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Debatte über Klimawandel Forscher äußert sich zu Schmelzwasser-Foto

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Das Bild habe "eher einen symbolischen denn wissenschaftlichen" Charakter, so Steffen Malskær Olsen vom Dänischen Meteorologischen Institut in Kopenhagen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Bild mit Schlittenhunden in Grönland erregt weltweit die Gemüter - weil es den Klimawandel veranschaulichen soll. Das tut es auch. Doch nur symbolisch, wie der Urheber des Bildes betont. Die abgebildete Schmelze sei ganz normal.

Die Aufregung ist weltweit groß, als der dänische Klimaforscher Steffen Malskær Olsen vor anderthalb Wochen ein bizarres Foto aufnimmt: Das Bild zeigt mehrere Schlittenhunde, die knöcheltief durch Schmelzwasser vor der Stadt Qaanaaq im Nordwesten Grönlands wetzen. Ein Twitter-Post mit dem Bild geht viral, wird bis heute mehr als 7500 Mal geteilt.

Zudem greifen weltweit Medien das Bild auf und berichten darüber. Schnell verbreitet sich die Meinung, die Aufnahme dokumentiere eine rasante Schmelze des Meereseises und damit eine Facette des Klimawandels. Auch n-tv.de suggerierte das mit einer Meldung.

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Inzwischen aber hat Olsen vom Dänischen Meteorologischen Institut in Kopenhagen die vermeintlich brisante Botschaft seines Fotos relativiert. Er stimme damit überein, dass das Bild "eher einen symbolischen denn wissenschaftlichen" Wert habe, twitterte der Forscher. Viele Anfragen zur Nutzung der Aufnahme bejahte er - mitunter in der Hoffnung, das Bewusstsein für den arktischen Klimawandel zu steigern, wie er einem Nutzer schrieb.

Ein Einheimischer aus der abgebildeten Region verwies darauf, dass Szenen wie auf dem Foto öfter geschähen. "Vor allem dort oben in Thule, wo das Foto gemacht wurde", sagte der Jäger Apollo Mathiassen der Zeitung "Berlingske Tidende". Demnach unterstreiche das Foto sogar, wie dick das Eis sei. "Weil das Eis so dick ist, gibt es keine Löcher, durch die das Wasser aus dem geschmolzenen Schnee laufen kann", sagte Mathiassen.

Das abgebildete Wasser, durch das die Schlittenhunde bei Qaanaaq wetzen, ist demzufolge also kein Eis-Schmelzwasser, sondern stammt offenbar von geschmolzenem Schnee. Auch wenn Klimaforscher Olsen erklärt, dass das dortige Eis derzeit 120 Zentimeter dick und somit 20 Zentimeter dicker als im Vorjahreszeitraum sei, so dokumentiere das Foto einen "ungewöhnlichen Tag".

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Quelle: n-tv.de, cri

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