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Australien droht Klimaschock Großstädte erwarten 50 Grad und mehr

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Pendlerverkehr bei 50 Grad: Städte wie Melbourne sollten sich auf neue Alltagsbelastungen einstellen, raten Wissenschaftler.

imago/robertharding

Tagestemperaturen von 50 Grad drohen in absehbarer Zeit den australischen Millionenstädten Melbourne und Sydney, wie eine neue Studie ermittelt. Auch für andere Städte liegen demnach nie dagewesene Hitzeextreme nahe.

Den australischen Großstädten Sydney und Melbourne könnten regelmäßig Temperaturen von 50 Grad Celsius bevorstehen: Nach einer neuen Studie der Australian National University könnten sie auch dann zukünftig unter der Rekordhitze leiden, wenn sich die Welt an die Ziele des Pariser-Klimaschutzabkommens hält und die globale Erwärmung mindestens unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter hält.

"Der Anstieg der Sommertemperaturen in Australien legt nahe, dass sich auch andere Großstädte künftig auf noch nie dagewesene Hitzeextreme einstellen müssen", erklärte die führende Autorin der Studie, Sophie Lewis. Das Forscherteam errechnete, dass sich die dramatische Erwärmung in einem Zeitraum von rund 25 Jahren ereignen wird. Demnach könnten die Temperaturen in den australischen Bundesstaaten New South Wales und Victoria um das Jahr 2040 3,8 Grad über den derzeitigen Spitzenwerten liegen - allen Klimaschutz-Bemühungen Australiens zum Trotz.

Forscher raten zur Vorbereitung auf Hitze

Während die höheren Temperaturen sich auf ganz Australien auswirkten, sei für die Städte mit ihrem vielen Beton und geringerer Luftzirkulation eine besondere Belastung zu erwarten. Wie Lewis dem australischen "Daily Telegraph" sagte, müssten die Städte sich vorbereiten. Wie der Berufsverkehr an 50 Grad heißen Tagen aussehen könnte, wie Kinder trotzdem zur Schule geschickt und Krankenhäuser vorbereitet werden können, seien dabei die Hauptfragen.

Wegen seiner starken Nutzung von Kohleenergie und seiner geringen Bevölkerungszahl von 24 Millionen gehört Australien weltweit zu den größten Emittenten von Treibhausgasen pro Kopf. Bereits in diesem Winter lag die Durchschnittstemperatur nach Angaben der nationalen Wetterbehörde 1,9 Grad über dem Langzeitdurchschnitt von 21,8 Grad - es war damit der wärmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Nur sofortiges weltweites Handeln könne verhindern, dass sich diese Hitzerekorde Jahr um Jahr wiederholten, erklärten die Forscher im Fachjournal "Geophysical Research Letters".

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP

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