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Tanzend in die nächste Saison Sonja Balodis - mit Marc Cain in ein neues Zeitalter

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Sonja Balodis - kreativ und innovativ mit Leib und Seele.

(Foto: Marc Cain )

Sonja Balodis ist "die Neue" im Team von Marc Cain. Die Geschäftsführerin des Traditionsunternehmens war auf der Berliner Fashion Week und stellte mit ihren Kollegen die jüngste Kollektion des Hauses vor. Ungewöhnlich ging es zu, denn statt normalem Catwalk gab es eine Tanzeinlage, choreographiert von Eric Gauthier, dem Mann, der in Berlin demnächst eine gigantische Show im Friedrichstadtpalast auf die Beine stellt. Dem Gründer der Marke, Helmut Schlotterer, ist es "wichtig, gerade in diesen turbulenten Zeiten, die Weichen neu zu stellen." Mit ntv.de spricht Sonja Balodis über die Marke, Mode und Made in Germany.

ntv.de: Sie sind recht neu im Unternehmen "Marc Cain", Frau Balodis, da will man sicher nicht gleich alles anders machen als Geschäftsführerin, aber man will auch sein Ding durchziehen, oder?

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Denise Schindler, Medaillengewinnerin der Paralympis 2021 im Bahnradfahren, trägt Marc Cain.

(Foto: imago images/Future Image)

Sonja Balodis: (lacht) Auf jeden Fall. Ich möchte mein Team bestärken, den mutigen Weg zu gehen, den es bereits eingeschlagen hat. Dazu musste ich erst einmal die DNA des Unternehmens kennen lernen. Wir haben Workshops veranstaltet und uns gefragt, was macht die Marke aus, welche Kundinnen haben wir, welche wollen wir gewinnen. Und ich wollte unbedingt die Heritage der Marke bewahren. Außerdem habe ich mich gefragt, was treibt Helmut Schlotterer als Gründer und Inhaber an. Wichtig ist mir, dass wir uns treu bleiben - wir haben zum Beispiel unsere Strickerei in Bodelshausen, die definitiv zur DNA der Marke gehört.

Made in Germany …

… ja, das ist uns total wichtig. Es war faszinierend für mich, in den ersten Monaten zu sehen, wie viel Herzblut die Mitarbeiter in die Produktentwicklung gesteckt haben. Für mich bedeutet das jetzt, alle weiterhin zu ermutigen, sich auf die Stärken zu besinnen, die uns ausmachen. Wenn wir diese Stärken bündeln, dann können wir Marc Cain mit unserem Spirit in ein neues Zeitalter bringen. Dann trauen wir uns ganz bewusst, anders zu sein als andere Marken.

"Keep on Dancing" ist ja ein wunderbares Motto für eine Kollektion, denn Tanz bedeutet Freiheit. Und eine Tanzshow statt eines Catwalks im Rahmen der Berliner Fashion Week zu bringen - wie sind Sie darauf gekommen?

Sonja Balodis: Es lag einfach nahe, sich mal in unserer direkten Nachbarschaft in Stuttgart und der Schwäbischen Alb umzuschauen und da sind wir ganz schnell auf Eric Gauthier gekommen. Ziel war es, die Lebensfreude, die unsere neue Kollektion transportieren soll, auszudrücken.

Der Choreograph und Tänzer ist tatsächlich auch bald mit der Show "Arise" im Berliner Friedrichstadtpalast zu sehen. Und warum Kate Bosworth als Marc Cain-Testimonial?

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Kate Bosworth und Helmut Schlotterer.

(Foto: imago images/Future Image)

Kate Bosworth ist Marc Cain eng verbunden, sie war vor vier Jahren bereits bei uns, da ist eine schöne Beziehung zur Marke und zu unserem Inhaber Helmut Schlotterer entstanden. Kate Bosworth ist eine Persönlichkeit, die es versteht, jungen Frauen Mut zu machen mit ihrer positiven Ausstrahlung und mit dem, was sie sagt und tut.

Wer ist denn die "Marc Cain"-Frau? Das Unternehmen ist ja alteingesessen und hat sich über die Jahre immer wieder neu erfunden. Und dementsprechend auch schon viele Veränderungen mit erlebt.

