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Vakzin-Studie an Mäusen Impfpflaster zeigt sich wirkungsvoller als Spritze

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Nach Injektionen wird die Einstichstelle mit einem Pflaster abgedeckt. Ein Impfpflaster hingegen trägt den Impfstoff auf seiner Oberfläche.

(Foto: imago images/Wolfgang Maria Weber)

Bei einer Impfung denkt man automatisch an eine Spritze. Doch es gibt eine Reihe anderer Möglichkeiten. Die herausragende Wirkung eines Impfpflasters gegen Covid-19 bei Mäusen lässt nicht nur Experten aufhorchen.

Pflaster drauf, fertig! Impfpflaster könnten im Kampf gegen das Coronavirus wesentlich wirkungsvoller sein als herkömmliche Impfungen durch Injektionen. Das hat ein Forscherteam der University of Queensland in Australien nach einer Untersuchung an Mäusen festgestellt. Die Forscherinnen und Forscher testeten den Covid-19-Impfstoff Hexapro Sars-CoV-2 unter Verwendung der sogenannten High-Density-Microarray-Patch (HD-MAP) - einer Technologie der Biotechnologiefirma Vaxxas aus Brisbane. Dabei handelt es sich um einen Träger, der eine hohe Dichte an Wirkstoffen aufnehmen kann und wie ein gewöhnliches Pflaster auf der Haut angebracht wird.

"Wir haben festgestellt, dass die Impfung über ein Pflaster etwa elfmal wirksamer bei der Bekämpfung der Omikron-Variante war als der gleiche Impfstoff, der über eine Nadel verabreicht wurde", erklärt Studienleiter Christopher McMillan laut Mitteilung der University of Queensland. Die auf diese Weise immunisierten Tiere zeigten eine starke Neutralisierung gegen alle getesteten Varianten, einschließlich Delta und Omikron, schreiben die Fachleute im Fachjournal "Vaccine", in dem die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht wurden. Das passiere, weil der Impfstoff mithilfe des Pflasters in die Hautschichten eindringt, die eine hohe Anzahl an Immunzellen besitzen, so die Erklärung von McMillan. Nicht der Impfstoff, sondern das Pflaster sei deshalb bei der Bekämpfung der Omikron-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 deutlich wirksamer als herkömmliche Impfungen mit Spritzen.

Wirkt nicht nur gegen Covid-19 besser

Aufgrund der ersten Ergebnisse und des großen Potenzials des Impfpflasters testeten die Forscherinnen und Forscher auch andere Impfstoffe. Diese wurden mit der Pflastermethode verabreicht. Auch dabei zeigten sich ähnliche Ergebnisse. "Bisher hat jeder Impfstofftyp, den wir mit dem Pflaster getestet haben, …, im Vergleich zu herkömmlichen Impfmethoden mit der Nadel eine bessere Immunantwort hervorgerufen", erklärte McMillan dazu.

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"Die Pflaster-Technologie hat das Potenzial, eine neue und effektivere Waffe in unserem Arsenal zu werden, in einer Zeit, in der durch Mutationen immer neue Varianten mit hoher Geschwindigkeit auftauchen", betont David Muller, der an der Untersuchung beteiligt war. Zudem seien die Pflaster-Impfungen nicht nur wirksamer, sondern auch viel einfacher zu verabreichen als Impfstoffe, die gespritzt werden müssen. Das Forscherteam weist nachdrücklich darauf hin, dass herkömmliche Impfstoffe immer noch ein wirksames Mittel zur Bekämpfung schwerer Krankheiten und Krankheiten durch dieses Virus seien.

Sowohl die Forschenden als auch der Hersteller Vaxxas streben eigenen Angaben zufolge weitere Untersuchungen sowie groß angelegte klinische Studien zum Impfpflaster an. Das Hexapro-Covid-19-Pflaster hat "das bahnbrechende Potenzial, um Nationen zu helfen, besser auf globale Gesundheitsnotfälle, wie die aktuelle und zukünftige Pandemien, zu reagieren", sagt David Hoey, CEO von Vaxxas. Durch den Bau einer ersten Produktionsanlage in Brisbane solle der Übergang zur Kommerzialisierung sowohl des HD-MAP-Impfstoffkandidaten als auch des Hexapro-Covid-19-Pflasters vorangetrieben werden.

Quelle: ntv.de, jaz

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