Marktberichte

Wall Street beendet Rally flau Dow verbucht stärksten Monat seit 1987

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Prächtige Gewinne im Rekordmonat November verleiten die Anleger zu Verkäufen.

(Foto: AP)

Am Ende der Rally geht der Wall Street die Luft aus. Die Corona-Pandemie und Drohungen der scheidenenden Trump-Regierung in Richtung Peking trüben die Stimmung ein. Trotzdem geht der November als stärkster Monat seit Jahrzehnten in die Börsengeschichte ein.

Zum Abschluss eines außerordentlich starken Monats haben die Anleger an der Wall Street Gewinne mitgenommen. Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 0,91 Prozent auf 29.638,6 Zähler und entfernte sich so weiter von der 30.000-Punkte-Marke, die er in der Vorwoche erstmals überschritten hatte. Was bleibt, ist dennoch ein enorm starker Monat. Zuerst geprägt von der US-Wahl und dann noch stärker von der Impfstoff-Euphorie, hat der Dow im November um 11,8 Prozent zugelegt, was den stärksten Monat seit 1987 bedeutet. Seitdem Biontech und Pfizer am 9. November die Euphorie schürten, ist auch die Jahresbilanz für den Leitindex wieder positiv. Ungeachtet der schweren Viruskrise liegt der Dow derzeit im Vorjahresvergleich fast vier Prozent im Plus.

Mit dem Dow fiel auch der marktbreite S&P 500 um 0,46 Prozent auf 3621,6 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 dagegen schaffte es unter anderem gestützt auf Kursgewinne bei Apple knapp mit 0,08 Prozent ins Plus, er schloss bei 12 268,3 Zählern. Beim breiter gefassten Nasdaq Composite reichte es im frühen Handel für eine Bestmarke.

Die Stimmung der Anleger wurde auch dadurch etwas getrübt, dass die scheidende US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Handelskonflikt mit China noch einmal anheizt. Medienberichten zufolge will Trump Chinas größten Chiphersteller SMIC und den Ölgiganten CNOOC auf die schwarze Exportliste setzen. Die beiden Unternehmen befänden sich im Besitz oder unter der Kontrolle des chinesischen Militärs, so die Begründung.

Impfstoff-Antrag beflügelt Moderna

Moderna Inc.
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Unter den Einzelwerten notierten S&P Global 3,0 Prozent fester. Das Unternehmen kauft die IHS Markit Ltd und wird so zu einem der größten Finanzdatenanbieter in den USA. Der reine Aktiendeal bewertet IHS Markit mit rund 44 Milliarden US-Dollar, wie S&P Global mitteilte. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" aus Kreisen über den bevorstehenden Zusammenschluss berichtet. Es ist die weltweit größte Fusion des Jahres. IHS Markit legten um 7,4 Prozent zu.

Moderna machten einen Satz um 20 Prozent nach vorne. Der Impfstoffhersteller will noch an diesem Montag in den USA und Europa Anträge auf Zulassung eines Impfstoffs gegen Covid-19 einreichen. Nach dem Abschluss der Studie habe der Impfstoff eine Erfolgsquote von 94,1 Prozent gezeigt, teilte das US-Unternehmen mit, das bereits vorab über eine solche Wirksamkeit berichtet hatte.

Pfizer
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United Airlines hat laut Kreisen damit begonnen, Charterflüge zur Verteilung von Impfdosen der beiden Unternehmen Biontech und Pfizer zu organisieren. Der Verteilungsplan beinhalte bestehende, aber auch zusätzliche Kapazitäten zur kühlen Lagerung bzw. zum Transport der Dosen, hieß es. Zugleich hat die britische Regierung den staatlichen Krankenhäusern mitgeteilt, sie sollten bereit sein, bereits ab kommenden Montag mit der Verteilung des Pfizer-Biontech-Impfstoffs zu beginnen. Pfizer verteuerten sich um 2,9 Prozent, Biontech rückten um 13 Prozent vor.

Apple
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Die Apple-Aktie profitiere von freundlichen Analystenstimmen, die vor allem auf die starke Nachfrage nach den neuen 5G-iPhones und den neuen Mac-Modellen mit dem Apple-eigenen Prozessor abhoben. So erhöhte zum Beispiel Loop Capital die Einstufung auf "Kaufen". Das Haus rechnet damit, dass Apple die Erwartungen der Experten übertreffen werde. Die Aktie gewann 2,1 Prozent.

Nikola-Aktien brachen dagegen um 27 Prozent ein. Der Autokonzern General Motors (GM) wird sich nun doch nicht an dem Hersteller batterieelektrischer und brennstoffzellenbetriebener Fahrzeuge beteiligen. GM wird seine Brennstoffzellensysteme aber an Nikola für den Bau von Nutzfahrzeugen liefern. Die GM-Aktie gab 2,7 Prozent nach.

Quelle: ntv.de, mau/dpa