Die "Marc Cain"-Frau liebt es, ihre Persönlichkeit zu unterstreichen. Sie ist selbstbewusst und hat einen eigenen Charakter. Sie liebt es, etwas Besonderes - auch durch ihre Kleidung - zum Ausdruck zu bringen. Wir wollen ganz bewusst viele unterschiedliche Frauen ansprechen, und haben deswegen auch mutigere Designs im Angebot (lacht). Es ist immer ein spezieller Twist in unserer Mode, die durchaus inspirierend wirken darf. Wir zeigen außerdem immer ungewöhnliche Farben und Drucke. Wir denken bei der Entwicklung unserer Kollektion vor allem an die Frauen, die selbst eine Message haben und ihre Persönlichkeit unterstreichen wollen.

Also für eine feminine, positive Frau, die weiß, was sie will. Ist "Marc Cain" alterslos?

Marc Cain ist für moderne Frauen, das Alter spielt für unsere Kollektionen keine Rolle. Ich denke, dass wir immer facettenreicher werden.

Was raten Sie Frauen in der Geschäftswelt - Sie bekleiden den begehrten Posten der Geschäftsführerin (Marketing, Produkt und Beschaffung), den nicht viele Frauen innehaben. Wir sprechen in den letzten Jahren viel von der "Frauenquote", die in der oberen Ebene anscheinend nötig ist.

Ich glaube, die Quote ist eigentlich nicht das Thema. Es sollte viel mehr um Netzwerken gehen und darum, sich gegenseitig zu bestärken. Frauen sollten noch mehr an sich glauben und von vornherein verstehen, welchen Mehrwert sie in einer Geschäftsführung haben, nicht nur, wenn es um Mode geht. Unser Team ist mit Helmut Schlotterer, Dirk Büscher, Diana Brajkovic und mir ausgeglichen aufgestellt und das empfinde ich als ein sehr angenehmes gemeinsames Arbeiten.

Die Ausgewogenheit ist also wichtig …

… ja, eine Ausgewogenheit, die ein gewisses Facettenreichtum in eine Unternehmenskultur bringt. Ich glaube daran, dass das erfolgreich macht.

Was fehlt Frauen denn am meisten, damit sie sich in der Wirtschaft, in Unternehmen, besser aufstellen können?

Wir müssen Frauen immer weiter ermutigen, diese Rolle anzunehmen. Zu sagen: "Ich kann das, ich will das!" Das ist mein Thema und meine Message, an die jungen Mitarbeiter, an die jungen Kundinnen. Mein Support ist, sie zu ermutigen, ganz frisch und frei die Initiative zu ergreifen. Das ist wichtig.

Ein anderes großes Thema ist die Digitalisierung, die Sie sich auf die Fahne geschrieben haben, wie kann man sich das vorstellen in einem Mode-Unternehmen?

Das gesamte Unternehmen ist innovations-getrieben, ich möchte fast behaupten, es hat einen wahnsinnigen Ehrgeiz, innovativ zu sein (lacht). Das haben wir auch Helmut Schlotterer zu verdanken. Das ist sein Finger-Print. Seit einigen Jahren wird bei "Marc Cain" in ein 3D-Design-Team investiert, so etwas habe ich tatsächlich in der Form noch nie gesehen. Wir haben geschulte und studierte Designer, die sich darauf verstärkt haben, digitale Produktentwicklung voranzutreiben, das macht Marc Cain seit fünf Jahren. Und das zahlt sich aus. Wie viel in der technischen Produktentwicklung schon vorab kreiert wird, durch eine digitale Schnitterstellung beispielsweise, das ist wirklich ganz weit vorne. Das wird schnittstellenübergreifend für eine digitales Order-Tool genutzt, was uns in der schwierigen Corona-Phase bereits sehr geholfen hat, den Kundenkontakt, auch im E-Commerce, aufrecht zu erhalten. Dieses Denken, das stufenweise ineinandergreift, das ist ganz ausgeprägt bei uns im Unternehmen.

Wie steht Deutschland in der Modewelt da?

Ich denke, solche Events, wie sie auf der Berliner Fashionweek gezeigt werden, die müssen viel öfter stattfinden, denn hier beweisen wir, wie kreativ und innovativ wir sind. Ich habe große Hoffnung, dass man sich jetzt nochmal hinterfragt und über neue Konzepte nachdenkt.

Mit Sonja Balodis sprach Sabine Oelmann für n-tv.de

Quelle: ntv.de

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