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Vorrangig im Süden Deutschlands Blitzeinschläge nahmen 2021 deutlich zu

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3714 Blitze schlagen 2021 im Landkreis Starnberg ein.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Rund 491.000 Mal blitzt es 2021 in Deutschland. Damit steigt die Zahl der Einschläge im Vorjahresvergleich um knapp 100.000. Am häufigsten trifft es den Landkreis Starnberg, aber auch im Norden finden sich zwei Blitz-Hotspots.

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland häufiger geblitzt als im Vorjahr. Die höchste Blitzdichte gab es im Landkreis Starnberg und in Baden-Württemberg. Vor allem der wohlhabende Kreis südlich von München fällt im Siemens Blitzatlas 2021 als Hotspot auf: Mit 7,6 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer lässt er den zweitplatzierten Stadtkreis Augsburg deutlich hinter sich, der auf 5,9 Blitze pro Quadratkilometer kommt. Auf dem dritten Rang der Blitz-Hotspots liegt der baden-württembergische Bodenseekreis (ebenfalls 5,9). Er ist der einzige nicht-bayerische unter den zwölf blitzreichsten Kreisen und Städten.

Auf Länderebene liegt Baden-Württemberg dennoch mit einer Blitzdichte von 2,61 an der Spitze vor Bayern, das mit 2,18 Blitzen pro Quadratkilometer auf Rang zwei kommt. Dahinter folgen Schleswig-Holstein und Hamburg mit 1,67 und 1,66. Bundesweiter Durchschnitt waren 1,4 Blitze pro Quadratkilometer. Deutschlandweit stieg die Zahl der Blitze vergangenes Jahr um knapp 100.000 Einschläge auf etwa 491.000. Jeder elfte davon schlug am 29. Juni ein, dem blitzreichsten Tag in Deutschland. Damals hatten Unwetter in Teilen der Bundesrepublik zu schweren Schäden geführt. Insgesamt schlugen mehr als die Hälfte aller Blitze im vergangenen Jahr im Juni ein.

"2021 war gegenüber den Vorjahren wieder deutlich niederschlagsreicher bei dennoch hohen Temperaturen vor allem im Juni", erklärt der Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens, Stephan Thern. "Damit waren die Grundvoraussetzungen für Gewitter - Feuchtigkeit und hohe Temperaturen - vorhanden, um ein doch deutlich blitzintensiveres Jahr zu registrieren." Dennoch lag die Blitzdichte 2021 in etwa im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Viele Blitze in Alpennähe

Im Blitzhotspot Starnberg habe es insgesamt 43 Gewittertage gegeben, sagt Thern. Dass die höchsten Blitzdichten im Süden gemessen wurden, überrascht ihn nicht: "Bei den vorwiegend bayerischen Stadt- und Landkreisen unter den Top-10 spielt sicherlich - wie nahezu jedes Jahr - die Nähe zum Alpenrand eine große Rolle."

Wer Angst vor Blitzen hat, war vergangenes Jahr in Solingen am besten aufgehoben. Mit 0,18 Blitzen pro Quadratkilometer gab es hier im Verhältnis die wenigsten Einschläge. Auch Brandenburg an der Havel mit 0,20 und der Stadtkreis Bremen mit 0,26 waren 2021 ausgesprochen blitzarm. Auf Bundeslandebene traf es Bremen, Sachsen-Anhalt und das Saarland im Verhältnis zu ihrer Größe am seltensten.

Und wer vergangenes Jahr zu viele Blitze gesehen hat, kann immerhin auf Veränderung hoffen: Die kreisfreie Stadt Wolfsburg, der Spitzenreiter des Jahres 2020, lag im Folgejahr nur noch im unteren Mittelfeld - mit einem Achtel der Blitze. Und in Schweinfurt, das 2018 noch ein Hotspot war, gab es 2021 insgesamt nur elf Einschläge - 0,31 pro Quadratkilometer.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinen 1,4 Blitzen pro Quadratkilometer auf Rang 18 von 43 Ländern. Die höchsten Blitzdichten gab es vergangenes Jahr in Bosnien-Herzegowina, Slowenien und Montenegro. Die niedrigsten in Irland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich.

Die Blitze werden mithilfe von rund 160 miteinander verbundenen Messstationen in Europa gemessen. Obwohl zwischen den Sensoren bis zu 350 Kilometer liegen, können die Blitzeinschläge damit auf bis zu 50 Meter genau ermittelt werden.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

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