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Angeblich gesellige AktivitätRaucher fühlen sich einsamer als Nichtraucher

07.09.2026, 06:33 Uhr
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Rauchen ist womöglich gar keine gesellige Angelegenheit.

Menschen treffen sich in Raucherbereichen und tauschen sich aus. Nikotinkonsum gilt in Gemeinschaft als etwas Geselliges. Die aktuellen Ergebnisse einer Studie, die das Einsamkeitsgefühl von Rauchenden untersucht, kommt zu einem ganz anderen Befund. 

Rauchen führt zu verstärkter Einsamkeit. Das hat ein Forschungsteam des Imperial College London herausgefunden. Bekannt war bereits, dass das Gefühl von Einsamkeit das Risiko erhöht, mit dem Rauchen zu beginnen oder mehr zu rauchen. Nun wollte das Forschungsteam um Keir Philip wissen, welche Auswirkungen das Rauchen auf die soziale Gesundheit hat.  

"Rauchen wurde als 'soziale Aktivität' betrachtet, aber wir beobachten regelmäßig, dass Menschen mit rauchbedingten Erkrankungen zunehmend sozial isoliert und einsam werden", sagt Philip laut einer Mitteilung. Der Lungenarzt stellte die Ergebnisse der Untersuchung auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Pneumologie in Barcelona vor. 

Bereits eine erste Untersuchung dazu in England habe ergeben, dass Raucher einsamer waren als Nichtraucher. Nun wollten die Forschenden wissen, ob sich derselbe Zusammenhang auch in anderen Ländern feststellen lässt. Dafür wurden die Daten von mehr als 50.000 Menschen aus 15 Ländern zusammengetragen und ausgewertet. Die Studienteilnehmenden hatten ein Durchschnittsalter von 67 Jahren, 22 Prozent von ihnen waren zu Beginn der Untersuchung Raucher, 48,5 Prozent litt an mehr als zwei chronischen Krankheiten.  

Das Einsamkeitsgefühl der Teilnehmenden wurde mithilfe eines standardisierten Fragebogens erfasst. Die sogenannte UCLA-Skala liefert einen Einsamkeitswert, der angibt, wie häufig eine Person das Gefühl hat, keine Gesellschaft zu haben, ausgeschlossen und von anderen isoliert zu sein. Die Forscher verglichen in einem weiteren Schritt die Angaben von Rauchern mit denen von Nichtrauchern. Zwei Jahre später wurden die Teilnehmenden noch einmal mithilfe desselben Fragebogens befragt. 

"Rauchen ist nicht gesellig"

Die Analyse der Daten zeigt: Raucher fühlen sich im Vergleich zu Nichtrauchern einsamer - auch dann noch, wenn Faktoren wie Alter, Geschlecht und demografische Merkmale herausgerechnet wurden. Bei Rauchern nahm das Gefühl der Einsamkeit im Laufe der Zeit sogar zu. Der Vergleich der Befunde für die verschiedenen Länder Europas zeigte nur geringe Unterschiede.   

Der Arzt hält es für möglich, dass fortschreitende, rauchbedingte Krankheiten die Mobilität einschränken und es den Menschen dadurch erschweren, den Zugang zu sozialen Aktivitäten zu erhalten. Zudem könnten Rauchverbote an öffentlichen Orten und rauchfreie Wohnungen von Freunden für Raucher weniger attraktiv sein, was das Potenzial für soziale Interaktionen weiter einschränke, so Philip weiter. Die öffentliche Meinung zum Rauchen müsse angesichts der Ergebnisse über verschiedene Kanäle verändert werden, betont Philip. "Rauchen ist nicht gesellig." Es führe vielmehr zu verstärkter sozialer Isolation und Einsamkeit.  

Quelle: ntv.de, jaz

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