Wissen

Tiere sollen Virus erschnüffeln Bundeswehr testet Spürhunde gegen Corona

133632907.jpg

Schäferhund Donnie bei der Arbeit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Bundeswehr gibt es Diensthunde, die nach Drogen oder Sprengstoff suchen. Doch können die Vierbeiner auch eine Corona-Infektion erkennen? In der Vulkaneifel soll ein Forschungsprojekt genau das herausfinden.

Auf Befehl läuft Donnie in der Halle los. Der Belgische Schäferhund schnüffelt alles ab, was ihm vor die Nase kommt. Schließlich steckt er sie in eine Öffnung mit einer Geruchsprobe und verharrt sekundenlang. Dafür bekommt er eine Belohnung, einen gelben Spielball.

So schildert die Bundeswehr eine Szene in ihrer deutschlandweit einzigen Diensthundeschule bei Ulmen in der Vulkaneifel. Donnie ist Teilnehmer eines Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover. Dieses soll zeigen, ob die Diensthunde der Bundeswehr eine Infektion mit dem Coronavirus am Geruch von Speichelproben erkennen können.

"Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen", erklärt die Diensthundeschule. In wenigen Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen. Auch in anderen Ländern wie den USA, Finnland und Großbritannien werden Hunde darauf trainiert, eine Infektion mit Sars-CoV-2 zu erkennen. Neben Speichelproben gibt es auch Tests mit Urin und Schweiß - teils mit ermutigenden Ergebnissen.

Bislang schnuppern die Bundeswehr-Hunde an Speichelproben infizierter Menschen, in denen die Viren chemisch unschädlich gemacht wurden. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieser Versuchsreihe käme die nächste Hürde: Klappt das Erschnüffeln auch bei aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel? "Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann", betont TiHo-Doktorandin Paula Jendrny. Es ist also noch ein langer Weg, bis Vierbeiner der Bundeswehr vollständig als Corona-Spürhunde einsatzfähig sein könnten. Dann wird laut der Diensthundeschule "eine Diskussion nötig sein, in welchen zivilen und militärischen Bereichen diese Hunde ihren Dienst verrichten sollen".

Andere Aufgaben haben die bellenden Helfer der Bundeswehr schon seit Jahrzehnten: Die Streitkräfte setzen sie als Schutz-, Sprengstoff-, Rauschgift-, Minen- und Kampfmittelspürhunde ein. Auch im Ausland, etwa in Afghanistan und Mali. Laut Hauptmann Daniel Remus von der Diensthundeschule hat die Bundeswehr rund 300 Vierbeiner weltweit im Einsatz. Diese können auf Befehl zupacken. Und sie haben eine viel feinere Nase als ihre Spezialhundeführer, bei denen sie Tag und Nacht leben. Ob sie fein genug für eine Coronavirus-Infektion ist, wird sich herausstellen.

Quelle: ntv.de, Jens Albes, dpa