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Überall Tauben Wall Street richtet sich an Zinsträumen auf

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Die Wall Street handelte wegen des feiertags morgen verkürzt.

(Foto: imago images / Levine-Roberts)

Das dürfte Präsident Trump gefallen. Am Vorabend des Nationalfeiertages klettert der Dow-Jones-Index auf ein neues Jahreshoch. Personalentscheidungen an Fed und EZB wecken Hoffnungen auf Zinssenkungen.

In der Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung der Notenbank (Fed) sind Anleger in die US-Aktienmärkte eingestiegen. Alle drei Indizes schlossen nach einer verkürzten Sitzung auf Rekordständen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,7 Prozent auf 26.966 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 0,8 Prozent auf 2995 Zähler. Beide Indizes markierten im Handel neue Jahreshochs. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 8170 Punkte. Am morgigen Donnerstag bleibt die Wall Street aufgrund eines Feiertags geschlossen.

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Dow Jones 27.350,00

Genährt wurden die Zinssenkungsspekulationen unter anderem von schwachen Zahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag liefern. Statt der erhofften 140.000 schufen US-Firmen im Juni nur 102.000 neue Stellen. Knapp ein Viertel der Investoren rechnet inzwischen damit, dass die Fed den Leitzins Ende Juli um einen halben Prozentpunkt senken wird. Vor den ADP-Zahlen lag die Quote bei rund 20 Prozent.

Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump mit den Ökonomen Judy Shelton und Christopher Waller seine Kandidaten für zwei freie Positionen bei der US-Notenbank Federal Reserve vorgestellt hat, nachdem er die Währungshüter zuvor monatelang zur Senkung der Zinsen angehalten hat. Shelton und Waller gelten als Befürworter einer lockeren Geldpolitik.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte Tesla mit einem Kursplus von 4,6 Prozent. Der Elektroauto-Pionier habe im abgelaufenen Quartal überraschend viele Fahrzeuge ausgeliefert, schrieb Analyst Jeffrey Osborne vom Vermögensverwalter Cowen.

Auch an Europas Börsen ging es bergauf. Dax und EuroStoxx50 legten jeweils ein knappes Prozent auf 12.616 beziehungsweise 3539 Punkte zu, nachdem sie im Tagesverlauf mit 12.632 beziehungsweise 3539 Zählern so hoch notierten hatten wie zuletzt vor rund einem Jahr.

Auslöser der Rally war die Nominierung der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). "Lagarde teilt wahrscheinlich die Vorliebe von Mario Draghi für eine aggressive und innovative Geldpolitik", sagte Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere. Sollte die Inflation niedrig bleiben, könne daher mit erneuten Geldspritzen gerechnet werden. "Die Börsen werden das goutieren, vor allem da sich das Wachstum abzuschwächen scheint."

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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