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Gefährliche Vermischung Forscher: Coronavirus stammt aus Schlangen

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Die Chinesische Kobra könnte der Ursprung des tödlichen Virus sein.

(Foto: imago images / imagebroker)

Ein Rätsel um den Ausbruch des tödlichen Coronavirus in China scheint gelöst: Forscher finden den mutmaßlichen Überträger des Erregers - nach genetischen Analysen handelt es sich dabei um zwei giftige Schlangenarten. Und womöglich hat der Mensch zur Entstehung des Virus beigetragen.

Der Ursprung des neuartigen Coronavirus, das eine Epidemie mit bisher 17 Toten in China ausgelöst hat, ist womöglich gefunden: Chinesische Forscher haben zwei Tierarten identifiziert, von denen aus der Erreger auf den Menschen übergesprungen sein könnte. Bei beiden handelt es sich um Schlangen - um die Chinesische Kobra und den sogenannten Vielgebänderten Krait.

Besonders der Vielgebänderte Krait gilt als äußerst giftig, sein Biss kann für Menschen tödlich sein. Die ebenfalls giftige Chinesische Kobra zählt zu den am weitesten verbreiteten Giftschlangen in China. Beide Arten sind vor allem im Südosten Chinas beheimatet.

Anhand von Virusproben, die infizierten Patienten entnommen wurden, haben chinesische Forscher den genetischen Code des Erregers bestimmt, bei dem es sich um eine beim Menschen zuvor unbekannte Virusart aus der Familie der Coronaviren handelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten dem Virus den vorläufigen Namen 2019-nCoV gegeben. Es ist eng verwandt mit dem Sars- und Mers-Virus, die beide in den vergangenen 17 Jahren Pandemien mit jeweils Hunderten Toten ausgelöst hatten.

Die Forscher um Wei Ji von der Universität in Peking haben für ihre im "Journal of Medical Virology" veröffentlichte Studie das Genom von insgesamt fünf Proben von 2019-nCoV mit 217 ähnlichen Viren verglichen, die einer Vielzahl von Tierarten entnommen worden waren. Die genetischen Analysen ergaben zum einen, dass das neue Virus Ähnlichkeit mit bereits in Fledermäusen gefundenen Viren aufweist. Allerdings kämen in genetischer Hinsicht letztendlich nur Schlangen als jene Wirte infrage, von dem der Erreger auf den Menschen übersprang.

Mischung aus Fledermaus- und Schlangenviren?

2019-nCoV könnte auch eine Vermischung aus Fledermaus- und Schlangenviren sein, mutmaßt Gesundheitsforscher Peter Rabinowitz von der University of Washington in Seattle gegenüber "New Scientist". Dies könne dann geschehen, wenn Arten dieser Tiere nah beieinander gehalten würden, wie es auf Handelsmärkten der Fall sein könne. Der Mensch hätte demnach also zur Erschaffung des Virus in gewisser Hinsicht selbst beigetragen.

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Die Analysen der Forscher um Wei Ji decken sich mit den Erkenntnissen über den Ausbruchsort der Virus-Epidemie: einem Fisch- und Geflügelmarkt in der chinesischen Metropole Wuhan. Dort würden neben anderen Nutztieren auch Wildtiere wie Schlangen und Fledermäuse zum Kauf angeboten, so die Forscher. Sie vermuten demnach, dass das Virus beim direkten Kontakt von Menschen mit infizierten Schlangen übertragen wurde.

Der deutsche Virologe Jonas Schmidt-Chanasit bezweifelt im Gespräch mit ntv jedoch, dass die Studie stichhaltige Belege dafür liefert, dass Schlangen die Überträger des Virus sind. Wissenschaftlich gebe es keine Belege dafür. Die Analysen der chinesischen Forscher bezeichnet Schmidt-Chanasit zudem als "falsch". Zudem gingen Experten davon aus, so der Virologe, dass es sich bei dem Überträger des Virus um ein Säugetier handelt. Dass es Schlangen sein sollen, bezeichnet Schmidt-Chanasit als "vollkommen absurd".

Andere Studie sieht Fledermäuse als Ursprung

Bereits am Dienstag erschien im Fachmagazin "Science China Life Sciences" eine Studie, die nach Ähnlichkeiten des neuen Virus mit anderen Erregern suchte. Demnach besteht eine enge Beziehung zwischen dem in Wuhan auftretendem Erreger und einem in Fledermäusen auftretendem Virus.

"Es wäre die logische und naheliegendste Schlussfolgerung, dass Fledermäuse der natürliche Wirt des Wuhan-CoV sind, auch wenn es wahrscheinlich ist, dass es einen oder mehrere Zwischenwirte bei der Übertragungskaskade von Fledermäusen zu Menschen gab", schrieben die Autoren, die an verschiedenen Forschungsinstituten in China arbeiten. Darüber, welche Tiere Zwischenwirte sein könnten, stellten die Wissenschaftler in dem Artikel keine Vermutungen an.

Die Krankheit brach erstmals Ende Dezember in Wuhan aus. Der Handelsmarkt wurde bereits Anfang Januar geschlossen. Mittlerweile hat die chinesische Regierung praktisch auch ganz Wuhan abgeriegelt. Das Virus hat sich aber mittlerweile in großen Teilen Chinas und auch über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Die Krankheit ist bereits in Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand und den USA nachgewiesen worden.

Weil immer mehr Menschen mit Grippesymptomen auf das neue Virus getestet werden, nimmt die Zahl der bestätigten Fälle weiter zu. Bis zuletzt wurde das Virus bei 571 Menschen nachgewiesen, wie die chinesische Gesundheitsbehörde berichtete. Darunter sind demnach 95 schwere Fälle, die alle in der Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan liegen.

Quelle: ntv.de, kst