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Katzen haben keinen Einfluss Hunde können Schizophrenie-Risiko senken

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Auf die Größe des Hundes kommt es wohl nicht an.

(Foto: imago images / Westend61)

Das Zusammenleben mit Tieren kann Kinder vor Allergien schützen. Das ist bewiesen. Ob und wie sich die Anwesenheit von Hund und Katze auf die Entwicklung des Gehirns von Kindern und spätere psychische Krankheiten auswirken, haben Forscher untersucht.

Bisher sind die Ursachen für Schizophrenie nicht eindeutig belegbar. Dennoch deuten familiäre Häufungen auf genetische Faktoren hin. Gleichzeitig sind jedoch auch gemeinsame Umweltfaktoren möglich, dazu gehören im Haushalt lebende Tiere. Wie sich Hunde und Katzen auf die Entwicklung des Gehirns auswirken, haben Forscher am Beispiel von Schizophrenie und bipolaren Störungen untersucht.

Das Team um Robert Yolken vom John Hopkins Children's Center in Baltimore befragten dafür insgesamt 1371 Frauen und Männer 396. Davon litten an einer diagnostizierten Schizophrenie, 381 an bipolaren Störungen und 594 hatten keine psychiatrische Erkrankung. Die Befragten sollten angeben, ob und wann in ihrer Kindheit sie mit einem Hund oder einer Katze zusammengelebt hatten. War das Tier bereits zur Geburt anwesend, nach dem dritten Lebensjahr, zwischen dem vierten und fünften, dem sechsten und achten, dem neunten und zwölften oder erst nach dem dreizehnten – oder gab es weder Hund noch Katze?

Erkrankungsrisiko drastisch gesenkt

Bei der Auswertung sahen die Forscher, dass die Anwesenheit eines Hundes in der Kindheit das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, um ein Viertel senkt. Solche Auswirkungen traten den Ergebnissen der Forscher zufolge weder bei den bipolaren Störungen noch bei der Anwesenheit von Katzen auf. Die Forscher nehmen an, dass ein Familienhund Allergien verhindern kann. Das wiederum würde dazu führen, dass es im Körper von Kindern insgesamt zu weniger Entzündungsreaktionen kommt, also entsprechend weniger Cortisol freigesetzt wird und weniger Zytokine gebildet werden, schreiben die Forscher in ihren von der Fachzeitschrift "PLOS One" veröffentlichten Ergebnissen. Diese Stoffe wiederum beeinflussten die Entwicklung des Gehirns.

Wie genau jedoch die Arbeit des Immunsystems auf die Entwicklung des Gehirns einwirkt, kann noch nicht eindeutig geklärt werden. Denkbar wäre auch, dass Familien, die einen Hund besitzen, entweder sozioökonomisch besser gestellt sind oder in einem naturnäheren Wohnort leben. Beide Umweltfaktoren sind mit einem insgesamt niedrigeren Schizophrenie-Erkrankungsrisiko verbunden. Die Forscher gaben an, diese Faktoren in ihren Berechnungen berücksichtigt zu haben.

Und noch ein Ergebnis ist in diesem Zusammenhang interessant. Da die Anwesenheit von Katzen keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko hatte, können die Stubentiger - zumindest teilweise - rehabilitiert werden. Bisher ging man nämlich davon aus, dass die durch Katzen auf den Menschen übertragene Toxoplasmose auch für die Entstehung von Schizophrenie verantwortlich gemacht werden kann. Der Parasit Toxoplasma gondii kann beim Menschen bis ins Gehirn vordringen und dieses schädigen. Um diesbezüglich mehr über die Zusammenhänge zu verstehen, sind weitere Forschungen nötig.

Quelle: ntv.de, jaz