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Jupiter, Mars, Venus und Merkur Planeten glänzen mit morgendlicher Parade

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Saturn mit seinen typischen Ringen - unten ist ganz winzig sein Mond Tethys zu erkennen.

(Foto: REUTERS)

Am Morgenhimmel marschieren im Oktober die hellen Wandelsterne auf. Venus übertrifft mit ihrem Glanz alle Gestirne - bis auf den Mond. Und nicht vergessen: Die Sommerzeit endet, die Uhren werden wieder umgestellt!

Der ringgeschmückte Saturn zeigt sich noch in der ersten Oktoberhälfte kurz nach Einbruch der Dunkelheit tief im Südwesten. Er hält sich im Grenzgebiet der Sternbilder Waage und Skorpion auf. Zu Oktoberbeginn geht Saturn kurz nach 21 Uhr unter, am 20. bereits eine Stunde früher. Danach wird man vergeblich nach dem Ringplaneten Ausschau halten. Saturn zieht sich vom Abendhimmel zurück.

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Erste Nahaufnahme der Venus vom Februar 1974, aufgenommen von der Mariner-10-Mission der Nasa.

(Foto: dpa)

Im letzten Monatsdrittel bleibt der Abendhimmel ohne helle Planeten. Dafür gibt es am Morgenhimmel einen Aufmarsch der hellen Wandelsterne. Venus und Jupiter halten sich im Sternbild Löwe auf. Zu ihnen gesellt sich der lichtschwächere Mars. Das Planetentrio ist am günstigsten gegen 5 Uhr morgens am Osthimmel zu sehen. Venus übertrifft mit ihrem Glanz als Morgenstern alle anderen Gestirne - vom Mond abgesehen. Am 26. erreicht sie ihren größten westlichen Winkelstand von der Sonne, der Fachmann spricht von maximaler Elongation. Am 8. zieht sie südlich am Löwenhauptstern Regulus vorbei. Jupiter, nach Venus zweithellster Planet am Morgenhimmel, hält sich ebenfalls im Sternbild Löwe auf. Am schwächsten leuchtet noch Mars.

Parade von Jupiter, Mars, Venus und Merkur

Merkur, der sonnennächste und kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems, bietet vom 10. bis 29. Oktober die einzige Morgensichtbarkeit in diesem Jahr in unseren Breiten. Zur Monatsmitte erreicht er mit nur 18 Grad seinen maximalen westlichen Winkelvorsprung vor der Sonne. Am 10. geht der flinke Merkur kurz nach 6 Uhr morgens auf, am 29. fast eine Stunde später auf. Um Merkur zu erspähen, ist eine freie Sicht zum Osthorizont erforderlich, da er nur knapp über der Horizontlinie steht, bevor er in der heller werdenden Morgendämmerung verblasst. Mit Jupiter, Mars und Venus bildet Merkur eine morgendliche Planetenparade am Osthimmel.

Nur Saturn fehlt von den freisichtigen Planeten am Morgenhimmel. Uranus steht am 12. im Sternbild Fische der Sonne genau gegenüber. Diese Stellung nennt man Opposition. Der grünliche Planet geht dabei mit Sonnenuntergang im Osten auf, erreicht um Mitternacht seine höchste Position im Süden und versinkt morgens mit Sonnenaufgang unter dem Westhorizont.

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Die Farbe von Uranus kommt von den in seiner Atmosphäre befindlichen Teilchen, die rotes Licht von der Sonne absorbieren und grünes Licht reflektieren.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Wegen seiner großen Sonnendistanz ist Uranus so lichtschwach, dass er mit bloßen Augen kaum wahrzunehmen ist. Entdeckt wurde er im März 1781 von Wilhelm Herschel mit seinem selbst gefertigten Spiegelteleskop. Ein gutes Fernglas reicht aus, um diesen Planeten zu erkennen. Allerdings muss man seine Position unter den Sternen genau kennen. Mit vierfachem Erddurchmesser zählt Uranus zu den Riesenplaneten. Ein Menschenleben lang - nämlich 84 Jahre - benötigt er, um einmal um die Sonne zu laufen. Man sagt daher, ein Uranusjahr entspricht 84 Erdenjahren. Fünf große Monde (Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon) sowie zwei Dutzend Minimonde begleiten Uranus auf seinem langen Weg um die Sonne.

Mond kommt uns auf 358.460 Kilometer nah

Am 13. tritt um 2.06 Uhr die Neumondphase ein. Die Vollmondposition wird am 27. um 13.05 Uhr im Sternbild Fische erreicht. Einen Tag vorher passiert der Mond seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei ihn 358.460 Kilometer von uns trennen. Mit 406.390 Kilometer Distanz befindet sich unser Nachbar im All am 11. in Erdferne. In der Nacht vom 29. auf 30. wandert der noch fast volle Mond vor dem Sternhaufen der Hyaden vorbei. Dabei bedeckt er Aldebaran, den hellen, orangenen Hauptstern des Stieres.

Da der Mond ohne Lufthülle ist, verschwindet Aldebaran schlagartig am hellen Ostrand des Mondes und erscheint etwa eine Stunde später ebenso plötzlich am bereits dunklen Westrand des Mondes. Für den in Deutschland zentralen Ort 50 Grad Nord und 10 Grad Ost verschwindet Aldebaran um 22.50 Uhr hinter dem Mond und taucht um 23.53 Uhr wieder auf. Der Verlauf der Aldebaran-Bedeckung ist ortsabhängig. So beginnt sie in Berlin um 22.57 Uhr MEZ (Ende 0.02 Uhr), in Leipzig um 22.54 Uhr (Ende 0.00), und in Stuttgart schon um 22.47 Uhr (Ende 23.53).

Herbststernbilder in günstigen Positionen

Zur abendlichen Beobachtungsstunde sind inzwischen alle Herbststernbilder in günstige Positionen gerückt. In der westlichen Himmelshälfte dominiert noch das Sommerdreieck. Der helle Arktur im Bootes ist bereits im Nordwesten untergegangen. Auch der lichtschwache Herkules nähert sich seinem Untergang. Der Himmelsanblick wird von der Andromeda-Gruppe bestimmt. Diese Sternbildergruppe nimmt fast den gesamten Osthimmel ein. Sie setzt sich aus den Bildern Kassiopeia, Kepheus, Andromeda, Pegasus, Perseus und Walfisch zusammen.

Zwar sind diese Herbstbilder längst nicht so hell wie die leuchtkräftigen Wintersternbilder, denn es fehlen Sterne erster Größenklasse. Aber sie haben ihren eigenen Reiz. Bis auf Kepheus und den Walfisch sind alle relativ leicht auszumachen. Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn durch das Sternbild Jungfrau. Um den 20. passiert sie nördlich Spica, den Jungfrauhauptstern. Am 23. tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion. Am 31. wechselt sie abends in das Sternbild Waage. Die Tage verkürzen sich deutlich um fast zwei Stunden, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um elf Grad ab.

Nicht vergessen: Am 25. Oktober endet die Sommerzeit. Die Uhren müssen dann um 3 Uhr morgens auf 2 Uhr MEZ zurückgestellt werden.

Quelle: ntv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa