Marktberichte

Goldpreis steigt weiter Virusangst schickt Wall Steet auf Talfahrt

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Konjunktursorgen drücken New Yorker Börsen ins Minus.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Angst vor möglichen Folgen der Coronavirus-Epidemie beherrscht auch zum Wochenausklang die Wall Street. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt weiter. Die Ausbreitung der Krankheit schürt zunehmend Sorgen vor einer nachhaltigen Belastung der Wirtschaftsentwicklung - und das nicht nur in Asien.

Die Angst vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung wegen des Coronavirus belastet weiterhin die US-Börsen. So steigt die Zahl der Infizierten in China weiter und auch in anderen Ländern nimmt deren Zahl zu. Dazu kommen die sich immer stärker abzeichnenden konjunkturellen Auswirkungen. Denn mehr und mehr Unternehmen verweisen in ihren Ausblicken auf mögliche Belastungen durch das Virus. Prominentestes Beispiel in dieser Woche war Apple.

Apple
Apple 240,91

Zudem zeigten vorläufige Daten zur japanischen Industrie-Aktivität für Februar den stärksten Rückgang seit mehr als sieben Jahren. Die Pkw-Verkaufszahlen in China sind in den ersten beiden Februar-Wochen im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent eingebrochen. Und in den USA fiel der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor im Februar überraschend deutlich zurück und dazu unter die Expansionsschwelle.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,8 Prozent auf 28.992 Punkte. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite verloren 1,1 und 1,8 Prozent. Dabei wurden 923 (1.798) Kursgewinner und 2.026 (1.127) -verlierer gesehen. Unverändert gingen 71 (96) Titel aus dem Handel.

"Sichere Häfen" bleiben gesucht

Gold in USD
Gold in USD 1.588,94

Vermeintlich sichere Häfen verzeichneten nach den schwachen US-Einkaufsmanagerindizes verstärkten Zulauf. Der Goldpreis stieg weiter und markierte bei 1.649 Dollar erneut ein Siebenjahreshoch. Der Preis für die Feinunze kletterte um 1,6 Prozent auf 1.646 Dollar.
Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel um 5,1 Basispunkte auf 1,47 Prozent und lag damit unter der wichtigen Marke von 1,50 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Papiere sank auf ein Allzeittief.

Die Ölpreise, die sich in den vergangenen Tagen dank chinesischer Maßnahmen zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft etwas erholt hatten, fielen kräftig zurück. Hier belastete die Furcht vor einer konjunkturellen Eintrübung durch das Virus, was in der Folge eine geringere Nachfrage nach sich ziehen dürfte. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,9 Prozent auf 53,38 Dollar, für Brent ging es um 1,4 Prozent auf 58,50 Dollar nach unten.

Die schwachen US-Einkaufsmanagerindizes setzten den Dollar unter Druck. Der Euro stieg auf rund 1,0850 Dollar, zusätzliche Unterstützung kam von einem über den Prognosen ausgefallenen Einkaufsmanagerindex aus Deutschland.

T-Mobile und Sprint im Fokus

Bei den Einzelwerten an der Börse standen T-Mobile US und Sprint im Blick. Die Deutsche Telekom hat für ihre US-Mobilfunktochter bessere Bedingungen für den geplanten Zusammenschluss durchgesetzt, vor allem was das Umtauschverhältnis angeht. Sprint gehört mehrheitlich dem japanischen Konzern Softbank. Die Aktie von T-Mobile US zeigt sich 0,9 Prozent niedriger, Sprint legten dagegen um 6 Prozent zu.

T-Mobile US
T-Mobile US 78,02

Unerwartet starke Zahlen verhelfen der Dropbox-Aktie zu einem Plus von 20 Prozent. Der Verlust fiel geringer aus als erwartet, den Umsatz steigerte das Unternehmen um 19 Prozent. Die Zahl der zahlenden Nutzer schnellte nach oben wie auch der durchschnittliche Umsatz je Nutzer.

Coca-Cola hatte den Ausblick für das laufende Jahr trotz der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie bestätigt. Allerdings rechnet der Getränke-Konzern im ersten Quartal mit einem leichten Absatz-Rückgang. China ist der nach Absatz drittgrößte Markt der Welt für Coca-Cola. Die Aktie stieg um 0,7 Prozent.

Quelle: ntv.de, uzh/DJ