durchschnittslinien.

Der Goldpreis setzte seine Aufwärtsbewegung fort, wenn auch mit moderaterem Tempo. Für die Feinunze ging es den vierten Handelstag in Folge nach oben, die längste Gewinnstrecke seit zwei Monaten. Die gesenkte Wachstumsprognose des IWF und die Erwartung schwacher Ergebnisse in der US-Berichtssaison sorgten für Goldkäufe, so ein Händler. Zum US-Settlement kostete die Feinunze 1.291 Dollar, ein Aufschlag von 0,2 Prozent.

Quelle: ntv.de, mli/kst/mmo/AFP/DJ/dpa/rts