Marktberichte

Dritter Tag mit Gewinnen Wall Street klammert sich an die Hoffnung

50b236497c11bc54dfda2d89002f1f56.jpg

Die Hoffnung auf ein weiteres Konjunkturpaket belebt den Handel.

(Foto: imago images/imagebroker)

Und immer wieder das Konjunkturprogramm: Republikaner und Demokraten können sich weiter nicht einigen. Immerhin legt das Weiße Haus nun einen verbesserten Vorschlag auf den Tisch. Für Anleger Grund genug, optimistisch zu bleiben und weiter für steigenden Kurse zu sorgen.

Auch zum Wochenschluss und damit den dritten Tag in Folge geht es an der Wall Street nach oben. Damit haben die US-Börsen ihre höchsten Wochengewinne seit Ende August eingefahren. Am Ende gewann der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent auf 28.567 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,9 Prozent. Der technologiebasierte Nasdaq-Composite kletterte um 1,4 Prozent.

Laut Börsianern stützte weiter die Hoffnung auf ein neues Konjunkturpaketes noch vor der US-Wahl. Im Verlauf des Handels wurde bekannt, dass das Weiße Haus für die stockenden Verhandlungen einen Kompromiss entworfen hat, der 1,8 Billionen-Dollar schwer sein soll. Damit würde die Regierung von Präsident Donald Trump den bisherigen Vorschlag aufstocken und den Demokraten entgegenkommen, die noch höhere Ausgaben von 2,2 Billionen Dollar gefordert hatten. Die ersten Gespräche über den neuen Vorschlag zwischen Finanzminister Steven Mnuchin und der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi sind wohl gscheitert, sie sollen aber fortgesetzt werden.

"Anleger zeigen sich eindeutig sensibel gegenüber den Stadien der Fiskalgespräche", sagte Marktanalyst Han Tan von FXTM. Sie hielten sich an jedem Hoffnungsschimmer fest. Etwas Unterstützung kam aus China, wo der im September gestiegene Caixin-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor den zuvor bereits bekannt gewordenen positiven Eindruck des offiziellen Indexes untermauert.

Milliarden-Deal in Chip-Branche im Fokus

Unter den Einzelwerten standen die Aktien der Chiphersteller AMD und Xilinx im Fokus. Kreisen zufolge sprechen beide Unternehmen über eine Übernahme durch AMD. Der Deal könnte ein Volumen von 30 Milliarden Dollar haben. Xilinx schossen um 14,2 Prozent nach oben, AMD fielen um 3,9 Prozent. Der Kurs des großen Konkurrenten Intel gab 1 Prozent ab.

Pfizer hat mit einer klinischen Studie zur Behandlung von Brustkrebs mit dem Mittel Ibrance nicht die erhofften Ziele erreicht. Der Kurs des Pharmakonzerns gab 0,6 Prozent ab. Gamestop fielennachwegen Gewinnmitnahmen um  knapp zehn Prozent. Am Vortag war es um 40 Prozent nach oben gegangen. Der Videoeinzelhändler plant eine technische Kooperation mit Microsoft.

Die US-Rentennotierungen legten etwas zu. Der schwächelnde Dollar stützte den Goldpreis. Die Feinunze verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 1928 Dollar. Nach der Vortagesrally kamen die Erdölpreise wieder zurück. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 40,53 Dollar pro Fass und europäisches Referenzöl der Sorte Brent ebenfalls um 1,2 Prozent auf 42,79 Dollar. Im Handel beäugt man die aktuellen Meldungen zum Wirbelsturm Delta, der große Teile der Ölförderung im Golf von Mexiko lahmgelegt hat.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